Tagesarchiv für den 8. Oktober 2009

Okt 08 2009

Profilbild von Pe

Gefühlt vorbei (und vorzeitiges Fazit)

Abgelegt unter USA 2009

Obwohl Boston heute superschön, sauber und sicher war, habe ich mit diesem Urlaub bereits abgeschlossen. Was soll jetzt noch kommen? Wir sitzen knapp 300 Kilometer von Philadelphia, unserem Ankunfts- und Abflugsort, in West Haven in dem schäbigsten Hotel dieses Urlaubs, in dem wir einmal mehr eine dieser „wir-kamen-heute-leider-nicht-weiter-Übernachtungen“ einlegen, fest. Diesen Umstand alleine betrachtet, wäre das natürlich noch kein Drama, über dass es sich ein Wort zu verlieren lohnt, vielleicht ein stilles in-sich-hinein-Bedauern, ja, aber keines, das den morgigen letzten Urlaubstag bereits heute abhakt.

Nachdem wir aber bereits gleich nach unserer Ankunft in Philadelphia mit schlechtem Wetter empfangen wurden und uns deswegen – auf Wetterbesserung hoffend – dazu entschlossen hatten, die Stadt am Ende des Urlaubs zu besichtigen, welcher nun aber gleichermaßen verregnet endet, bin ich wirklich betrübt.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich heute in der heimischen Tageszeitung las, dass gestern mit 25,7 Grad vor Ort Temperaturgeschichte (seit Aufzeichnung der Wetterdaten) geschrieben wurde. Während wir also in der Ferne der heimischen Tristesse zu entkommen gedachten, lehrte uns die Erfahrung eines Besseren. Den für die Jahreszeit üblichen Temperaturen unserer gewählten Urlaubsregion gemäß hatte ich in meinem Koffer auch nur einen warmen Pullover dabei, ansonsten T-Shirts und kurzärmelige Hemden. Fakt ist, dass es keinen einzigen Tag gab, an dem wir nur mit T-Shirt bekleidet außer Haus gehen konnten, sondern uns stattdessen noch mit weiteren langärmeligen Pullovern eindeckten mussten. Vier regenfreie Tage sind für zwei Wochen Urlaub auch wirklich keine gute Quote! Wären wir also zuhause geblieben, hätten wir wenigstens gestern ein wenig Sommer im Herbst gehabt.

Doch nun noch kurz zu Boston, der hübschen von europäischem Flair gekennzeichten Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts, die sich uns heute bei sonnigen 18 Grad unter blauem Himmel feilbot. Wer je in der rund 600.000 Einwohner zählenden, größten Stadt Neuenglands war, wird um den Freedom-Trail, Amerikas Pfad der Freiheit, nicht herumgekommen sein. Kann man ja auch gar nicht, da er sich wie ein roter Faden durch die Stadt zieht. Genauer gesagt handelt es sich hierbei nicht um einen roten Faden, sondern eine rote Pflasterspur, die an sechzehn historischen Stätten in der Stadt, von denen einige mit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung zu tun haben, vorbeiführt. Obwohl der Besichtigungsweg nur rund vier Kilometer lang ist, haben wir uns nicht alle ansehen können, da wir an den Stationen nicht einfach vorbeieilten, sondern sie auf uns haben wirken lassen. Die für uns wichtigsten haben wir aber gesehen. Sei es der Boston Common, der älteste öffentliche Park in den USA, das State House, Regierungssitz und Parlament des Bundesstaates Massachusetts, die evangelische Park Street Church, die das Wahrzeichen von Downtown Boston ist, der Old Granary Burial Ground, ein Friedhof, auf dem sich die Gräber von amerikanischen Patrioten, wie den Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung, befinden, was ich aber höchst unspektakulär fand, das Old State House, Bostons ältestes öffentliches Gebäude, ein kleines Haus zwischen großen Wolkenkratzern, ferner die erste öffentliche Schule Amerikas sowie die Markt- und Versammlungshalle Faneuil Hall und Bostons populärstes Touristenzentrum, Quincy Market.

Klar wären wir gerne länger geblieben, um dieser wohlhabenden Stadt das gebührende Interesse entgegen zu bringen, doch nachdem wir in Chicago einen Tag länger verweilt haben, als wir es ursprünglich eingeplant hatten, fehlt uns nun dieser besagte Tag.

Auf unserem Weg nach Philadelphia werden wir morgen auch an New York City, das rund 120 Kilometer von hier entfernt liegt, vorbeifahren. Bei passendem Wetter wäre auch das ein spannender Abstecher gewesen, gleichwohl wir die Stadt schon gesehen haben. Aber New York ist natürlich immer einen Besuch wert. Stellt sich nur die Frage, ob wir da wirklich mit dem Auto hätten rein fahren wollen. Ich glaube eher weniger. Mangels Zeit und besseren Wetters müssen wir uns über diese Frage aber nicht den Kopf zerbrechen.

Kommentare deaktiviert

Okt 08 2009

Profilbild von Pan

Tag 13: Syracuse – Boston – West Haven

Abgelegt unter USA 2009

Rund 230 Jahre zurück in die Vergangenheit führte uns der heutige Tag. Für einige Stunden waren wir Gast in der Hauptstadt von Massachusetts, Boston, und begaben uns auf den Freedom Trail. Wir sahen unter anderem das Old State House, das neue State House (eine Besichtigung von Innen lohnt ebenfalls), besuchten die Gräber von drei Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung und lernten eine wirklich schöne und aufgeräumte Stadt kennen, die uns wahrhaft gefallen hat. Leider war unser Besuch viel zu kurz, was alleine dadurch geschuldet war, dass wir in der ersten Woche wegen des Dauerregens unsere gesamte Route umplanen mussten und daher später als gedacht in Chicago ankamen. Folglich hatten wir für die Rückfahrt nach Osten bis nach Boston einfach zu wenig Zeit, weshalb wir in den vergangenen Tagen viele Städte nur per Zwischenstopp anschauen konnten. Wir haben jede Menge Appetitmacher gesehen, die einen weiteren Besuch nötig machen sollten.

Boston, Grab von Samual Adams

Womit wir mal wieder beim Wetter wären. Heute hatten wir wirklich Glück, die Sonne schien, die Temperaturen waren bei etwa 20 Grad sehr angenehm, doch für morgen ist mal wieder Katastrophenwetter angesagt. Wie schon so oft: Regen. Das heißt, wir können es ganz ruhig angehen lassen, die Fahrt nach Philadelphia könnten wir uns im Prinzip auch sparen, denn es soll regnen. Den ganzen Tag. Ach ja: Bis gegen Samstag Mittag regnet es, die Sonne kommt laut Wettervorhersage dann durch die Wolken, wenn wir am Flughafen sein müssen. Das nenne ich perfektes Timing!

Jetzt sitzen wir in einem Motel in West Haven im Bundesstaat Connecticut. Kennt keiner, muss man auch nicht, wir schlafen hier nur. Morgen geht es an New York vorbei bis nach Philadelphia, wo am Samstag der Flieger abheben wird. Traurig einerseits, aber vielleicht regnet es in Deutschland ja weniger.

Kommentare deaktiviert