Monatsarchiv für September 2009

Sep 30 2009

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Sonnenschein im Auto und ein lebendes Symbol des Bösen

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Nein, kein Smalltalk! Auch wenn es einmal mehr ums Wetter, derzeit DAS bestimmende Thema des Urlaubs, geht. Allmählich bin ich es auch schon leid, darüber zu berichten, wenngleich es doch einer der Komponenten ist, mit der für mich ein Urlaub steht und fällt.

Was ich damit sagen möchte?

Dass der heutige Morgen wettermäßig so anfing, wie er gestern Abend endete: kalt, neblig und verregnet, kurzum: grausam. Dabei hatten wir im Vorfeld noch einmal nach der Wettervorhersage gegoogelt, die uns, was die Temperaturen betraf, zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer gab. Nach dem ersten direkten Frischluftkontakt am Morgen wurde jener aber jäh zerstört. Adrett in die schicke Schale meines Lieblingshemdes gebettet und mich voller Tatendrang auf die noch zwei Autostunden entfernt gelegene und für heute geplant zu besichtigende Stadt Cincinnati gefreut, wich eben genau jene Freude innerhalb von Sekunden einem Frust. Nicht nur, dass ich innerhalb von Sekunden zu frieren begann. Nein, es regnete auch einfach weiter. Endlos, so als wollte man über uns den gesamten Inhalt aller Weltmeere vergießen.

Tim in CincinnatiAber lassen wir das. Switchen wir zeitmäßig einfach ein wenig weiter, um von Erfreulicherem zu erzählen. Dem Besuch im Outlet-Center, in welchem wir heute unsere Kids für sagenhaft umgerechnete 2,34 Euro neu einkleideten. Kein Scherz! Im „The Children’s Place“ waren etliche Kleidungsstücke aus der Babyabteilung, die vorher zwischen 12 und 15 Dollar gekostet haben, auf erfreulich wenigere Cents reduziert, weshalb unser lieber Tim mit einer ihm vortrefflich kleidenden Latzhose zuzüglich passenden Hütchen, Liselle mit einer schmucken Bluse und Fabi mit einem sportlichen Shirt ausstaffiert wurden. Wie sagte der Pan daraufhin? „Wenn wir schon draußen keinen Sonnenschein haben, holen wir uns diesen eben ins Auto“. Und genau in selbigem war daraufhin die Stimmung aufgrund unserer Laufsteg-Helden im höchsten Maße erheiternd.

Und Cincinnati?

Nun, um ganz ehrlich zu sein: Diese Stadt, in der die Armut der Bevölkerung partiell ganz offensichtlich und teilweise auch persönlich aufdrängend und beängstigend ist, muss man nicht gesehen haben. Möglicherweise, aber das mutmaße ich jetzt auch nur, sind die sozialen Probleme innerhalb Cincinnatis auch mit ein Grund, warum die Zahl der rund 300.000 Einwohner zählenden Stadt innerhalb der letzten Jahre immer mehr schwand. Dabei hatte ich mir von der Chiquita-Stadt, zu deren Söhnen unter anderem der Regisseur Steven Spielburg oder auch das lebende Symbol des Böses, Charles Manson, sowie als Tochter Doris Day zählen, mehr erhofft. Nun gut. Für Baseballfans lohnt sich hingegen ein kleiner Abstecher zum 2003 eröffneten „Great American Ball Park“, dem Stadion der Baseball-Mannschaft Cincinnatis Reds.

Blick auf CincinnatiMit ein paar obligatorischen und einmal mehr trüben „Ich-war-hier-Fotos“ verließen wir um 16.15 Uhr bei lichter werdendem Himmel die Stadt. Zu diesem Zeitpunkt lagen noch zwei weitere Autostunden Fahrt bis zum geplanten Etappenziel des Tages, Indianapolis, vor uns. Tja, was soll ich sagen? Ich habe ihn zwar nicht gesehen, aber er, der Wolkeneinsammler, muss wohl mit seinem putzfreudigen Besen und dem ganz großen Rucksack unterwegs gewesen sein, denn schließlich waren sie, die Wolken und die schwarze Tristesse, mit einem Mal fast weg und ließen einen beinahe makellosen blauen Himmel zurück, unter dem sich die Fahrt Richtung Indianapolis endlich auch mal wie eine Szene aus unseren früheren Urlauben anfühlte. Göttlich! Möge es hoffentlich so bleiben! Dabei weiß ich schon heute, dass es ab Freitag, wenn wir Chicago erreichen, wieder schlechter werden soll.

Wie gerne würde ich mich diesbezüglich eines Besseren belehren lassen!

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Sep 30 2009

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Tag 5: Columbus – Cincinnati – Indianapolis

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Alte Bausubstanz in CincinnatiDer heutige Tag startete mit Regen und endete mit Sonnenschein in Indianapolis. Da es nach dem Aufstehen sehr nass war, hatten wir es mit dem Erreichen unseres Ziels überhaupt nicht eilig. Wir wanderten durch ein Outlet, besuchten ein Best Buy und einen Old Navy und gönnten uns einmal mehr einen Starbucks-Kaffee.

Gegen 14.45 Uhr erreichten wir schließlich unser Ziel, Cincinnati, die Stadt am Ohio River, in der Charles Manson, Doris Day und Steven Spielberg geboren wurden. Die Stadt präsentierte sich unspektakulär, ohne jede Höhepunkte, ziemlich reizlos. Ein paar alte Häuser stehen in der Mainstreet, wobei alt bedeutet, dass sie Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden. Cincinnati wurde 1788 gegründet, und es wäre schön, wenn die Besitzer dieser alten Häuser in der Main Street mal die schöne Bausubstanz renovieren würde. Am schönsten ist der Great American Ball Park, das Stadion, in dem die Reds ihre Heimspiele austragen. Nach knapp 100 Minuten verließen wir den Ort wieder, wissend, dass Cincinnati nicht wirklich ein Besuch wert ist.

Nach rund 112 Meilen Fahrt sitzen wir nun im Red Roof Inn in Indianapolis, der Stadt der berühmten Indy 500. Ein Autorennen ist nicht angekündigt für die kommenden Tage, weshalb die Motelpreise sehr moderat sind. Wie lange wir in Indianapolis bleiben, wissen wir noch nicht. Unser Plan ist, morgen Abend in Chicago anzukommen.

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Sep 29 2009

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Aus der Eiseskälte zu den Helden der Gastfreundschaft

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Nein, auch heute war er, der Wettergott, uns nicht hold. Ganz im Gegenteil! Keine Ahnung, wer ihn dermaßen verstimmt hat, aber unter schön, herbstlich oder gar urlaubsfreundlich verstehe ich wahrlich etwas anders. So allmählich glaube ich sogar, dass wir unabsichtlich ein weitflächiges Netz ausgeworfen haben, in dem sich der Hüter des Wetters verfangen hat, weswegen er so schmollt und grollt.

Die fröstelnden Temperaturen des Tages erinnerten zudem mehr an den vor uns liegenden Winter und der Farbe des Himmels nach zu urteilen, hatte selbiger erst jüngst ein inniges Tête-à-tête mit einem Schornsteinfeger.

Der Kälte und des eisigen Windes wegen, dem ich mich auch in zwei Jacken gehüllt nicht erwehren konnte, hatte ich heute Morgen eigentlich schon gar keine große Lust mehr, nach Pittsburgh zu fahren, was im Nachhinein betrachtet echt schade gewesen wäre, da die Stadt mir – unter den üblich gewünschten blauen-Himmel-Bedingungen – mit den verspielten Formen und Farben der Gebäude und weiteren städtebaulichen Konstellationen ein wahres Eldorado an Motiven geboten hätte, die ich nun zwar zum Teil auch digital gebannt habe, dafür aber leider im grau-weißen Einheitsbrei, der völlig flairlos ist. Das Fotografenherz einmal zur Seite genommen und stattdessen ein wenig meine Phantasie bemüht, wie es vor Ort aussehen könnte, wenn, … erfreute mich der Aufenthalt in der 334.000 Einwohner zählenden Stadt aber doch sehr.

Am Nachmittag besuchten wir schließlich das sich in einem Industriegebäude auf sieben Etagen erstreckende Andy Warhol Museum, dank Presseausweis sogar kostenfrei! Wirklich viel zu sehen gab es aufgrund von Umbauarbeiten der Wechselausstellung, eines derzeit grundsätzlich komplett geschlossenen Stockwerkes und einer Sonderausstellung zum kürzlich hier stattgefundenen G20-Gipfel aber nicht, weshalb ich mich gewiss geärgert hätte, wenn ich die 15 Dollar Eintritt bezahlt hätte. Dem Besucher gegenüber wäre es meines Erachtens aber nur fair, ihm unter diesen eingeschränkten Bedingungen nicht den kompletten Eintrittspreis abzuverlangen.

Und was gab’s zu sehen? Klassiker, wie zum Beispiel die Bilder von Marilyn Monroe, Elvis Presley oder die Abbildung der Campbell’s Soup Konservendose, darüber hinaus aber auch Drucke, Zeichnungen, Skulpturen und Filme. Nicht zu vergessen seine „Zeitkapseln“, mit denen Warhol (1928-1987) heute noch immer für Überraschungen sorgt. In diesen so genannten “Time Capsules”, Pappkartons, sammelte der schillernde Andy Warhol, der bis zu seinem 21. Jahr in Pittsburgh verweilte, übrigens alles, was ihm in die Hände kam: Salzstreuer oder Teller, die er auf dem Flohmarkt ersteigerte, die Schuhe des Schauspielers Clark Gable oder ein Diamantring, kurzum Alles, was ihm interessant und bewahrenswert erschien. Erstaunlich fand ich, dass von den über 600 Kartons mit Kunst und Krams, die Warhol, der bereits über 20 Jahre tot ist, hinterlassen hat, bis heute – mangels Personal – nur zirka die Hälfte geöffnet wurden.

Nach dem mehr oder minder gemütlichen (bei der Kälte!) Spaziergang zum Auto zurück, setzten wir unsere Weiterfahrt nach Chicago noch dreieinhalb Stunden fort, um in Columbus in einem ungewöhnlich-gewöhnlichen sowie vorteilhafterweise kostengünstigen Motel, das – wie ich an einer an der Wand hängenden Urkunde erkennen konnte – den Preis zum Helden der Gastfreundschaft erhielt, Halt zu machen, wo wir auch unsere nächtlichen Zelte aufgeschlagen haben, damit wir morgen umso gestärkter nach Cincinnati starten können.

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Sep 29 2009

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Tag 4: New Stanton – Pittsburgh – Columbus

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Hochhausfront in PittsburghDas schlechte Wetter scheint uns zu verfolgen. Fast die gesamte Fahrt über von Pittsburgh nach Columbus, unserem heutigen Übernachtungsort, regnete es. Soviel Wasser haben wir in den vergangenen Jahren in den USA zusammen nicht erlebt. Überhaupt: Wir fahren zwar durch sehenswerte Gegenden in Pennsylvania, Delaware, Maryland und nun Ohio, doch wirklich beeindruckt war ich noch nicht. Das war im vergangenen Jahr anders.

Doch egal: Unser heutiges Ziel Pittsburgh war äußerst lohnend. Die Stadt ist sehenswert, die typischen amerikanischen Hochhäuser fehlen Downtown ebenso wenig wie historische Gebäude, die teilweise mittendrin stehen. Es ist nicht dramatisch voll, und man kann bequem zu Fuß die meisten Sehenswürdigkeiten erwandern. Einzig und allein der königsblaue Himmel fehlte, und so war es nicht nur regnerisch, sondern sogar ziemlich kalt wegen des teilweise stürmischen Windes. Nicht fehlen durfte der Besuch des Andy Warhol Museums, einer der großen Söhne der Stadt, in der übrigens 1968 der Big Mac erfunden worden sein soll. Doch zurück zum Museum: Die bekanntesten Bilder waren zu sehen, doch leider wird derzeit nach dem Ende des G20-Gipfels vergangene Woche eine neue Ausstellung aufgebaut, so dass viele Räume nicht zu besichtigen waren. Kleiner Tipp: An der Amtrak-Station an der Liberty Ave gibt es einen kleinen Parkplatz, da kann man ab 10 Uhr für sieben Dollar bis 24 Uhr parken. Günstiger und zentraler geht es nicht.

Am Nachmittag fuhren wir dann nach Columbus, wo wir in einem Travellodge eine Unterkunft für die Nacht gefunden haben. Morgen geht’s weiter nach Cincinatti.

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Sep 28 2009

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Den Moment des Augenblicks nutzen

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Fotokuh in der Chocolate WorldWetter hin, Wetter her. Mittlerweile habe ich meine ganz eigene verworrene Theorie, was das selbige in den nördlicheren Gefilden der Vereinigte Staaten betrifft: es ist schlechter beziehungsweise kühler als in unseren Breitengraden und wechselhafter, zumindest derzeit, wo es in Aprillaune für den kleinen gewöhnlichen USA besuchenden Urlauber sämtliche Überraschungen bereithält.

Überraschungen schön und gut, aber was, wenn man planen möchte? Keine Chance. Im Moment heißt die Devise insofern: den Moment des Augenblicks leben. Vielleicht mit eine unserer ersten Erfahrungen dieses Urlaubs, die wir uns heute – vom Plan abweichend – zu Nutze machten. Gänzlich wider Erwarten und auch wider der Vorhersage des Weather-Channels frohlockte Harrisburg heute Morgen mit Sonneschein. War das zu fassen? Eigentlich hatten wir den Tag schon fast abgehakt, was das Thema Sightseeing betrifft, wollten stattdessen eine weite Wegstrecke zurücklegen, um dann irgendwo in einer Mall oder sonstwo noch ein bisschen amerikanisches Flair zu schnuppern beziehungsweise nach den ersten Mitbringseln für die zu Hause Gebliebenen suchen.

Aber es kam ganz anders!

Des Sonnescheins wegen nutzten wir, ich schrieb es ja eben, die Zeit vor Ort, wobei „vor Ort“ nicht hundertprozentig stimmt, aber zumindest gefühlt, da wir rund 16 Kilometer östlich fuhren, um in Amerikas Schokoladenhauptstadt, Hershey, zu landen. Wer je in den Staaten war oder mal auf einem amerikanischem Volksfest, kommt um die Produktpalette der Süßigkeiten von Hershey nicht herum, aber auch uns Europäern ist natürlich der Name KitKat ein Begriff. Wer sich ein wenig besser auskennt, wird gewiss schmunzeln, wenn ich an dieser Stelle erzähle, dass selbst die wuchtigen Straßenlaternen, das heißt deren Köpfe, die Form von „Kisses“ hatten. Aber nicht nur das! Nein, der Gründer der heute 13.000 Einwohner großen Stadt, Milton S. Hershey, war noch wesentlich einfallsreicher, in dem er beispielsweise ganze Straßenzüge mit schmackhaften Namen wie „Chocolate Avenue“ oder „Cocoa Avenue“ versah, die von einem, und das ist jetzt wirklich nicht gelogen, süßen Schokoladenduft erfüllt sind, was daran liegt, dass sich die Produktionsanlagen in diesen Straßen befinden.

Darüber zu schreiben und davon zu lesen, ist im übrigen das Eine, man muss wirklich mal durch die Straßen geschlendert sein, um sich mit seinem Geruchssinn so angenehm verführen zu lassen.

Im Anschluss sind wir noch zur Chocolate-World gefahren, wo wir an einer lauffaulen, da in kleinen Waggons chauffiert, Reise durch das Schokoladenimperium vom Kakaobohnenanbau bis zur Fabrikation teilnahmen. Da vor Ort absolut nichts los war, haben wir diese Runde sogar zwei Mal gedreht: das eine Mal zum Filmen und Fotografieren, das andere Mal, um uns den Informationen aus den Lautsprecher zu widmen.

Überraschenderweise, und hier wurde das Wetter dann endlich (und leider!) der Vorhersage gerecht, zog der Himmel sich mit einem Mal, und zwar schon zu jenem Zeitpunkt, als wir das Auto auf den Chocolate-World-Parkplatz abstellten, zu, und das in einem Tempo, als sei eine ganze Bande an muskulösen und arbeitsfreudigen Wolkenschiebern am Werk. Ruckzuck war Nacht. Aus diesem Grunde haben wir dann nach der Tour auch wieder unseren ursprünglichen Plan aufgegriffen: die Weiterfahrt nach Chicago mit Zwischenstopp in Pittsburgh, das wir uns heute gegebenenfalls noch ansehen wollten, was wir aber nicht mehr geschafft haben, weswegen wir es morgen auf jeden Fall realisieren werden – mit oder ohne Regen!

Wo wir uns jetzt befinden? Ganz ehrlich: irgendwo im nirgendwo, dem man aber doch einen Namen gegeben hat: New Stanton, einen knapp 2000 Einwohner zählenden Ort rund 25 Kilometer vor Pittsburgh.

Des Spaßes wegen sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass uns das Wetter auf dieser stundenlangen und heute leider auch wieder gebührenreichen Weiterfahrt ein breites Spektrum bot, von dem wir einmal mehr eine Sonnenphase für eine köstliche Starbucks-Kaffee-Pause nutzten.

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Sep 28 2009

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Tag 3: Harrisburg – Hershey – New Stanton

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Singende MilchküheKnapp 214 Meilen sind wir heute gefahren, und nun rasten wir etwa 17 Meilen vor Pittsburgh, der zunächst letzten Station in Pennsylvania. Heute Morgen fuhren wir zunächst bei strahlendem Sonnenschein nach Hershey, jener Stadt, in der die bedeutendste Schokoladenfabrik der USA steht. Wer die USA besucht, stößt irgendwann unweigerlich auf Hershey’s, jener nach ihrem Erfinder benannten Schokolade. Es ist wirklich kein Scherz, aber der Name „The sweetest place on Earth“ ist passend, denn in den Straßen riecht es tatsächlich nach Schokolade. Wir besuchten anschließend die Chocolate World. Böses ahnend, was der Eintritt wohl kosten würde, waren wir schließlich freudig überrascht: Die Besichtigungstour, in der alles über die Herstellung von Schokolade erklärt wird, ist kostenlos. Und sie ist dabei wirklich ganz nett gemacht, kein Vergleich zu der miesen Coca-Cola-Tour in Atlanta, die wir vor einigen Jahren besuchten. Wir fuhren die Tour in den bereitstehenden Gondeln gleich zwei Mal, was ohne Probleme möglich war, da wir in der Nebensaison kamen und nur wenig los war.

Nach dem Besuch der Schokoladentour machten wir uns weiter auf dem Weg gen Westen nach Chicago, wo wir nun, wie erwähnt, 17 Meilen vor Pittsburgh übernachten. New Stanton selbst besteht aus ein paar Häusern, hat rund 2000 Einwohner, dafür aber eine Menge Motels. Im Quality Inn sind wir nun. Morgen früh geht es früh weiter, denn wenn alles klappt, wollen wir morgen Abend in Cincinnati sein.

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Sep 28 2009

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Ein “Toll”er Tag

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Noch schaffen wir den amerikanischen Zeit-Rhythmus nicht, gehen stattdessen noch nach deutscher Zeitzone (gestern Abend um 20 Uhr Ortszeit hier) zu Bett, weswegen ich jetzt auch schon hellwach bin, aber das wird sich die nächsten Tage bestimmt geben. Zum Glück gibt es bereits ab 6 Uhr Frühstück, dann kommen wir auch zeitig los und haben mehr vom Tag. Hat wie üblich alles seine Vor- und Nachteile.

Philadelphia – Harrisburg

Da der amerikanische Wettergott bereits am Samstag, dem Tag unserer Landung, Philadelphia mit einem Meer an Tränen bedeckte, dessen Quell auch am Sonntag nicht zu versiegen schien, entschlossen wir kurzerhand, uns die fünf Millionen Einwohner Metropole erst am Ende unseres Urlaubs anzusehen, da wir ja auch wieder von Philadelphia abfliegen. Da für das rund zwei Stunden südwestliche Autofahrt entfernt gelegene Baltimore zumindest für den (Nach)Mittag Wetterbesserung versprochen wurde, entschlossen wir uns kurzerhand für dieses Ziel, auf dessen Straßen wir gestern an einem Tag insgesamt mehr „Toll“ (Straßen- und Brückengebühr) bezahlen mussten, als an einem gesamten Urlaub zuvor, weswegen uns die I 95 nicht unbedingt in guter Erinnerung bleiben wird.

Dafür wurden wir dann aber, in der bedeutenden Hafenstadt angekommen, mit dem nautischen Flair des inneren Hafens entlohnt. Erfreulicherweise hatte der Himmel inzwischen seine regenreichen Pforten geschlossen, so dass wir uns dort zumindest trockenen Fußes unter der grauen Wolkendecke, die inzwischen einigen kleinen blauen Flecken Platz machte, bewegen konnten, wenngleich die Wege noch immer gänzlich von Feuchtigkeit durchtränkt waren und große Pfützen erahnen ließen, welch wasserreiche Massen von Oben gekommen sein müssen.

Kapitol in HarrisburgWäre der Himmel in das von meinem Herzen ersehnte Fotografenblau getaucht gewesen, wären die Bilder vom ausgemusterten Leuchtschiff „Chesapeake“, das 40 Jahre lang als schwimmender Leuchtturm Dienst tat, das gefräßige (Haifischmaul aufgemalte) U-Boot „USS Torsk“, welches übrigens das letzte intakte Kriegsschiff, das den japanischen Angriff auf Pearl Harbour überstand, ist, die 1797 vom Stapel gelaufene Fregatte „Constellation“, die farbenreichen kleinen Drachenboote sowie das auf Spinnenbeinen stehende Seven Foot Knoll Lighthouse und all die übrigen reizenden kleinen Details wie die Hängebrücken oder die fast zur Ohnmacht betäubend duftenden Blumenampeln, ganz gewiss atemberaubend gewesen, da auch die umstehenden Gebäude, vornehmlich Museen, sich mit ihren Formen architektonisch harmonisch in das Gesamtbild einfügten.

Da unser westlichstes Ziel dieses Urlaubs aber Chicago heißt, haben wir uns gestern dann aber auch ganz grob auf die Route dorthin begeben, um in Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania, einen ersten Zwischenstopp einzulegen. Nachdem wir ein Hotel, von dem wir kostenfrei ins Internet kommen, gefunden haben, begaben wir uns auch gleich wieder Richtung Downtown, weil wir uns an dem baulichen Geschmack von US-Präsident Theodore Roosevelt, der das Kapitol des Bundesstaats Pennsylvania als das schönste Gebäude, das er je gesehen hatte, beschrieb, laben wollten. Und wahrlich: er hatte Recht! Das marmorne Ambiente mit eleganten Treppen, Denkmälern und Skulpturen sowie der Wasser spielende Brunnen im weitflächigen Terrain erschloss uns ein bauliches Schmuckstück, das sowohl vom Petersdom in Rom als auch von der Pariser Oper Inspiration erhielt.

Und was steht heute auf dem Programm?

Hmmm, so genau weiß ich das noch nicht. Irgendwas was auf jeden Fall Richtung Chicago liegt.

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Sep 27 2009

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Tag 2: Philadelphia – Baltimore – Harrisburg

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Das Kapitol in HarrisburgFast pünktlich sind wir gestern in Philadelphia angekommen. Die Einreise verlief problemlos. Der Einwanderungsmensch war zwar eine absolute Spaßbremse – wir mussten, weil wir nicht verheiratet sind, getrennt einreisen -, doch binnen kürzester Zeit waren wir durch. Mittlerweile scannen die Amerikaner alle Finger ein, das Foto ist nach wie vor obligatorisch. Das Wetter war nicht besonders gut, später, als wir unseren Wagen hatten (einen Ford Focus), regnete es sogar.

Erste Aufgabe des Urlaubs: finden eines Hotels für die erste Nacht. Nach 50 Meilen kleiner Trainingsfahrt für mich, um mich wieder an die amerikanischen Autos und den Verkehr zu gewöhnen, landeten wir im Motel 6 in Gibstown, das zweit schlechteste Motel der Kette, in dem wir jemals übernachtet habn.

Am heutigen Morgen regnete es heftig, weshalb wir entschieden, Philadelphia an das Ende des Urlaubs zu legen und zunächst nach Baltimore und dann Richtung Chicago zu fahren. Baltimore ist eine wirklich interessante Stadt, der Inner Harbour ist überaus sehenswert. Und zu unserer Freude besserte sich das Wetter zusehends. Die Sonne lachte, und heute Abend war der Himmel königsblau. Anschließend ging es auf der I 83 Richtung Norden, unser Ziel für die zweite Nacht: die Hauptstadt von Pennsylvania, Harrisburg. Zuvor entdeckten wir aber noch einen Walmart in Shrewsberry, in dem wir uns erst einmal mit Lebensmitteln und weiteren Hemden eindeckten. Ein Zimmer fanden wir schließlich im La Quinta In, wenig Meilen von Harrisburg entfernt.

Nachdem wir eingecheckt hatten, besichtigten wir noch ein wenig die Hauptstadt. Sie ist wirklich schön, besonders das Capitol lohnt einen Besuch, und eingedenk der wundervollen Sonne wurde es ein wunderschöner Nachmittag.

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