Archiv für die Kategorie 'Kurzurlaub'

Jul 10 2010

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Tag 2: Markante Wahrzeichen und schroffe Felsen

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Attraktives Fotomotiv: die Domkirche.Obwohl ich Sommer, Sonne und warme Temperaturen über alles liebe, war ich heute ganz besonders froh, diesen Tag in Helsinki und nicht in Würzburg verbracht zu haben, denn bei über 35 Grad ist die Stadt wegen ihrer Kessellage kein sonderliches Vergnügen, selbst wenn man den Tag im Schwimmbad verbringt, das bei dieser Hitze zum einen sowieso überlaufen ist und zum anderen von der Wassertemperatur auch keine wirkliche Erfrischung mehr bietet.

Die Küstenstadt Helsinki frohlockte stattdessen mit strahlend blauem Himmel bei 25 Grad und einer steten Brise von der Ostsee, also idealen Bedingungen für eine Stadtbesichtigung.

Ausgeschlafen, geduscht und gestärkt von einem schmackhaften Frühstück verließen wir gegen 12.30 Uhr (11.30 Uhr deutscher Zeit) das Hotel, um uns ins historische Zentrum der Stadt zu begeben, wo wir zunächst das wohl bekannteste Bauwerk Finnlands, den markant in Szene gesetzten, weiß strahlenden Dom, der mit seinen Säulen und goldverzierten grünen Kuppeln ein attraktives Fotomotiv bot, sowie den Senatsplatz anvisierten. Letztgenannter repräsentiert das Zentrum des kirchlichen, des Verwaltungs- und Universitätslebens der Stadt. Laut Auskünften unseres Reiseführers soll das kleines Pendant zum großen St. Petersburg sogar einer der schönsten Plätze Europas und darüber hinaus sein. Eine Meinung, die ich, wenn ich den Platz als solchen alleine beurteilen sollte, nicht teilen kann, wobei ich in einem Stadtführer gelesen habe, dass der Platz mit den angrenzenden Bauwerken des Doms, des Regierungspalais, dem Hauptgebäude der Universität und der Nationalbibliothek als Ensemble gilt. Als neoklassizistisches Gesamtpaket bietet die Umgebung aber durchaus eine reizvolle Kulisse, wenngleich ich vom überaus kargen Innenraum der Domkirche, die mit ihrem imposanten Äußeren hervorsticht, überrascht war. Aber gut. Kirchen von außen sind mir fast ausnahmslos lieber als von innen.

Unseren nächsten Stopp legten wir am pulsierenden Marktviertel ein, das direkt am Hafen liegt, wo unter anderem Schärenfischer und –bauer direkt von ihren Booten am Pier aus ihre Ware veräußern. Hier, auf Helsinkis buntest- und bekanntestem Markt, werden neben den herkömmlichen Marktprodukten, die zu horrenden Preisen (500 Gramm Erdbeeren für 4 Euro) feilgeboten werden, aber auch Handarbeiten und Souvenirs verkauft, an denen wir aber desinteressiert vorbeizogen. Und auch die Anlaufstelle für Feinschmecker, die alte Markthalle, die neben vielen Delikatessen auch lappländische Spezialitäten bietet, stieß bei uns auf wenig Gaumenfreude, obwohl mich ein kleines Paket Schoko-Chili-Kaffee schon sehr gereizt hätte, dabei aber weniger wegen des Geschmacks, sondern viel mehr wegen des betörenden Dufts, für den ich fast die Packung heimlich aufgerissen hätte.

Schroffe Felsen und rauhe Natur mitten auf Suomenlinna.Den überwiegenden Teil des Tages haben wir uns aber auf einer der größten Seefestungen der Welt, Suomenlinna, aufgehalten. Die auf Inseln vor Helsinki gebaute, 60 Hektar große Garnisonsstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, haben wir nach einer 15-minütigen Überfahrt mit der Fähre, die wir vorteilhafterweise sogar kostenfrei mit den innerstädtischen Fahrscheinen nutzen konnten, erreicht. Neben all den vielen offiziellen Sehenswürdigkeiten, die es dort zu begutachten gibt, hat mich vor allen Dingen eines begeistert, was ich so zuvor noch nie gesehen habe: Badefelsen, die zum Teil unter recht waghalsigen Umständen zugänglich waren. An der unbekannten Mischung aus schroffen Felsen, rauer Natur und windresistenten Badegästen, die entspannt der Sonne frönten, konnte ich mich nicht satt sehen. Hätte des Pans Sonnenbrand und unser Flüssigkeitsmangel uns nicht zum Weitergehen gemahnt, säße ich jetzt vermutlich noch immer dort, um das unbegreiflich ursprünglich-natural Schöne in mich aufzusaugen. Alternativ habe ich die Bilder dieser Szenerie jetzt im Herzen meiner Erinnerung gespeichert, wo ich unabhängig von äußeren Umständen jederzeit darauf zugreifen kann, um in dunklen Momenten vielleicht aus dem Quell des Kraftvollen schöpfen zu können.

Eindrucksvoller roter Backsteinbau mit 13 vergoldeten Kuppeln, der erhöht auf felsigem Grund liegt: die Uspenski-Kathedrale.Als wir Stunden später wieder Festland unter den Füßen hatten, haben wir uns noch die größte orthodoxe Kirche Westeuropas, die Uspenski-Kathedrale, einen eindrucksvollen roten Backsteinbau mit 13 vergoldeten Kuppeln, der im Innern mit mächtigen Granitsäulen und viel Vergoldung für feierliche Stimmung sorgt, angesehen.

Auf dem Nachhauseweg streiften wir auch Helsinkis grüne Oase mitten in der Stadt, den Esplanadenpark, der im Sommer von einer bunten Mischung aus Helsinkiern, Touristen, Nachwuchskünstlern, Artisten und Gauklern, bevölkert wird. Während unseres Aufenthaltes in dem viel größer gedachten Parks lauschten wir den „lieblichen“ Klängen einer älteren Dame, die ihre Gesangeskünste schüchtern ins Mikrofon hauchte. In der Ferne sah ich zudem, wie ein Elvis-Double Zuschauer um sich versammelte und für seine Darbietungen großen Beifall bekam.

Für morgen haben wir diverse Anlaufpunkte wie Felsenkirche, Olympiastadion oder das älteste und größte Freilichtmuseum Finnlands, das auf einer eigenen Insel liegt, eingeplant. Ob wir all das schaffen, sei mal dahingestellt, obwohl das auch gar nicht von Bedeutung ist, sondern ausnahmslos nur der Moment, in dem wir sind und uns mit dem, was wir gerade sehen und tun, wohlfühlen.
Uns im Urlaub wegen irgendwelcher Sehenswürdigkeiten zu hetzen, käme uns nicht in den Sinn. Nein, wir spulen kein Programm ab, sondern leben eher nach dem Motto: wir bleiben überall so lange, bis wir all das, was wir sehen wollen, auch gesehen haben. Manchmal ist weniger eben mehr, aber wenn mehr geht, nehmen wir gerne auch mehr mit.

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Jul 09 2010

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Tag 1: Dunkler Tag mit hellem Ende

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Was für ein Licht! Warme Farben, die einen mit ihrem Spektrum wie gute Freunde vertrauensvoll in den Bann ziehen und auf individuelle Weise faszinieren. Ein Licht, mit dem man meines Erachtens grundsätzlich alle Träume ausstaffieren sollte, um ein sorgloses Ambiente für den Träumenden zu schaffen. Ein Licht, das vermutlich nur in skandinavischen Ländern um die Midsommarzeit herrscht. Und noch viel mehr ein Licht, das mich stehenbleiben und staunen lässt.

BootKurzum: Helsinki zu Zeiten des Sonnenuntergangs, also der langen Phase, die die Stadt in ein ganz besonderes Licht taucht, wobei nicht der Sonnenuntergang als solcher das betörende ist, sondern die intensiven Goldtöne, die er der Stadt spendet, so als läge über ihr eine Schicht schimmernden Sternenstaubs.

Fatalerweise wäre uns dieses Licht heute aber fast verwehrt geblieben, weil das Unheil sich ausgerechnet unsere Bahnstrecke als tragische Bühne gesucht hat und dadurch zeitlich im höchsten Maße in Bedrängnis brachte.

Was war passiert? Drei Kinder spielten auf den Gleisen der Schnellstrecke, wo sie von dem vor uns fahrenden Zug überfahren wurden. Ein Drama – für die Eltern und für den Zugführer! Wie es dazu kam, wissen wir natürlich nicht, hat uns ja auch nichts anzugehen. Anfänglich wurden wir wegen eines „Personenschadens“ umgeleitet. Später, nachdem sich wohl einige Fahrgäste beschwert hatten, gab der Zugführer für „die Zweifler“, wie er sagte, die oben erwähnten Informationen bekannt. Fakt ist, dass zunächst von 45 Minuten Zeitverzögerung die Rede war, später von 60. Letztlich schwanden unsere Chancen, den Flieger (um 14.55 Uhr) noch rechtzeitig zu erreichen, aber immer mehr. Aufgrund der Verspätung haben wir Berlin Hauptbahnhof letztendlich erst um 14 Uhr erreicht. Und von hier aus quälten wir uns dann sogar noch einmal knapp 30 Minuten bis zum Flughafen durch. Unsere Nerven lagen blank. Während der Pan seiner das-Glas-ist-halbleer-Theorie frönte, frei nach dem Motto „jetzt ist es ohnehin vorbei“, schwieg ich vor Entsetzen. Ungeachtet dessen wollten wir den letzten Funken Hoffnung natürlich auch nicht aufgeben. Vermutlich war es ohnehin mehr Verzweiflung, die uns in emotionaler Schockstarre wie getriebene Roboter durch die Stadt peitschte. Ankommen lautete das Ziel. Ankommen auf Teufel komm raus. Und koste es unser Leben.

Am Flughafen bekam die ganze Situation noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Bei sengender Hitze rannten wir querfeldein, um das etwas abgelegene Terminal C zu erreichen, wo wir sofort jemanden um Hilfe fragten. Eigentlich war das Gate schon geschlossen, aber man telefonierte und bemühte sich. Mir schwanden die Sinne. Sollte es das jetzt gewesen sein? Nein, war es zum Glück nicht! Man deklarierte uns zur ganz besonderen Ausnahme. Ich hätte heulen können vor Glück, doch dafür blieb auch keine Zeit. Wir mussten ja schließlich noch Einchecken und durch die Sicherheitskontrolle. Also rannten wir weiter, … und weiter … und stießen überall auf offene Türen und freundliche Menschen, die es uns ermöglichten, dass wir den heutigen Flug nach Helsinki doch noch geschafft haben. Dafür möchte ich an dieser Stelle auch einmal Danke sagen, auch wenn es die Betreffenden hier niemals zu Gesicht bekommen. Selbstverständlich war deren zuvorkommendes Verhalten auf jeden Fall nicht.

Eine der bekanntesten Bars in Helsinkis Zentrum trägt den Namen Zetor, in deren Räumlichkeiten zahlreiche Traktoren dieser Marke stehen.Nachdem unser Mitkommen gesichert war, war uns beiden eine riesige Last von den Schultern genommen. Ich konnte plötzlich auch wieder lachen und fühlte mich so unendlich entspannt, dass ich glaubte, die ganze Welt befrieden zu können.

Im Flugzeug selbst lernten wir eine nette und aufgeschlossene Finnin kennen, die uns mit ein paar der landestypischen Gepflogenheiten vertraut machte und uns darüber hinaus mit einigen Reise-Tipps versorgte.

Nachdem wir unser Hilton Helsinki Strand-Hotel erreicht hatten, das nur zwei Metro-Stationen vom Bahnhof entfernt liegt, zogen wir noch einmal los, um erste Eindrücke rund um unseren vorübergehenden Wohnort herum zu sammeln und um ein Gefühl für die Stadt zu entwickeln, aber auch um den Strand zu finden, den es seltsamerweise gar nicht gibt. Während dieser Exkursion stießen wir, ohne sie bewusst gesucht zu haben, auch auf Kultkneipe Zetor, in der diverse Traktoren stehen, an denen gegessen und getrunken wird.

Der Midsommar lässt übrigens fast jegliches Zeitgefühl schwinden. 23.30 Uhr. Und draußen ist es hell. Wie müde ich wirklich bin, merke ich erst jetzt, wo ich mich zum ersten Mal seit heute Morgen meiner Schuhe entledige.

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Jun 13 2010

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Tag 3: Vom Nebel verschluckt

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Gestern Glück, vorgestern Glück. War ja klar, dass das nicht so weitergehen konnte. Schade, denn eigentlich hätten wir nur noch den heutigen Tag gebraucht, denn schon ab morgen schallt der Ruf der Pflicht wieder als Echo aus den Bergen, in den wir uns heute noch tummelten.

„Wer fährt denn heute auf den Wendelstein?“, hatte uns der Busfahrer noch gefragt, als wir von unserer Bergtour wieder im Tal waren. „Heut sieht man doch gar nichts“. Recht hat er. Und doch, was hätten wir tun sollen? Auf schöneres Wetter warten? Wann und wo?  Laut seinen Auskünften gibt es ohnehin nur 20 Tage im Jahr, an denen das Wetter auf dem Berg eine grandiose Fernsicht verspricht. Und da es die Internetseite www.heute-ist-einer-dieser-formidablen-20-Tage-auf-dem-wendelstein.de noch nicht gibt und wir ohnehin nur noch diesen einen Tag hatten, dachten wir uns: besser bei Nebel auf dem Berg gewesen zu sein, als gar nicht. Aber das Wetter war leider nicht das einzige, das uns heute nicht hold war. Nein, bedauerlicher Weise auch Deutschlands höchstes Naturjuwel, die Schauhöhle auf dem Wendelstein, die noch bis im Juli energieeffizienter in Szene gesetzt wird. Hierüber war ich wirklich sehr traurig, weil ich mich rein aufgrund der im Vorfeld gesehenen Bilder schon sehr darauf gefreut habe.

Die Fahrt mit der ältesten Zahnradbahn Deutschlands hingegen, die sich keuchend den Weg nach oben kämpfte, war umso beeindruckender, zumal sie in 25 Minuten Fahrzeit rund 1200 Höhenmeter bei einer Steigung von 27,5 Prozent zu überwinden hat.  Auf knapp 1800 Metern angekommen tauschten wir schließlich die Klarsicht vom Tal gegen feinen Aerosol-Nebel, dessen feuchter Schleier sich innerhalb von Minuten in unserer Kleidung und unseren Haaren festsog. Die Hand vor Augen war zwar zu erkennen, vielmehr aber auch nicht. Letztlich konnten wir fast immer nur erahnen, wo wir unseren nächsten Schritt hintun, was angesichts der weitestgehend Natur belassenen Wege zweifelsohne aufregend war. Witzig war auch die Szene, als wir in greifbarere Nähe immer wieder Glockenbimmeln vernahmen und darauf tippten, dass es Kühe, die uns im Tal zuhauf begegneten, sein müssten, es letztlich aber doch Schafe waren. Insofern war unser kleiner Spaziergang in den Höhen immer wieder von Überraschungen geprägt.

Bedingt durch die Tatsache, dass wir in den vergangenen Tagen stets unterwegs waren, hatten wir von der großzügig gestalteten Hotelanlage außer unserem eigenen Zimmer nur noch den Frühstücksraum gesehen, was wir heute Morgen kurz vor der Abreise zum Anlass nahmen, uns einmal die Übernachtungsstätte genauer anzusehen, die alleine mit drei Schwimmbädern und einem überdimensionalen Fitnessraum auch einen Grund zum Verweilen im Hause geboten hätte. Bedauert in dem Sinne haben wir die unterlassene Inanspruchnahme dieser Annehmlichkeiten aber nicht.

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Jun 11 2010

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Tag 1: Rundfahrt über den Tegernsee

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Ganz schön groß der See. Nicht nur zahlenmäßig, sondern auch vom subjektiven Eindruck her. Rund sechs Kilometer Länge, die der Tegernsee aufweist, sind bekanntlich nicht so fassbar. Für eine Rundfahrt mit dem Schiff braucht man rund 90 Minuten. Woher wir das wissen? Wir haben gegen 16.45 Uhr ein Schiff geentert und haben die große Rundfahrt genossen. Das Wetter war traumhaft schön am heutigen Tag, so dass sich auch für Pe viele schöne Postkartenmotive ergaben, immerhin hielten wir an einigen der sechs Gemeinden auch an.

Am Abend ging’s dann in die Ostiner Stuben, ein Tipp, den uns eine freundliche Bewohnerin von Gmund gegeben hatte. Ich gebe es zu, wir wären niemals Richtung Hausham gefahren und wären wohl eher in eine Pizzeria gegangen, doch zum Glück taten wir das nicht. Denn das Essen war lecker, und im Biergarten an diesem herrlichen Abend zu sitzen war eindrucksvoll.

Am morgigen Samstag soll es Richtung Rosenheim gehen, Pe möchte unbedingt die Landesgartenschau sehen.

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Mai 19 2010

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Millionster Besucher – Teil 2

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Noch haben wir aus dem Frankfurter Spezialitätenkorb, den wir am Sonntag als der Millionste Kunde von Airparks Frankfurt überreicht bekommen haben, nichts probiert (ich musste Montag früh direkt nach Hamburg), aber zumindest gibt es nun das Beweisfoto, das wir der Familie, Freunden und Besuchern unseres Reiseblogs nicht vorenthalten wollen. In der Mitte thront Tim, der selbstverständlich begeistert war und sehnsüchtig auf die Frankfurter Kieselsteine wartet. Sollen ja lecker schmecken. Wie man übrigens sieht, waren wir alles andere als passend gekleidet, wir waren gerade aus dem Flieger gestiegen.

Wie es aussieht, können wir uns wieder Gedanken machen, einen weiteren Parkplatz bei Airparks zu buchen. Denn Pe möchte gerne in diesem Sommer die dritte der vier skandinavischen Hauptstädte besuchen. Helsinki ist ihr neues Ziel, das sie heute als Wunsch für den Juli äußerte. Ich vermute, sie möchte herausfinden, wie lange es dort hell bleibt im Sommer. Coole Idee, mal sehen, ob sich das realisieren lässt.

Gruppenbild bei Airparks: v.l.n.r.: Busfahrer Hayrettin Kurt, Pan, Tim, Pe, Siegfried Brändl, Betriebsleiter in Frankfurt

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Mai 16 2010

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Oslo – Tag 4: Millionster Besucher

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Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen, manchmal sogar dann, wenn er glaubt, im sicheren Hafen der Heimat eingelaufen zu sein. In unserem Fall, als wir vorhin nach dem Rückflug von Oslo bereits den Frankfurter Flughafen verlassen haben und bei Airparks, einem Anbieter, der einfaches und günstiges Parken in zentraler Nähe des Flughafens ermöglicht, unser Auto in Empfang nehmen wollten.

Dem Busshuttle kaum entstiegen, kam uns auch gleich ein Mann entgegen, der uns darauf ansprach, ob wir Familie soundso seien, was wir bejahten. „Oh Gott“, dachte ich, „bestimmt ist uns irgendjemand ins Auto gefahren“. Aber Nein! Es kam ganz anders. Es war vielmehr so, dass wir der 1 Millionste Benutzer von Airparks waren und aufgrund dessen mit einem reichhaltigen Geschenkkorb mit Frankfurter Spezialitäten – angefangen von Babbelwasser, Uffstrich über Haddekuche, der unter anderem Schoppefetzern und annern Tagedieben empfohlen wird, bis hin zu Scheißwettertee – belohnt wurden. Ist das zu fassen? Irgendwie kann ich es jetzt noch immer nicht glauben. Nach den Glückwünschen wurde mit den Verantwortlichen und uns auch noch ein Foto gemacht, welches in einer Fachzeitschrift veröffentlich wird. Der Erheiterung und meines Unglaubens wegen lasse ich mir selbiges übrigens auch noch zukommen.

Inzwischen sind wir seit rund einer Stunde zuhause, der Koffer bereits geleert und die erste Waschmaschine gefüllt. Ab morgen regiert wieder der Alltag, zumindest bis zum nächsten Samstag, wo ich uns für einen Kurs im Kletterzentrum eingebucht habe.

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Mai 15 2010

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Oslo – Tag 3: Sich regen bringt Segen, vor allem im Regen

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Regen, Regen, Regen – so könnte man die vornehmlich treue Begleiterscheinung des Tages nennen, die uns heute einen wahren Museums-Besuchsmarathon hat starten lassen, wobei wir unser erstes Tagesziel, den Reptilienpark, in welchem wir Schlangen, giftige Frösche, Echsen, Chamäloeons, Spinnen und dergleichen mehr in Augenschein nahmen, noch weitestgehend trocken erreichten. Das Kunstindustriemuseum, das norwegisches und ausländisches Kunsthandwerk, Mode und Design vom 7. Jahrhundert bis heute zeigt, besuchten wir eigentlich nur deshalb, weil es sich genau auf der gegenüberliegenden Straßenseite vom Reptilienpark befand und wir zu diesem Zeitpunkt noch darauf hofften, dass der Regen aufhören könnte. Meines Erachtens muss dieses Museum wirklich niemand gesehen haben.

Das nächste anvisierte Ziel war geplant und hieß DogA. Hinter dem Kürzel verbirgt sich das norwegische Design- und Architekturzentrum, wo – wie der Name schon sagt – wechselnde Design- und Architekturausstellungen zu sehen sind. Im Anschluss daran „stolperten“ wir auf dem Weg zum nächsten Museum am Dom vorbei, der nach vier Restaurierungsjahren vergangenen Monat wieder eröffnet hat. Ich selbst fand die im Barockstil fertig gestellte Bischofskirche, deren Kathedrale 1697 eingeweiht wurde, eher unspektakulär, wurde dafür aber umso mehr von dem farbenfrohen Mitmachprojekt „connected“ von Amnesty International, dem innerhalb der Kirche eine kleine Nische zugedacht wurde, fast wie magisch angezogen.

Bereits zu diesem Zeitpunkt waren meine Schuhe samt Strümpfe leider schon völlig durchnässt, so dass der Erkundungswille dadurch ein wenig getrübt war.

Nächste Station war das Museum für Moderne Kunst, das in Frankfurt bei der „Nacht der Museen“ eine meiner liebsten Anlauf-Adressen ist. Aber auch in diesem privaten Museum in Oslo, das neben wechselnden Ausstellungen über eine repräsentative Sammlung norwegischer und internationaler Gegenwartskunst verfügt, konnte ich ein paar wenige zufriedene Fotos  einfangen.

Nach dem Aufenthalt dort wollten wir uns heute noch einmal in Ruhe das Rathaus ansehen, kamen dabei aber zufällig am Architekturmuseum vorbei, in welchem wir auch eine kurze Runde drehten.

Und es regnete und regnete und regnete immer weiter …

Dass mir das Rathaus rein optisch nicht zusagt, hatte ich ja bereits gestern erwähnt. Möglicherweise lag und liegt das aber auch daran, dass ich mit einer viel zu hohen Erwartung an dieses Gebäude in die Stadt kam, schließlich, auch das erwähnte ich gestern, wird hier ja jährlich der Friedensnobelpreis verliehen. Nun gut. Zu gefälligen Fotos bin ich dann aber doch gekommen, in dem ich einfach unsere Kids vor Ort in unterhaltsame Szene gesetzt habe.

Betrüblicherweise enteilte die Zeit einmal mehr wieder wesentlich schneller als uns lieb war, was angesichts der Tatsache, dass weder Museen noch Geschäfte in Oslo (wenige Ausnahmen bestätigen die Regel) wirklich lange offen haben, insofern schade war, als dass wir für das Nobel-Friedenszentrum, das sich vis-à-vis vom Rathaus befindet, kaum noch Zeit hatten. Der Mann, der uns das Ticket in die Hand drückte, sagte, dass sie in 15 Minuten schließen und wir aber gerne morgen wieder kommen könnten. Wären wir auch zu gerne, den der Besuch lohnt wirklich. Da wir bereits aber morgen schon wieder nach Hause fliegen und morgen nicht mehr dazu kommen werden, das Nobel-Friedenszentrum erneut aufzusuchen, rannten wir quasi förmlich durch die beiden Etagen, schließlich sind 15 Minuten immer noch mehr als gar kein Besuch.

Verschwitzt und um ausgiebige Sinneseindrücke bereichert visierten wir die nächste U-Bahn-Station an, die uns gemütlich nach Hause Richtung Hotel chauffierte.

Schade, dass das subjektive Empfinden von bewusst intensiv gelebter Zeit immer so kurzweilig ist. Aber das Gute daran, ist das Gute darin – das lange Nachwirken in der Erinnerung.

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Mai 14 2010

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Oslo – Tag 2: Beglückende Stunden

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Überraschung des Tages: Irgendwann am frühen Nachmittag brach die graue Monotonie des Himmels auf, um der Sonne Platz zu machen. Erst etwas zaudernd, dann erquickend rigoros, was mich kleine Friernatur erst den Wintermantel, dann auch Pullover und Longsleeve hat ablegen lassen. Insofern waren wir temperaturmäßig für ein paar Stunden  echt im Paradies. Um es vorwegzunehmen – gegen Abend zog sich der Himmel aber auch gleichermaßen überraschend wieder zu, weshalb die Kleidungsschichten doch von Vorteil waren.

Doch zurück zum Morgen, als unser erstes Anlaufziel Norwegens meist besuchte Touristenattraktion „Holmenkollen“ hieß. Freunde des Wintersports werden vermutlich wissen, dass auf dem gleichnamigen Berg hoch über der Stadt die weltbekannte Skisprunganlage thront, die anlässlich der Skiweltmeisterschaft 2011 komplett neu gestaltet wird.

Leider ist es erst ab Sommer möglich, den Turm zu besichtigen – derzeit noch als Baustelle getarnt -, von dessen höchster Stelle man einen spektakulären Blick auf Oslo und den Oslofjord haben soll. Ungeachtet dessen konnten wir aber schon einen Großteil des Profils der neuen Anlage sehen.

Mit dem Oslo-Pass im Gepäck haben wir dann aber auch gleich die Gelegenheit genutzt, das Skimuseum an der Skisprunganlage zu besichtigen, wo man alles über die Geschichte des Skilaufens in den vergangenen 4000 Jahren sowie über die Polarexpedition von Fridjof Nansen und Roald Amundsen erfährt.

Theoretisch hätten wir übrigens mit der T-Ban bis zur Anlage hochfahren können, praktisch mussten wir aber in einen Bus umsteigen, um den Berg zu erklimmen, was angesichts der rasanten Fahrweise des Busfahrers ein Abenteuer für sich war.

Als wir dann wieder unten in der Stadt waren, kamen wir gerade noch rechtzeitig zur Wachablösung am Königlichen Schloss, die im Vergleich zur der, die wir vergangenes Jahr in Stockholm gesehen hatten, eher verhalten war – sowohl von der Geräuschkulisse als auch von der Anzahl der Soldaten her.

Im Anschluss daran schlenderten wir gemütlich Richtung Hafen am Rathausplatz, auf dem neben dem Nobel-Friedenszentrum, das wir morgen besichtigen wollen, auch ein ausgesprochen bulliger und für mich hässlicher Backsteinkomplex steht, der aber ungeachtet dessen doch über alle Maßen bekannt ist, weil hier – im Rathaus – jährlich am 10. Dezember die Friedensnobelpreise verliehen werden.

Lange aufgehalten haben wir uns dort aber nicht, sondern stattdessen die nächste Fähre zur „Museumsinsel“ Bygdoy genommen, um hier zunächst dem Fram- und dann dem Wikingerschiff-Museum einen Besuch abzustatten. Im erst genannten steht die Fram, das stärkste Holzschiff der Welt (1892 erbaut), das bei drei berühmten Polarexpeditionen am weitesten in den Norden und Süden vorgedrungen ist. Letzteres gilt als das meistbesuchte Museum des Landes, in welchem die besterhaltenen Wikingerschiffe der Welt zu sehen sind.

Betrüblicherweise enteilte die Zeit einmal mehr in Sportschuhen, so dass danach alle anderen Museen schon geschlossen hatten, weswegen wir gemächlich den Rückweg zur Fähre antraten. Zurück am Rathausplatz entschlossen wir uns – angereichert mit den vielfältigen Eindrücken des Tages – kurzerhand, zurück ins Hotel zu fahren, um dort den restlichen Abend ausklingen zu lassen und registrierten auch erst mit diesem Vorhaben, wie ermattet wir wirklich waren, aber diese von Zufriedenheit genährte Schwere wird uns gewiss gut schlafen lassen.

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