Tagesarchiv für den 28. September 2009

Sep 28 2009

Profilbild von Pe

Den Moment des Augenblicks nutzen

Abgelegt unter USA 2009

Fotokuh in der Chocolate WorldWetter hin, Wetter her. Mittlerweile habe ich meine ganz eigene verworrene Theorie, was das selbige in den nördlicheren Gefilden der Vereinigte Staaten betrifft: es ist schlechter beziehungsweise kühler als in unseren Breitengraden und wechselhafter, zumindest derzeit, wo es in Aprillaune für den kleinen gewöhnlichen USA besuchenden Urlauber sämtliche Überraschungen bereithält.

Überraschungen schön und gut, aber was, wenn man planen möchte? Keine Chance. Im Moment heißt die Devise insofern: den Moment des Augenblicks leben. Vielleicht mit eine unserer ersten Erfahrungen dieses Urlaubs, die wir uns heute – vom Plan abweichend – zu Nutze machten. Gänzlich wider Erwarten und auch wider der Vorhersage des Weather-Channels frohlockte Harrisburg heute Morgen mit Sonneschein. War das zu fassen? Eigentlich hatten wir den Tag schon fast abgehakt, was das Thema Sightseeing betrifft, wollten stattdessen eine weite Wegstrecke zurücklegen, um dann irgendwo in einer Mall oder sonstwo noch ein bisschen amerikanisches Flair zu schnuppern beziehungsweise nach den ersten Mitbringseln für die zu Hause Gebliebenen suchen.

Aber es kam ganz anders!

Des Sonnescheins wegen nutzten wir, ich schrieb es ja eben, die Zeit vor Ort, wobei „vor Ort“ nicht hundertprozentig stimmt, aber zumindest gefühlt, da wir rund 16 Kilometer östlich fuhren, um in Amerikas Schokoladenhauptstadt, Hershey, zu landen. Wer je in den Staaten war oder mal auf einem amerikanischem Volksfest, kommt um die Produktpalette der Süßigkeiten von Hershey nicht herum, aber auch uns Europäern ist natürlich der Name KitKat ein Begriff. Wer sich ein wenig besser auskennt, wird gewiss schmunzeln, wenn ich an dieser Stelle erzähle, dass selbst die wuchtigen Straßenlaternen, das heißt deren Köpfe, die Form von „Kisses“ hatten. Aber nicht nur das! Nein, der Gründer der heute 13.000 Einwohner großen Stadt, Milton S. Hershey, war noch wesentlich einfallsreicher, in dem er beispielsweise ganze Straßenzüge mit schmackhaften Namen wie „Chocolate Avenue“ oder „Cocoa Avenue“ versah, die von einem, und das ist jetzt wirklich nicht gelogen, süßen Schokoladenduft erfüllt sind, was daran liegt, dass sich die Produktionsanlagen in diesen Straßen befinden.

Darüber zu schreiben und davon zu lesen, ist im übrigen das Eine, man muss wirklich mal durch die Straßen geschlendert sein, um sich mit seinem Geruchssinn so angenehm verführen zu lassen.

Im Anschluss sind wir noch zur Chocolate-World gefahren, wo wir an einer lauffaulen, da in kleinen Waggons chauffiert, Reise durch das Schokoladenimperium vom Kakaobohnenanbau bis zur Fabrikation teilnahmen. Da vor Ort absolut nichts los war, haben wir diese Runde sogar zwei Mal gedreht: das eine Mal zum Filmen und Fotografieren, das andere Mal, um uns den Informationen aus den Lautsprecher zu widmen.

Überraschenderweise, und hier wurde das Wetter dann endlich (und leider!) der Vorhersage gerecht, zog der Himmel sich mit einem Mal, und zwar schon zu jenem Zeitpunkt, als wir das Auto auf den Chocolate-World-Parkplatz abstellten, zu, und das in einem Tempo, als sei eine ganze Bande an muskulösen und arbeitsfreudigen Wolkenschiebern am Werk. Ruckzuck war Nacht. Aus diesem Grunde haben wir dann nach der Tour auch wieder unseren ursprünglichen Plan aufgegriffen: die Weiterfahrt nach Chicago mit Zwischenstopp in Pittsburgh, das wir uns heute gegebenenfalls noch ansehen wollten, was wir aber nicht mehr geschafft haben, weswegen wir es morgen auf jeden Fall realisieren werden – mit oder ohne Regen!

Wo wir uns jetzt befinden? Ganz ehrlich: irgendwo im nirgendwo, dem man aber doch einen Namen gegeben hat: New Stanton, einen knapp 2000 Einwohner zählenden Ort rund 25 Kilometer vor Pittsburgh.

Des Spaßes wegen sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass uns das Wetter auf dieser stundenlangen und heute leider auch wieder gebührenreichen Weiterfahrt ein breites Spektrum bot, von dem wir einmal mehr eine Sonnenphase für eine köstliche Starbucks-Kaffee-Pause nutzten.

Kommentare deaktiviert

Sep 28 2009

Profilbild von Pan

Tag 3: Harrisburg – Hershey – New Stanton

Abgelegt unter Allgemein,USA 2009

Singende MilchküheKnapp 214 Meilen sind wir heute gefahren, und nun rasten wir etwa 17 Meilen vor Pittsburgh, der zunächst letzten Station in Pennsylvania. Heute Morgen fuhren wir zunächst bei strahlendem Sonnenschein nach Hershey, jener Stadt, in der die bedeutendste Schokoladenfabrik der USA steht. Wer die USA besucht, stößt irgendwann unweigerlich auf Hershey’s, jener nach ihrem Erfinder benannten Schokolade. Es ist wirklich kein Scherz, aber der Name „The sweetest place on Earth“ ist passend, denn in den Straßen riecht es tatsächlich nach Schokolade. Wir besuchten anschließend die Chocolate World. Böses ahnend, was der Eintritt wohl kosten würde, waren wir schließlich freudig überrascht: Die Besichtigungstour, in der alles über die Herstellung von Schokolade erklärt wird, ist kostenlos. Und sie ist dabei wirklich ganz nett gemacht, kein Vergleich zu der miesen Coca-Cola-Tour in Atlanta, die wir vor einigen Jahren besuchten. Wir fuhren die Tour in den bereitstehenden Gondeln gleich zwei Mal, was ohne Probleme möglich war, da wir in der Nebensaison kamen und nur wenig los war.

Nach dem Besuch der Schokoladentour machten wir uns weiter auf dem Weg gen Westen nach Chicago, wo wir nun, wie erwähnt, 17 Meilen vor Pittsburgh übernachten. New Stanton selbst besteht aus ein paar Häusern, hat rund 2000 Einwohner, dafür aber eine Menge Motels. Im Quality Inn sind wir nun. Morgen früh geht es früh weiter, denn wenn alles klappt, wollen wir morgen Abend in Cincinnati sein.

Kommentare deaktiviert

Sep 28 2009

Profilbild von Pe

Ein “Toll”er Tag

Abgelegt unter USA 2009

Noch schaffen wir den amerikanischen Zeit-Rhythmus nicht, gehen stattdessen noch nach deutscher Zeitzone (gestern Abend um 20 Uhr Ortszeit hier) zu Bett, weswegen ich jetzt auch schon hellwach bin, aber das wird sich die nächsten Tage bestimmt geben. Zum Glück gibt es bereits ab 6 Uhr Frühstück, dann kommen wir auch zeitig los und haben mehr vom Tag. Hat wie üblich alles seine Vor- und Nachteile.

Philadelphia – Harrisburg

Da der amerikanische Wettergott bereits am Samstag, dem Tag unserer Landung, Philadelphia mit einem Meer an Tränen bedeckte, dessen Quell auch am Sonntag nicht zu versiegen schien, entschlossen wir kurzerhand, uns die fünf Millionen Einwohner Metropole erst am Ende unseres Urlaubs anzusehen, da wir ja auch wieder von Philadelphia abfliegen. Da für das rund zwei Stunden südwestliche Autofahrt entfernt gelegene Baltimore zumindest für den (Nach)Mittag Wetterbesserung versprochen wurde, entschlossen wir uns kurzerhand für dieses Ziel, auf dessen Straßen wir gestern an einem Tag insgesamt mehr „Toll“ (Straßen- und Brückengebühr) bezahlen mussten, als an einem gesamten Urlaub zuvor, weswegen uns die I 95 nicht unbedingt in guter Erinnerung bleiben wird.

Dafür wurden wir dann aber, in der bedeutenden Hafenstadt angekommen, mit dem nautischen Flair des inneren Hafens entlohnt. Erfreulicherweise hatte der Himmel inzwischen seine regenreichen Pforten geschlossen, so dass wir uns dort zumindest trockenen Fußes unter der grauen Wolkendecke, die inzwischen einigen kleinen blauen Flecken Platz machte, bewegen konnten, wenngleich die Wege noch immer gänzlich von Feuchtigkeit durchtränkt waren und große Pfützen erahnen ließen, welch wasserreiche Massen von Oben gekommen sein müssen.

Kapitol in HarrisburgWäre der Himmel in das von meinem Herzen ersehnte Fotografenblau getaucht gewesen, wären die Bilder vom ausgemusterten Leuchtschiff „Chesapeake“, das 40 Jahre lang als schwimmender Leuchtturm Dienst tat, das gefräßige (Haifischmaul aufgemalte) U-Boot „USS Torsk“, welches übrigens das letzte intakte Kriegsschiff, das den japanischen Angriff auf Pearl Harbour überstand, ist, die 1797 vom Stapel gelaufene Fregatte „Constellation“, die farbenreichen kleinen Drachenboote sowie das auf Spinnenbeinen stehende Seven Foot Knoll Lighthouse und all die übrigen reizenden kleinen Details wie die Hängebrücken oder die fast zur Ohnmacht betäubend duftenden Blumenampeln, ganz gewiss atemberaubend gewesen, da auch die umstehenden Gebäude, vornehmlich Museen, sich mit ihren Formen architektonisch harmonisch in das Gesamtbild einfügten.

Da unser westlichstes Ziel dieses Urlaubs aber Chicago heißt, haben wir uns gestern dann aber auch ganz grob auf die Route dorthin begeben, um in Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania, einen ersten Zwischenstopp einzulegen. Nachdem wir ein Hotel, von dem wir kostenfrei ins Internet kommen, gefunden haben, begaben wir uns auch gleich wieder Richtung Downtown, weil wir uns an dem baulichen Geschmack von US-Präsident Theodore Roosevelt, der das Kapitol des Bundesstaats Pennsylvania als das schönste Gebäude, das er je gesehen hatte, beschrieb, laben wollten. Und wahrlich: er hatte Recht! Das marmorne Ambiente mit eleganten Treppen, Denkmälern und Skulpturen sowie der Wasser spielende Brunnen im weitflächigen Terrain erschloss uns ein bauliches Schmuckstück, das sowohl vom Petersdom in Rom als auch von der Pariser Oper Inspiration erhielt.

Und was steht heute auf dem Programm?

Hmmm, so genau weiß ich das noch nicht. Irgendwas was auf jeden Fall Richtung Chicago liegt.

Kommentare deaktiviert