Archiv für die Kategorie 'Kurzurlaub'

Aug 13 2010

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Tag 2: Am Puls der katalonischen Metropole

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Nach anfänglichen Jubelrufen meinerseits und ein paar vorsichtigen Freudensprüngen auf dem Bett, als ich den blauen Himmel heute Morgen sah, besann sich das Wetter aber wieder ganz schnell eines Schlechteren, um uns bei gänzlich bedecktem Himmel – der Luftfeuchtigkeit wegen – gefühlt eher thailändische Bedingungen aufzutischen. Demgemäß wurde der erste Tag Stadtbesichtigung heute auch zu einer echten Herausforderung für unseren Kreislauf, den wir mehr oder minder bravourös und mit kleinen schwächelnden Etappen gut überstanden haben.

Nachdem wir diesmal vergessen haben, in unserem Hotel das Frühstück mitzubuchen, haben wir uns heute Morgen kurzerhand selbst auf dem Weg nach einem Cafe gemacht und strandeten schließlich völlig zufällig bei „Francesco“, einem, wie Pan meinte, gänzlich spanisch sprechendem Lokal, in welchem wir uns – trotz einer missverstandenen Fehlbestellung – köstlich stärkten.

Diese Stärke war meines Erachtens aber auch von Nöten, um sich durch die Ramblas, laut Reiseführer dem „pulsierenden Herzen der katalanischen Metropole“ zu quälen. Verdrießlich war an dem Flanieren über die 1,3 Kilometer langen Straße, die sich in mehrere Abschnitte gliedert, vor allen aber Dingen die Fülle an Menschen – etwas, was ich so gar nicht mag. Letztlich, so ausgeprägt ist es mir auch noch nie anderswo aufgefallen, scheint es hier nur darum zu gehen, den Touristen zu bespaßen oder ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen, sei es als Hütchenspieler, sei es als lebende Statue, sei es Karikaturist, Blumenverkäufer oder was auch immer. Und genau hier ist auch die Gefahr vor Taschendieben sehr groß. Witzigerweise haben wir heute sogar mitbekommen, wie ein Kleinkrimineller auf dem Placa Reial vor der Polizei Reißaus nahm und diese ihn zu viert verfolgte. Apropos Polizei: eins ist mir heute besonders aufgefallen – in Barcelona trumpft die Polizei mit Omnipräsenz, wobei in diesem Zusammenhang die Frage nach dem Warum bleibt.

Gibt’s so viele Polizisten, weil es so viele Kriminelle gibt? Oder soll mir deren Präsenz lediglich das subjektive Sicherheitsgefühl erhöht werden? Vermutlich vermengt sich beides ein wenig.

Ein wahres Feuerwerk an Gerüchen bot dann aber schließlich der farbenprächtige Mercat de la Boqueria, der sich direkt an der Rambla befindet. Beim größten Markt der Stadt, der rund 800 Stände umfasst, findet man auch nahezu alles – und das frisch – , was das kulinarische Herz begehrt: Seien es Süßigkeiten, Honig, Käse, erlesene Öle, Oliven, einheimisches oder exotisches Obst oder Gemüse, Fleisch, Schinken, Fisch oder Meeresfrüchte. Wir selbst haben uns übrigens mit zwei profan belegten Baguettes zufrieden gegeben.

Im Anschluss daran sind wir über die Klappbrücke Rambla del Mar, die wegen ihrer wellenförmigen Bauweise zu einem Magneten für Besucher geworden ist, zum Hafen gegangen, um ein wenig maritimes Flair zu schnuppern. Von hier aus war es dann auch nicht mehr so weit bis zum Port Olimpic, dem Olympischen Hafen, der 1992 zum Anlass der Olympischen Spiele in Barcelona erbaut wurde und heute zu den beliebtesten Gegenden in der Metropole zählt.
Ein witziges Fotomotiv hier, das sich aber leider nicht so gut einzufangen lässt, ist ein 50 Meter großer, kupfern glänzender Stahlfisch, der zwischen zwei Zwillings-Hochhäusern steht.

Naja, und wo der Hafen ist, ist der Strand natürlich auch nicht mehr weit, insofern haben wir uns noch ein wenig am beliebten Barceloneta aufgehalten, um den Abend allmählich ausklingen zu lassen, bevor wir uns völlig erschöpft auf den Rückweg ins Hotel gemacht haben.

Nur mal am Rande erwähnt: Mit ihren vielen Palmen, den kleinen Gassen, den Trinkbrunnen, der Genussfreude beim Essen und der herzlich kommunikativen Art, sprüht die Stadt mit ihren Bewohnern übrigens vor südländischem Flair, was einen ganz besonderen Reiz in sich birgt.

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Aug 12 2010

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Tag 1: Regen in Barcelona

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Vier Tage Barcelona, eine Stadt, von der mir bisher nur Gutes erzählt wurde. Gut präsentierte sie sich aber heute nicht, denn unser abendlicher Spaziergang nach dem Einchecken ins Hotel fiel ins Wasser. Es blitzte und donnerte, so dass wir im Hotel blieben. Das war alles halb so schlimm, immerhin erreichten wir unsere Unterkunft für die kommenden vier Tage erst gegen 20 Uhr.

Das Hotel ist sehr schön, zentral gelegen, die Zimmer sind sauber, und so sind wier hier sicher untergebracht. Sichern müssen wir uns aber vor Taschendieben, die soll es zur Zeit haufenweise in der Stadt geben. Müssen wir halt aufpassen und nur das Nötigste mitnehmen.

Einziger kleiner Haken für morgen früh: Wir haben kein Frühstück gebucht. Egal, dann suchen uns nach dem Aufstehen ein kleines schnuckeliges Cafe, in dem wir den Tag entspannt beginnen lassen können.

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Jul 11 2010

Profilbild von Pe

Tag 3: Absurden Ideen auf der Spur

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Der 72 Meter hohe Turm im Olympiastadion bietet eine umfassende Aussicht über die Stadt.Das erste, was wir heute gemacht haben, als wir das Hotel verließen, war Pan eine schützende Kopfbedeckung zu organisieren, da er seine zuhause vergessen hat und die gestrige Sonne ihn abends nach eigenem Bekunden wie ein „Streichholz“ hat aussehen lassen. Dümmlicherweise ist mir das gestern unterwegs aber nicht aufgefallen, weil wir aufgrund der starken Helligkeit und der Sonneneinstrahlung ohnehin meist mit verkniffenen Augen durch die Stadt zogen.
Als Pan es dann zu spüren begann, waren wir leider schon auf der Festungsinsel, wo es weder Sonnencreme noch Kopfbedeckungen gab. Ausstaffiert mit einer schicken Kappe, die zudem günstig war, machten wir einen kurzen Abstecher am Bahnhof, um uns in Roberts Kaffee eine vorzügliche Cafe Latte zu gönnen, die wir gestern Abend das erste Mal genossen. Ähnlich wie beim Dom, wenn auch nicht in solch einem ausgeprägten Maße, spielt das Bauwerk Bahnhof mit Gegensätzen, nämlich einem funktional gestalteten Inneren und – dies trifft aber nur auf die vordere Fassade zu – einem schmucken Äußeren mit monumental steinernen Lampenträgern, die die Wahrzeichen des Bahnhofs sind.

Von hier setzten wir unsere Besichtigungstour auf sehr komfortable Art fort, nämlich mit der Straßenbahnlinie 3T, später mit der 3 B, die die selbe Strecke in entgegengesetzter Richtung fährt. Vorteilhaft an diesen Rundlinien ist die Tatsache, dass die Strecken in Form einer Acht viele touristische Highlights streifen.

Fabi und Bob im spielerischen Nahkampf.Am Olympiastadion stiegen wir dann aber aus, um uns den Schauplatz großer Ereignisse, die im Jahre 1952 bei den XV. Olympischen Sommerspielen ihren Höhepunkt fanden, anzusehen. Wirklich sehenswert ist dort meines Erachtens aber nur der 72 Meter hohe Stadionturm, der eine umfassende Aussicht über die Stadt bietet. Wesentlich unterhaltsamer fand ich dagegen zwei junge Männer, die auf einer kleinen Wiese so etwas wie Kapoeira praktizierten, was an sich nicht weiter erwähnenswert gewesen wäre, wenn, ja wenn unsere Kleinen das nicht zum Nachmachen animiert hätte. In absehbarer Zeit wird auf deren Seite aber auch ein Film davon zu sehen sein. Wir hatten auf jeden Fall großen Spaß.

Auf dem Weg zur Felsenkirche, unserem nächsten Ziel, auf das ich wirklich gespannt war, streiften wir unverhofft auch die Finnische Nationaloper, deren schneeweißes Gebäude jedoch eher Hochschulcharakter aufweist als Kultur verströmt. Im Stadtteil Töölö angekommen offenbarte sich uns schließlich die geheiligte Stätte, die im Reiseführer mit einem eher abscheulichen Foto von einem Besuch abhielt, obwohl die Information, dass der runde Kirchenraum in den Fels hineingesprengt wurde, schon allein der absurden Idee wegen ein Muss für uns darstellte. Tja, was soll ich sagen? Die Szenerie fotografisch ansprechend darzustellen, ist auch mir nicht gelungen, weshalb ich ungeachtet dessen aber trotzdem jedem Helsinki-Besucher empfehlen würde, diesen Weg nach Töölö auf sich zu nehmen, zumal der Fels, der die Wände bildet, ja auch noch „lebt“ und es durchaus beeindruckend ist, feuchte Wände zu spüren, die nichts mit baulichen Mängeln zu tun haben. Interessant ist darüber hinaus die Möglichkeit, sich die Felskirche von oben anzuschauen, die man über die äußeren Felsen erklimmen kann und darf.

Von Wildblumen bewachsene Felsen im Brunnenpark, die zum Verweilen einladen.Nachdem wir zu diesem Zeitpunkt (17.30 Uhr) zu unserem großen Bedauern festgestellt haben, dass das Freiluftmuseum heute schon um 17 Uhr geschlossen hat, entschieden wir uns kurzerhand und alternativ für den Brunnenpark, dessen Name nichts mit irgendwelchen Wasserquellen oder –spielen zu tun hat, sondern einer der grünsten Flecken Erde im südlichen Innenstadtbereich ist, der einst die Kuranlage Helsinkis für Gäste der feinen Gesellschaft und für Adlige aus dem ferneren Russland war. Die am Meeresufer gelegene Hügellandschaft mit altem Baumbestand und Wiesenflächen begeisterte mich vornehmlich mal wieder wegen der Felsen, die die ganze Stadt zu durchziehen scheinen. Die Gunst der sich hier so viel Zeit lassenden untergehenden Sonne nutzend verweilten auch wir auf einem mit Wildblumen bewachsenem Felsen, um den malerischen Ausblick auf die Schären zu genießen.

Zum Abschluss des Tages haben wir uns im Stadtteil Katajanokka schließlich noch die zweitgrößte (nur die von Russland ist größer) Eisbrecherflotte der Welt angesehen, die im Winter den Kampf gegen zufrierende Fahrrinnen aufnehmen und dafür sorgen, dass der Fracht- und Fährverkehr nicht zum Erliegen kommt. Wirklich schade, da ich kein Tele-Objektiv mit dabei hatte, fand ich die Tatsache, dass man die Schiffe nur von der Ferne vorteilhaft fotografieren kann, da ansonsten Hindernisse das Motiv säumen oder Zäune den Weg versperren.

Leider geht es ja schon morgen wieder zurück, während wir gerne noch zwei, drei Tage geblieben wären.

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Jul 10 2010

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Tag 2: Markante Wahrzeichen und schroffe Felsen

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Attraktives Fotomotiv: die Domkirche.Obwohl ich Sommer, Sonne und warme Temperaturen über alles liebe, war ich heute ganz besonders froh, diesen Tag in Helsinki und nicht in Würzburg verbracht zu haben, denn bei über 35 Grad ist die Stadt wegen ihrer Kessellage kein sonderliches Vergnügen, selbst wenn man den Tag im Schwimmbad verbringt, das bei dieser Hitze zum einen sowieso überlaufen ist und zum anderen von der Wassertemperatur auch keine wirkliche Erfrischung mehr bietet.

Die Küstenstadt Helsinki frohlockte stattdessen mit strahlend blauem Himmel bei 25 Grad und einer steten Brise von der Ostsee, also idealen Bedingungen für eine Stadtbesichtigung.

Ausgeschlafen, geduscht und gestärkt von einem schmackhaften Frühstück verließen wir gegen 12.30 Uhr (11.30 Uhr deutscher Zeit) das Hotel, um uns ins historische Zentrum der Stadt zu begeben, wo wir zunächst das wohl bekannteste Bauwerk Finnlands, den markant in Szene gesetzten, weiß strahlenden Dom, der mit seinen Säulen und goldverzierten grünen Kuppeln ein attraktives Fotomotiv bot, sowie den Senatsplatz anvisierten. Letztgenannter repräsentiert das Zentrum des kirchlichen, des Verwaltungs- und Universitätslebens der Stadt. Laut Auskünften unseres Reiseführers soll das kleines Pendant zum großen St. Petersburg sogar einer der schönsten Plätze Europas und darüber hinaus sein. Eine Meinung, die ich, wenn ich den Platz als solchen alleine beurteilen sollte, nicht teilen kann, wobei ich in einem Stadtführer gelesen habe, dass der Platz mit den angrenzenden Bauwerken des Doms, des Regierungspalais, dem Hauptgebäude der Universität und der Nationalbibliothek als Ensemble gilt. Als neoklassizistisches Gesamtpaket bietet die Umgebung aber durchaus eine reizvolle Kulisse, wenngleich ich vom überaus kargen Innenraum der Domkirche, die mit ihrem imposanten Äußeren hervorsticht, überrascht war. Aber gut. Kirchen von außen sind mir fast ausnahmslos lieber als von innen.

Unseren nächsten Stopp legten wir am pulsierenden Marktviertel ein, das direkt am Hafen liegt, wo unter anderem Schärenfischer und –bauer direkt von ihren Booten am Pier aus ihre Ware veräußern. Hier, auf Helsinkis buntest- und bekanntestem Markt, werden neben den herkömmlichen Marktprodukten, die zu horrenden Preisen (500 Gramm Erdbeeren für 4 Euro) feilgeboten werden, aber auch Handarbeiten und Souvenirs verkauft, an denen wir aber desinteressiert vorbeizogen. Und auch die Anlaufstelle für Feinschmecker, die alte Markthalle, die neben vielen Delikatessen auch lappländische Spezialitäten bietet, stieß bei uns auf wenig Gaumenfreude, obwohl mich ein kleines Paket Schoko-Chili-Kaffee schon sehr gereizt hätte, dabei aber weniger wegen des Geschmacks, sondern viel mehr wegen des betörenden Dufts, für den ich fast die Packung heimlich aufgerissen hätte.

Schroffe Felsen und rauhe Natur mitten auf Suomenlinna.Den überwiegenden Teil des Tages haben wir uns aber auf einer der größten Seefestungen der Welt, Suomenlinna, aufgehalten. Die auf Inseln vor Helsinki gebaute, 60 Hektar große Garnisonsstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, haben wir nach einer 15-minütigen Überfahrt mit der Fähre, die wir vorteilhafterweise sogar kostenfrei mit den innerstädtischen Fahrscheinen nutzen konnten, erreicht. Neben all den vielen offiziellen Sehenswürdigkeiten, die es dort zu begutachten gibt, hat mich vor allen Dingen eines begeistert, was ich so zuvor noch nie gesehen habe: Badefelsen, die zum Teil unter recht waghalsigen Umständen zugänglich waren. An der unbekannten Mischung aus schroffen Felsen, rauer Natur und windresistenten Badegästen, die entspannt der Sonne frönten, konnte ich mich nicht satt sehen. Hätte des Pans Sonnenbrand und unser Flüssigkeitsmangel uns nicht zum Weitergehen gemahnt, säße ich jetzt vermutlich noch immer dort, um das unbegreiflich ursprünglich-natural Schöne in mich aufzusaugen. Alternativ habe ich die Bilder dieser Szenerie jetzt im Herzen meiner Erinnerung gespeichert, wo ich unabhängig von äußeren Umständen jederzeit darauf zugreifen kann, um in dunklen Momenten vielleicht aus dem Quell des Kraftvollen schöpfen zu können.

Eindrucksvoller roter Backsteinbau mit 13 vergoldeten Kuppeln, der erhöht auf felsigem Grund liegt: die Uspenski-Kathedrale.Als wir Stunden später wieder Festland unter den Füßen hatten, haben wir uns noch die größte orthodoxe Kirche Westeuropas, die Uspenski-Kathedrale, einen eindrucksvollen roten Backsteinbau mit 13 vergoldeten Kuppeln, der im Innern mit mächtigen Granitsäulen und viel Vergoldung für feierliche Stimmung sorgt, angesehen.

Auf dem Nachhauseweg streiften wir auch Helsinkis grüne Oase mitten in der Stadt, den Esplanadenpark, der im Sommer von einer bunten Mischung aus Helsinkiern, Touristen, Nachwuchskünstlern, Artisten und Gauklern, bevölkert wird. Während unseres Aufenthaltes in dem viel größer gedachten Parks lauschten wir den „lieblichen“ Klängen einer älteren Dame, die ihre Gesangeskünste schüchtern ins Mikrofon hauchte. In der Ferne sah ich zudem, wie ein Elvis-Double Zuschauer um sich versammelte und für seine Darbietungen großen Beifall bekam.

Für morgen haben wir diverse Anlaufpunkte wie Felsenkirche, Olympiastadion oder das älteste und größte Freilichtmuseum Finnlands, das auf einer eigenen Insel liegt, eingeplant. Ob wir all das schaffen, sei mal dahingestellt, obwohl das auch gar nicht von Bedeutung ist, sondern ausnahmslos nur der Moment, in dem wir sind und uns mit dem, was wir gerade sehen und tun, wohlfühlen.
Uns im Urlaub wegen irgendwelcher Sehenswürdigkeiten zu hetzen, käme uns nicht in den Sinn. Nein, wir spulen kein Programm ab, sondern leben eher nach dem Motto: wir bleiben überall so lange, bis wir all das, was wir sehen wollen, auch gesehen haben. Manchmal ist weniger eben mehr, aber wenn mehr geht, nehmen wir gerne auch mehr mit.

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Jul 09 2010

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Tag 1: Dunkler Tag mit hellem Ende

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Was für ein Licht! Warme Farben, die einen mit ihrem Spektrum wie gute Freunde vertrauensvoll in den Bann ziehen und auf individuelle Weise faszinieren. Ein Licht, mit dem man meines Erachtens grundsätzlich alle Träume ausstaffieren sollte, um ein sorgloses Ambiente für den Träumenden zu schaffen. Ein Licht, das vermutlich nur in skandinavischen Ländern um die Midsommarzeit herrscht. Und noch viel mehr ein Licht, das mich stehenbleiben und staunen lässt.

BootKurzum: Helsinki zu Zeiten des Sonnenuntergangs, also der langen Phase, die die Stadt in ein ganz besonderes Licht taucht, wobei nicht der Sonnenuntergang als solcher das betörende ist, sondern die intensiven Goldtöne, die er der Stadt spendet, so als läge über ihr eine Schicht schimmernden Sternenstaubs.

Fatalerweise wäre uns dieses Licht heute aber fast verwehrt geblieben, weil das Unheil sich ausgerechnet unsere Bahnstrecke als tragische Bühne gesucht hat und dadurch zeitlich im höchsten Maße in Bedrängnis brachte.

Was war passiert? Drei Kinder spielten auf den Gleisen der Schnellstrecke, wo sie von dem vor uns fahrenden Zug überfahren wurden. Ein Drama – für die Eltern und für den Zugführer! Wie es dazu kam, wissen wir natürlich nicht, hat uns ja auch nichts anzugehen. Anfänglich wurden wir wegen eines „Personenschadens“ umgeleitet. Später, nachdem sich wohl einige Fahrgäste beschwert hatten, gab der Zugführer für „die Zweifler“, wie er sagte, die oben erwähnten Informationen bekannt. Fakt ist, dass zunächst von 45 Minuten Zeitverzögerung die Rede war, später von 60. Letztlich schwanden unsere Chancen, den Flieger (um 14.55 Uhr) noch rechtzeitig zu erreichen, aber immer mehr. Aufgrund der Verspätung haben wir Berlin Hauptbahnhof letztendlich erst um 14 Uhr erreicht. Und von hier aus quälten wir uns dann sogar noch einmal knapp 30 Minuten bis zum Flughafen durch. Unsere Nerven lagen blank. Während der Pan seiner das-Glas-ist-halbleer-Theorie frönte, frei nach dem Motto „jetzt ist es ohnehin vorbei“, schwieg ich vor Entsetzen. Ungeachtet dessen wollten wir den letzten Funken Hoffnung natürlich auch nicht aufgeben. Vermutlich war es ohnehin mehr Verzweiflung, die uns in emotionaler Schockstarre wie getriebene Roboter durch die Stadt peitschte. Ankommen lautete das Ziel. Ankommen auf Teufel komm raus. Und koste es unser Leben.

Am Flughafen bekam die ganze Situation noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Bei sengender Hitze rannten wir querfeldein, um das etwas abgelegene Terminal C zu erreichen, wo wir sofort jemanden um Hilfe fragten. Eigentlich war das Gate schon geschlossen, aber man telefonierte und bemühte sich. Mir schwanden die Sinne. Sollte es das jetzt gewesen sein? Nein, war es zum Glück nicht! Man deklarierte uns zur ganz besonderen Ausnahme. Ich hätte heulen können vor Glück, doch dafür blieb auch keine Zeit. Wir mussten ja schließlich noch Einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Also rannten wir weiter, … und weiter … und stießen überall auf offene Türen und freundliche Menschen, die es uns ermöglichten, dass wir den heutigen Flug nach Helsinki doch noch geschafft haben. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch einmal Danke sagen, auch wenn es die Betreffenden hier niemals zu Gesicht bekommen. Selbstverständlich war deren zuvorkommendes Verhalten auf jeden Fall nicht.

Eine der bekanntesten Bars in Helsinkis Zentrum trägt den Namen Zetor, in deren Räumlichkeiten zahlreiche Traktoren dieser Marke stehen.Nachdem unser Mitkommen gesichert war, war uns beiden eine riesige Last von den Schultern genommen. Ich konnte plötzlich auch wieder lachen und fühlte mich so unendlich entspannt, dass ich glaubte, die ganze Welt befrieden zu können.

Im Flugzeug selbst lernten wir eine nette und aufgeschlossene Finnin kennen, die uns mit ein paar der landestypischen Gepflogenheiten vertraut machte und uns darüber hinaus mit einigen Reise-Tipps versorgte.

Nachdem wir unser Hilton Helsinki Strand-Hotel erreicht hatten, das nur zwei Metro-Stationen vom Bahnhof entfernt liegt, zogen wir noch einmal los, um erste Eindrücke rund um unseren vorübergehenden Wohnort herum zu sammeln und um ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln, aber auch um den Strand zu finden, den es seltsamerweise gar nicht gibt. Während dieser Exkursion stießen wir, ohne sie bewusst gesucht zu haben, auch auf Kultkneipe Zetor, in der diverse Traktoren stehen, an denen gegessen und getrunken wird.

Der Midsommar lässt übrigens fast jegliches Zeitgefühl schwinden. 23.30 Uhr. Und draußen ist es hell. Wie müde ich wirklich bin, merke ich erst jetzt, wo ich mich zum ersten Mal seit heute Morgen meiner Schuhe entledige.

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Jun 13 2010

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Tag 3: Vom Nebel verschluckt

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Gestern Glück, vorgestern Glück. War ja klar, dass das nicht so weitergehen konnte. Schade, denn eigentlich hätten wir nur noch den heutigen Tag gebraucht, denn schon ab morgen schallt der Ruf der Pflicht wieder als Echo aus den Bergen, in den wir uns heute noch tummelten.

„Wer fährt denn heute auf den Wendelstein?“, hatte uns der Busfahrer noch gefragt, als wir von unserer Bergtour wieder im Tal waren. „Heut sieht man doch gar nichts“. Recht hat er. Und doch, was hätten wir tun sollen? Auf schöneres Wetter warten? Wann und wo?  Laut seinen Auskünften gibt es ohnehin nur 20 Tage im Jahr, an denen das Wetter auf dem Berg eine grandiose Fernsicht verspricht. Und da es die Internetseite www.heute-ist-einer-dieser-formidablen-20-Tage-auf-dem-wendelstein.de noch nicht gibt und wir ohnehin nur noch diesen einen Tag hatten, dachten wir uns: besser bei Nebel auf dem Berg gewesen zu sein, als gar nicht. Aber das Wetter war leider nicht das einzige, das uns heute nicht hold war. Nein, bedauerlicher Weise auch Deutschlands höchstes Naturjuwel, die Schauhöhle auf dem Wendelstein, die noch bis im Juli energieeffizienter in Szene gesetzt wird. Hierüber war ich wirklich sehr traurig, weil ich mich rein aufgrund der im Vorfeld gesehenen Bilder schon sehr darauf gefreut habe.

Die Fahrt mit der ältesten Zahnradbahn Deutschlands hingegen, die sich keuchend den Weg nach oben kämpfte, war umso beeindruckender, zumal sie in 25 Minuten Fahrzeit rund 1200 Höhenmeter bei einer Steigung von 27,5 Prozent zu überwinden hat.  Auf knapp 1800 Metern angekommen tauschten wir schließlich die Klarsicht vom Tal gegen feinen Aerosol-Nebel, dessen feuchter Schleier sich innerhalb von Minuten in unserer Kleidung und unseren Haaren festsog. Die Hand vor Augen war zwar zu erkennen, vielmehr aber auch nicht. Letztlich konnten wir fast immer nur erahnen, wo wir unseren nächsten Schritt hintun, was angesichts der weitestgehend Natur belassenen Wege zweifelsohne aufregend war. Witzig war auch die Szene, als wir in greifbarere Nähe immer wieder Glockenbimmeln vernahmen und darauf tippten, dass es Kühe, die uns im Tal zuhauf begegneten, sein müssten, es letztlich aber doch Schafe waren. Insofern war unser kleiner Spaziergang in den Höhen immer wieder von Überraschungen geprägt.

Bedingt durch die Tatsache, dass wir in den vergangenen Tagen stets unterwegs waren, hatten wir von der großzügig gestalteten Hotelanlage außer unserem eigenen Zimmer nur noch den Frühstücksraum gesehen, was wir heute Morgen kurz vor der Abreise zum Anlass nahmen, uns einmal die Übernachtungsstätte genauer anzusehen, die alleine mit drei Schwimmbädern und einem überdimensionalen Fitnessraum auch einen Grund zum Verweilen im Hause geboten hätte. Bedauert in dem Sinne haben wir die unterlassene Inanspruchnahme dieser Annehmlichkeiten aber nicht.

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Jun 11 2010

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Tag 1: Rundfahrt über den Tegernsee

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Ganz schön groß der See. Nicht nur zahlenmäßig, sondern auch vom subjektiven Eindruck her. Rund sechs Kilometer Länge, die der Tegernsee aufweist, sind bekanntlich nicht so fassbar. Für eine Rundfahrt mit dem Schiff braucht man rund 90 Minuten. Woher wir das wissen? Wir haben gegen 16.45 Uhr ein Schiff geentert und haben die große Rundfahrt genossen. Das Wetter war traumhaft schön am heutigen Tag, so dass sich auch für Pe viele schöne Postkartenmotive ergaben, immerhin hielten wir an einigen der sechs Gemeinden auch an.

Am Abend ging’s dann in die Ostiner Stuben, ein Tipp, den uns eine freundliche Bewohnerin von Gmund gegeben hatte. Ich gebe es zu, wir wären niemals Richtung Hausham gefahren und wären wohl eher in eine Pizzeria gegangen, doch zum Glück taten wir das nicht. Denn das Essen war lecker, und im Biergarten an diesem herrlichen Abend zu sitzen war eindrucksvoll.

Am morgigen Samstag soll es Richtung Rosenheim gehen, Pe möchte unbedingt die Landesgartenschau sehen.

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Mai 19 2010

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Millionster Besucher – Teil 2

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Noch haben wir aus dem Frankfurter Spezialitätenkorb, den wir am Sonntag als der Millionste Kunde von Airparks Frankfurt überreicht bekommen haben, nichts probiert (ich musste Montag früh direkt nach Hamburg), aber zumindest gibt es nun das Beweisfoto, das wir der Familie, Freunden und Besuchern unseres Reiseblogs nicht vorenthalten wollen. In der Mitte thront Tim, der selbstverständlich begeistert war und sehnsüchtig auf die Frankfurter Kieselsteine wartet. Sollen ja lecker schmecken. Wie man übrigens sieht, waren wir alles andere als passend gekleidet, wir waren gerade aus dem Flieger gestiegen.

Wie es aussieht, können wir uns wieder Gedanken machen, einen weiteren Parkplatz bei Airparks zu buchen. Denn Pe möchte gerne in diesem Sommer die dritte der vier skandinavischen Hauptstädte besuchen. Helsinki ist ihr neues Ziel, das sie heute als Wunsch für den Juli äußerte. Ich vermute, sie möchte herausfinden, wie lange es dort hell bleibt im Sommer. Coole Idee, mal sehen, ob sich das realisieren lässt.

Gruppenbild bei Airparks: v.l.n.r.: Busfahrer Hayrettin Kurt, Pan, Tim, Pe, Siegfried Brändl, Betriebsleiter in Frankfurt

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