Sep 18 2011
Ins Ungewisse hinab
Manchmal ist Weihnachten erst im September. So jedenfalls in diesem Jahr, denn am heutigen Sonntag konnten wir endlich Pes Weihnachtsgeschenk an mich einlösen. Eine Höhlenexkursion hatte sie sich ausgedacht, und heute war der letzte Tag, an dem wir den Gutschein nutzen konnten. Um 6 Uhr morgens ging es los, und 370 Kilometer Fahrt später, davon die meiste Zeit durch strömenden Regen, kamen wir am Treffpunkt in Kochel am See an. Und um es vorweg zu nehmen: Die acht Stunden Autofahrt waren es Wert, denn das Höhlenerlebnis war auch wirklich eins.
Zunächst aber hieß es vom Treffpunkt in Kochel zum Angerloch zu fahren, wie die Höhle heißt. In der Vorankündigung stand, man müsse rund 25 Meter Höhenmeter überwinden, um den Eingang zur Höhle zu erreichen. Das war bei dem mittlerweile strömenden Regen und bei rund 12 Grad gar nicht so leicht, doch unsere beiden Führerinnen Barbara und Kristina meinten ganz ruhig, es sei heute bestes Höhlenwetter.
Da hatten sie – wie sich herausstellen sollte – eindeutig recht, denn das Wetter draußen hatte unsere Gruppe von zehn Personen ganz schnell vergessen, als wir die Höhle schließlich betraten. Der Einstieg war auch schon fast der leichteste Teil der Route, denn was folgte, waren viele enge Stellen und Kletterpassagen, die zwar recht einfach zu bewältigen waren, aber einen mental manchmal herausforderten, da man eben nicht sah, wohin es ging. Bewaffnet waren wir nur mit einer Stirnlampe, einem Helm und einem Klettergurt; es war stockdunkel, kein Tageslicht drang in das unbekannte Dunkle hinein, was die Tour natürlich noch spannender machte. Lediglich unsere kleinen LED-Lampen sorgten für die Beleuchtung. Und so krochen, kletterten und karxelten wir fast 600 Meter tief in die Höhle hinein, die offenbar zwei Etagen hat, denn es ging immer tiefer hinab in den Berg, vorbei durch schmale Gassen, durch kleine Flüsse und durch sehenswerte Hallen. Ein Erlebnis, das man jedem nur empfehlen kann und das auch für jeden gut zu schaffen ist, wenn man sachkundige Führung dabei hat. Denn eines ist gewiss: Ohne das passende Kletterzeug wie Leitern oder Seil und ohne die Erfahrung der beiden Führerinnen ist es schwierig , die Höhle zu erforschen.
Dass wir am Ende “wie Sau” aussahen, lag nicht nur an der Kraxelei in der Höhle, sondern auch an dem Abstieg. Wir mussten durch strömenden Regen wieder hinab zu den Autos, und das war bei dem matschigen und rutschigen Boden gar nicht so leicht. Zu unserer Überraschung war der kleine Wasserfall, den wir auf dem Hinweg gesehen hatten, jetzt ein richtig tosendes Gewässer geworden. Das machte jedem deutlich, wie schnell innerhalb weniger Stunden Wasser an Kraft gewinnen kann.
Kurz gesagt: Die Höhlenexkurson war ein tolles Erlebnis, das wir jedem, der keine Angst vor Dunkelheit hat und der ein wenig beweglich ist, nur empfehlen können. Toll!
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