Was für ein Glück: Nicht nur, dass die Pe endlich mal frei hatte und ihr Wochenende nicht arbeitend verbringen musste, nein, es war auch noch ein super sonniger Frühlingstag. Am Freitag Abend hatten wir uns schon vorgenommen, den Samstag wegfahrend zu verbringen. Speyer lautete das Ausflugsziel, denn ich wollte Pe mal meine Lieblingskirche zeigen, den Kaiserdom.
Nach dem gemeinsam Frühstück mit Anette und Gerald bei Möbel Neubert ging’s auch schon los. Als wir dort gegen 12.30 Uhr ausstiegen, berauschte uns die wärmende Sonne, und schnurstracks gingen wir Richtung Dom. Dieses alte romanische Bauwerk ist – Geschichtsfreunde werden es wissen – die Grablege der vier Salierkaiser. Konrad II. hatte 1030 mit dem Bau begonnen, unter Heinrich IV. wurde er schließlich fertiggestellt. Heinrich IV. dürften einigen aufgrund seines Ganges nach Canossa kennen. Klar, dass ein Besichtigung der Kaisergruft nicht fehlte. Pe fand das Innere des Doms übrigens unspektakulär, das Äußere hingegen schon. Richtig begeistert war sie dann aber von dem Städtchen selbst, das sich in besten Fotografierfarben präsentierte. Und musikalisch! An jeder Ecke standen Drehorgelspieler. Kein Wunder, fand an diesem Wochenende in der pfälzischen Stadt doch die Jahreshauptversammlung der Drehorgelspieler statt. Und wir haben Zuwachs bekommen: Im Regal eines Kaufhauses lächelte ein kleines Schaf die Pe so herzzerreißend an, dass wir es gleich erstanden und in unsere Familie aufnahmen. Tim heißt der Kleine, der auch gleich unter Beweis stellte, wie fotogen er ist.
In Hambach auf dem gleichnamigen Schloss fand Tims erste Fotosession statt. Hambach, die Wiege der deutschen Demokratie, ist eigentlich immer eine Reise Wert, doch dieses Mal war der Besuch enttäuschend. Die Geschehnisse des Jahres 1832 konnten wir nicht nachempfinden, da das Schloss renoviert wird und damit geschlossen ist. Bis Anfang November soll dies dauern. So blieb uns nichts anderes übrig, als die grandiose Aussicht auf das Rheintal und auf Neustadt an der Weinstraße zu genießen und anschließend weiter nach Heidelberg zu fahren.
Pes Frisör sitzt in der besonders bei Amerikanern verehrten Stadt, doch wir gingen nicht zum Haareschneiden, sondern 308 Stufen zum Schloss hoch. Wie ärgerlich, dass wir die Kameras nicht dabei hatten, denn so entging uns ein schöner Sonnenuntergang. Ja, richtig gedacht, das Wetter hielt bis in die frühen Abendstunden.
Wer also Lust hat, ein wenig Geschichte zu erleben, sollte unsere Tour nachfahren, denn Speyer und auch das Hambacher Schloss sind lohnende Ziele in einer grandiosen Gegend.
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