Archiv für die Kategorie 'USA 2010'

Sep 26 2010

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Tag 15: Rückflug

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Ich gebe es zu: Ein bisschen mulmig war uns schon. War das Flugzeug wirklich in Ordnung, wie die Flugbegleiter behaupteten? Was war passiert? Am gestrigen Samstag sind wir leider zurückgeflogen nach Deutschland. Um 7.15 Uhr startete in San Francisco unser Flieger, der uns nach Dallas brachte. Wir wurden ein wenig bevorzugt behandelt, da die Maschine 15 Minuten eher startete als vorgesehen. Aber es verlief alles glatt, der Pilot legte eine so saubere Landung in Dallas hin, dass wir keinerlei Druck auf den Ohren spürten. Ein echter Könner!

Dann aber begann es: Unser Flieger nach Frankfurt sollte um 14.55 Uhr Dallas-Zeit abheben. Das tat er aber nicht. Denn als alle an Bord waren, sagte der Kapitän durch, es gebe ein größeres Problem mit der Hydraulik, deshalb fliege die Maschine heute nirgends mehr hin, man nehme sie aus dem Flugbetrieb. Nun müsse man erst eine neue Maschine besorgen. Also alle raus aus der Maschine. Kurze Zeit später wurde der neue Abflugstermin auf 16 Uhr angesetzt, eine neue Maschine stand aber nicht bereit, es ging und tatsächlich wieder in die selbe.

Des Rätsels Lösung: Der Schaden war wesentlich kleiner als angenommen, doch nicht nur uns war mulmig, sondern anderen Reisenden offenbar auch. Denn ein deutsch sprechender Flugbegleiter sah sich doch dazu veranlasst zu versichern, dass alles in Ordnung sei. Die Maschine sei sicher, sonst würde man uns nicht abheben lassen.

Nun sind wir also wieder zuhause, und jetzt geht es ans Film schneiden. RRund vier Stunden habe ich aufgenommen, dazu kommen noch mehr als 1000 Bilder von der Pe. Viel zu tun!

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Sep 24 2010

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Unser letzter Tag

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Noch acht Stunden (7.30 Uhr unserer Zeit, 16.30 Uhr deutscher Zeit), dann hebt unser Flieger nach Deutschland ab. Alleine der Gedanke daran erfüllt mich mit großem Kummer, weil ich weiß, dass dort nur Kälte, Alltag und Pflicht warten, während sich hier die Sonne nun gänzlich zuverlässig und sommerlich zeigt. Für morgen sind sogar 31 Grad versprochen, die uns aber verwehrt bleiben.Union Square in San Francisco. Das einzige, auf was ich mich zuhause wirklich freue, sind die heimischen Backwaren, ansonsten vermisse ich nichts, was mich mit Heimweh erfüllen könnte. Nein, es ist vielmehr so, dass ich mich morgen früh mit dem Pan und den acht (von zwölf) mitgenommenen „Kindern“ viel lieber in den Flieger setzen würde, um irgendwo anders unseren Urlaub fortzusetzen. Aber die Realität sieht leider anders aus, und genau dieser Realität galt es heute auch ins Antlitz zu blicken, obwohl ich den Gedanken an die Abreise während unserer Stadtbesichtigung Downtown in San Francisco zu verdrängen versucht habe, was – während wir unterwegs waren – auch weitestgehend gelang. Inzwischen sitzen wir aber im Motel am Flughafen auf gepackten Koffern. Verdrängen ist jetzt absolut nicht mehr möglich. Dabei haben wir uns mit unserem eigenen Rhythmus gerade so gut eingelebt in diesem Urlaub, fühlten uns angekommen. Aber gut, ich will mich natürlich nicht beklagen. Alles eine Frage der Betrachtung. Man soll ja bekanntermaßen aufhören, wenn’s am Schönsten ist, wenngleich es gerade unter diesen Bedingungen schwer fällt. In diesem Zusammenhang kam mir heute übrigens auch die Erinnerung an einen Urlaub, zum Glück der bisher einzige in meinem Leben, bei dem es genau andersherum verlief, als mir die Zeit im Sündenpfuhl Thailands, Pattaya, lang und unerträglich schien und ich den Heimflug aus tiefstem Herzen ersehnte.

Unter derartigen Umständen wollte ich kein zweites Mal einen Urlaub beenden, insofern bin ich doch froh und dankbar, dass unsere 15-tägige Reise, auf der wir knapp 5.400 Kilometer zurückgelegt haben, gefühlt so rasant verging, was meines Erachtens auch für die Güte der gemeinsam verbrachten Zeit spricht. Ich halte einfach nur gerne am Schönen fest, was ich auch gerne zu mehren versuche. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt!

Und Downtown? Letztlich, solange man hinsichtlich der steilen Hügel die Kondition dazu hat, ist die Innenstadt San Franciscos leicht zu Fuß begehbar, weswegen wir sie heute auch genauso erklommen. Angefangen haben wir unsere Besichtigung bei einem markanten Wahrzeichen der Stadt, das aus der Skyline hervorsticht, der Transamerica Pyramide, eine, wie der Name schon sagt, große, vierseitige Pyramide mit zwei “Flügeln”, die an den an jeweils gegenüberliegenden Seiten des zudem größten und auffälligsten Wolkenkratzers der Stadt angebracht sind. Unweit davon entfernt liegt Chinatown, die wir zwar beide nicht sehen wollten, sie aber dann doch aufsuchten, weil sie sich in Sichtweite befand. Ohne es zu wissen, spreche ich, glaube ich, in Pans Namen, dass wir dieses Viertel beide als nicht weiter sehenswert erachten, gleichwohl das von chinesischstämmigen Amerikanern bewohnte Viertel mit 80.000 Einwohnern eine der größten Chinatowns der USA ist. Uns haben die vielen Ramschläden, die billige Souvenirs teuer feilbieten, auf jeden Fall nicht gefallen.

Nächster Anlaufpunkt war der Union Square, ein Palmen geschmückter Platz voller Licht inmitten der dunklen Häuserschächte, an dem es Spaß macht, eine kleine Rast einzulegen.

Das Fairmont Hotel auf dem Nob Hill in San  Francisco.Zum Abschluss des Tages bezwangen wir im Schneckentempo noch den extrem steilen Nob Hill, um uns von der nach Auskünften des Reiseführers „grandiosen“ Grace Cathedral ein eigenes Bild zu machen, wobei ich mich wunderte, dass um eine derart schlichte Kirche ein solches Aufsehen gemacht wird.
Besser als die Kirche hat mir hingegen deren Umgebung oben auf dem Hügel gefallen. Seien es die Cable Cars, die sich mühselig den Berg hoch kämpfen oder auch die beiden alten Luxushotels, Fairmont Hotel und das Mary Hopkins.

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Sep 23 2010

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Street Vibrations in der größten Kleinstadt der Welt

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Street Vibrations 2010 in Reno, Nevada.Ursprünglich nur als Schlafstätte gedacht, haben wir dem kleinen Bruder von Las Vegas, der Glücksspiel-Stadt Reno, heute, nachdem wir unseren morgendlichen Starbucks-Kaffee ohnehin in der Innenstadt einnahmen, auch einen kurzen Rundgang abgestattet, weil die Leuchtreklamen während der Fahrt dorthin nur allzu bunt glitzerten und in der „Biggest Little City in the World“, so lautet das offizielle Stadtmotto, alles ein wenig größer als anderswo schien. Der blaue Himmel lud zudem als freundlicher Geselle zu einem Spaziergang ein. Während unseres Ausflugs bestätigte sich durch die vielen Casinos, die nahezu jedes Postkartenmotiv der Stadt zieren, unverkennbar, was die Stadt nach außen hin ausstrahlt: das Glückspiel hat hier als wichtigster Wirtschaftszweig das Zepter in der Hand. Hässlich in dem Sinne fand ich die Stadt dadurch aber nicht, aber auch nicht so sehenswert, dass ich sie jemand als besuchenswert empfehlen würde, es sei denn er kommt ohnehin daran vorbei.
Nachdem es in der drittgrößten Stadt Nevadas – ganz anders als in Las Vegas – aber gerade während der Woche eher ruhiger zugeht, hat sich Reno als belebendes Element auch zum Schauplatz mehrerer gut besuchter Veranstaltungen entwickelt, und wie es der Zufall wollte konnten wir heute einem solchen beiwohnen. Street Vibrations nennt sich das Bikerfestival, bei dem sich jährlich rund 11.000 größtenteils Harley-Fans treffen, um Live-Musik, Motorrädern, Stuntshows und Paraden zu frönen.Street Vibrations 2010 in Reno, Nevada. Da der Tag aber noch recht jung war, war dort noch nicht so viel los; ein paar verchromte Maschinen samt skurriler Besitzer haben wir aber dennoch gesehen. Gut gefallen hat mir persönlich auch die 24 Meter hohe Bowlingkugel, die die Fassade des National Bowling Stadiums an der North Center Road ziert. Mit seinen 78 Bahnen (ist das nicht der Wahnsinn?) ist dieses Stätte übrigens auch Schauplatz mehrerer hochkarätiger Bowlingwettbewerbe.

Unseren nächsten Stopp legten wir gut eine Fahrtstunde von Reno entfernt, am Lake Tahoe, ein. Mit seinen 497 Quadratkilometern Fläche ist der größte alpine See des nordamerikanischen Kontinents durch seine Lage inmitten der Sierra Nevada und den vielseitigen Freizeitangeboten ein beliebtes Ausflugsziel, das auch wir aus diesem Grunde ansteuerten. Das belebende Gefühl vom Quadfahren in den Sanddünen noch in guter Erinnerung, gedachten wir heute, uns einem ähnlichen Vergnügen hinzugeben, nämlich einer Sandbuggytour in den Kiefernwäldern, die uns aber wegen Zuspätkommens verwehrt blieb. Schade. Das wäre bestimmt im höchsten Maße spaßig geworden. Zu dumm aber auch, dass der Öffnungszeiten so früh am Nachmittag enden. Den Kurzbesuch in Reno hätte ich deshalb aber nicht missen wollen. Nun gut, vielleicht ein anderes Mal. Dieses Jahr jedoch nicht mehr, denn uns bleibt nur noch der morgige Tag und diesen verbringen wir in San Francisco.

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Sep 22 2010

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Auf der Straße des Glücks

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Stolze 1000 Kilometer Asphalt haben wir heute unter uns vorbeirauschen lassen, um auf unserem Rückweg nach San Francisco, von wo aus wir am Samstag den Heimflug antreten werden, Strecke zu gewinnen, was angesichts der hiesigen Geschwindigkeitsbeschränkungen von 104 bis maximal 120 Stundenkilometer doch recht zeitintensiv ist.

Um den Tag nicht ausnahmslos im Auto zu verbringen, haben wir mittags an den Shoshone Falls einen kleinen Zwischenstopp eingelegt. Das Erstaunliche an diesen 63 Meter hohen und hufeisenförmigen Wasserfällen, die sich etwa fünf Meilen nordöstlich der Stadt Twin Falls befinden, ist, dass sich deren Wasser sogar fünf Meter tiefer in die Schlucht stürzt als das der Niagarafälle. Da der Snake River aber die meiste Zeit des Jahres vor den Fällen aufgestaut wird, bot sich uns heute leider nur ein recht ausgetrockneter Anblick dar. Interessant und vor allen Dingen stürmisch war es aber trotzdem.

Und nachdem wir heute irgendwo in Nevada auch wieder die Pacific Standard Time-Zone durchbrochen haben, demgemäß eine Stunde Zeit gewannen, fiel es uns auch nicht schwer, auf unserem langen Weg gen Westen eine gemütliche Kaffeepause einzuplanen, die wir – wie üblich – in einem Starbucks realisieren wollten, wo man erfreulicherweise ja auch kostenfreies WiFi hat. Leichter gesagt als getan, denn auf den noch viel längeren Straßen völliger Wüsten-Ödnis sahen wir vieles, aber kein Starbucks. Erst am späten Nachmittag wurde auf einer Werbetafel am Straßenrand auf ein 60 Meilen entfernt gelegenes in Elko hingewiesen, das wir gezielt anfuhren – nicht ahnen könnend, dass sich jenes innerhalb eines Casinos befindet.

WiFi gab’s zwar keins, dafür aber jede Menge einarmige Banditen, von denen wir einen des Ausprobierens wegen mit einem 1-Dollar-Schein fütterten, um nach einigen Minuten spaßiger Planlosigkeit mit einem satten Gewinn von 148 Prozent – uns wurden 2,48 Dollar ausgezahlt – die von allen Seiten leuchtend und blinkende Spielstätte wieder zu verlassen. Sicherlich werden wir jetzt auf die Liste der Leute gesetzt, die hier nie wieder spielen dürfen, um den Laden nicht völlig in den Konkurs zu treiben.

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Sep 21 2010

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Faszination Natur II

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Grand Prismatic Spring im Yellowstone Nationalpark.Auf unserer heutigen Stippvisite ins von der Natur geschaffene Abenteuerland des Yellowstone Nationalparks haben wir den ersten richtig ausbrechenden Geysir gesehen, der uns gestern verwehrt blieb. Wegen seiner Verlässlichkeit, seine sprudelnden Fontänen alle 51 bis 120 Minuten auszuspeien, trägt er seinen Namen Old Faithful meines Erachtens völlig zu Recht, doch dazu später mehr.

Den Zugang zum Park nahmen wir heute übrigens über den westlichen Eingang bei West Yellowstone, von wo aus wir es auch gar nicht mehr so weit bis zu unserem ersten Stopp, dem Fountain Paint Pot, hatten. Laut Reiseführer sollte uns hier rötlich brodelnder Schlamm erwarten, der sich, was wir aber nicht wussten (woher auch?), je nach Feuchtigkeit des Gebietes auch bezüglich seiner Farbe verändert, weswegen wir gestern eine zähe, dickflüssige, weiße Masse vor sich hin köcheln sahen, was nicht minder spannend war. Richtig beeindruckt hat uns dafür dort aber auch etwas, was man fotografisch gar nicht festhalten kann: eine kleine Öffnung im Boden, von denen es an und für sich viele im Park gibt, insofern augenscheinlich nichts Besonderes, aber aus dieser zischte ein derart matter und tiefer Sound, dass man annahm, ein 12-zylindriger Motor tönte basslastig aus dem Untergrund.

Für einen Ausbruch zum Great Fountain Geyser, der sein Debüt zirka alle 11 Stunden gibt, kamen wir leider zu spät, doch der Excelsior Geyser, aus dem jede Sekunde 250 Liter heißes Wasser quillt, stimmte uns mit seinen dicken und – wie wir kurze Zeit später selbst spüren konnten – warmen Nebel schon von Weitem versöhnlich. Unter diesen Bedingungen vor Ort Fotos machen, ist so gut wie unmöglich, da das Objektiv eigentlich immer sofort anläuft, wenn eine Nebelschwade kommt. Und wenn der Wind eine andere Richtung einschlägt, sieht das Motiv eher langweilig aus, insofern habe ich das Nebelfeld nur von weitem digital eingefroren, während die Erfahrung als solche nur mitten im Geschehen richtig Spaß macht. Farbenprächtig und klar zeigt sich unweit davon die Grand Prismatic Spring, die wie ein riesiger, flacher See mit einer Vielfalt an formschönen Figuren am Grund besticht.

Der Old Faithful Geysir im Yellowstone Nationalpark.Zum Abschluss des Tages, ich erwähnte ihn bereits anfangs, besuchten wir die Hauptattraktion des Parks, den treuen Kumpanen Geysir Old Faithful, nach dem man Jahrzehnte lang die Uhr stellen konnte, bevor das letzte Erdbeben diese akkurate Kontinuität durcheinander brachte. Wie viele andere nahmen wir auf einer der zahlreich im Halbkreis um ihn aufgestellten dafür geschaffenen Bänke Platz, um auf das zuverlässig-spritzige Spektakel zu warten, was wirklich erheiternden Charakter hatte, da die meisten minutenlang in eingefrorener Pose mit gezückter Kamera gebannt zum Geysir starrten und jedes noch so kleine Spückeln ein Raunen hervorrief, während sich Mr. Faithful wohl genau damit einen Spaß zu erlauben schien. Und als sich der alte Herr dann tatsächlich dazu durchgerungen hat, uns mit seinem mächtigen Schauspiel zu beglücken, war es für einen Moment lang ganz still (von den Klicken der Auslöser der Kameras mal abgesehen), wohl auch, weil man in diesem Moment spürt, wie klein und unbeutend man selbst im Vergleich zu der Natur mit ihren Wundern als solches ist. Schön war’s allemal.

Einen Rundgang durch das gleichnamige Old Faithful Basin sollte man übrigens auf keinen Fall versäumen. Immer wieder brechen Geysire aus, mal klein, mal groß, immer wieder stößt man auf Quellen mit heißem Wasser, immer wieder entlocken Luftlöcher der Erde ungewöhnliche Töne, immer und überall dampfendes und brodelndes Wasser, egal wie weit man in die Ferne sieht. Das Farben-, Formen-, Gerüche- und Geräuschespiel ist so Sinne betörend, dass man glaubt, entweder tatsächlich auf einem anderen Planeten zu verweilen oder sich in einer anderen Zeit zu befinden.

Auf Tuchfühlung mit einem Bison im Yellowstone Nationalpark.Wildlife gab’s gleich zu Beginn des Abenteuers. Am Mittag sahen wir eine kleine Elch-Familie, die auf einer kleinen Insel im Madison River gut gelaunt rastete. Kurze Zeit später entdeckten wir einen Bison, der am Ufer des Flusses auf einer Lichtung graste. Zum Glück lag der Fluß zwischen uns, so dass es für uns ein ungefährliches Naturerlebnis wurde. Immer wieder sahen wir vereinzelte Bisons, doch spektakulär wurde es, als am Abend – wir verließen gerade den Park gen Westen – uns ein weiterer Bison begegnete, der ganz gemütlich auf der Straße, mal links, mal rechts marschierte und einfach nur gemütlich unterwegs war. Ein anderer Autofahrer verscheuchte ihn nach einigen Minuten, so dass wir unsere Reise fortsetzen konnten.

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Sep 20 2010

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Faszination Natur

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Yellowstone Nationalpark.Spiel, Satz und Sieg. Bei unserem heutigen Besuch im ältesten Nationalpark haben wir wirklich nur gewonnen. Das Wetter hielt (weitestgehend), so dass wir bei fast steten angenehmen Temperaturen schon die ersten drei Highlights auf der Grand Loop Road, der 229 Kilometer langen Hauptverkehrsader im Yellowstone Nationalpark, begehen und sehen konnten, wobei man sich, wenn man sich wirklich Zeit lässt und alle Wege abgeht alleine dafür schon zwei Tage bräuchte. Zugänglich ist der 8987 Quadratkilometer große Park übrigens über fünf Eingänge, wovon wir heute den nördlichen Zugang bei Gardiner wählten. Und genau hier befinden sich die Mammoth Hot Springs, die mich zu Beginn des Besuchs erst einmal gar nicht mehr aus dem Staunen haben rauskommen lassen. Anstatt Blut durchfloss meine Adern die pure Begeisterung. Kann die Natur etwas derartig Grandioses schaffen? Ja, kann sie. Ich selbst war Zeuge, der es aber kaum schaffte, die Realität als solche in sein Bewusstsein zu lassen. Weder Worte, Bilder noch Filme können auch nur ansatzweise wiedergeben, was sich dort für ein überwältigender Schatz verbirgt. Keine Frage, dass der heutige Tag mit zu den Top-Favoriten des diesjährigen Urlaubs zählt und da die Weite und Famosität des Parks niemals auch nur an einem einzigen Tag zu erfassen sind, haben wir den morgigen Tag für einen weitere Stippvisite eingeplant, wobei wir gerne noch viel mehr Tage hier zubrächten, gerne sogar eine ganze Woche, was aber die sich nun immer mehr abzeichnende Endlichkeit unseres Urlaubs leider nicht zulässt, zumal wir noch an die Westküste zurück müssen. Selbst unser Vorhaben, beim Crater Lake vorbeizuschauen, mussten wir angesichts der Tatsache mangelnder Zeit inzwischen verwerfen.

Doch zurück zum Park, über den ich selbst hier mangels Zeit nur unzureichend berichten kann, was mich selbst betrübt. Zurück zu den Mammoth Hot Springs, den prächtigen Terrassen aus bis zu 60 Meter hohen, stufenweisen übereinander gelagerten Sinterbecken, in deren Thermalquellen die Temperaturen zwischen 18 und 74 Grad Celsius schwanken, in die ich verbotenerweise auch mal gefasst habe, um mich mittels einer weiteren Sinneserfahrung doch davon zu überzeugen, dass das, was ich sehe, wahr und nicht geträumt ist. Schade, aber verständlich finde ich im übrigen die Tatsache, dass man sich immer auf nur auf dafür vorgesehenen Bohlenstegen bewegen kann, die mir manchmal etwas zu fern von den Naturgiganten schienen, was aber auch Sicherheitsaspekte beinhaltet, denn teilweise ist der Boden, auf dem man sich gleich neben den Stegen bewegen würde, dass die Gefahr des Einbrechens droht und man dadurch in den heißen Quellen landen könnte. Aufregend! Genauso spannend war übrigens die Begegnung mit einem Bison in freier Wildbahn und ein paar Elchen, die sich jedoch völlig unscheu zeigten. Nähern darf man sich den Tieren aber nicht.

Im Anschluss fuhren wir an das Norris Geyser, dem ersten Geysirfeld am Loop, einer zum Teil sehr kargen Landschaft, die von den aktiven Geysiren mit Dampfschwaden und ständigem Brodeln und Zischen überzogen wird. Yellowstone Nationalpark.Hier befindet sich auch der größte Geysir der Erde, der Steambot Geysir, dessen Fontänen jedoch nur alle fünf Jahre bis zum 130 Meter in die Höhe schießen, letztmalig 2005, weshalb unsere heutige Erwartungshaltung diesbezüglich doch sehr hoch war. Zu mehr als einem leichten Spückeln ließ er sich trotz tiefstem Herzenswunsch, den vermutlich jeder Besuch in sich trägt, aber nicht erweichen. Ungeachtet fanden sich natürlich zahllose Alternativen, tief beeindruckt zu sein, alleine schon der stechende Geruch nach verfaulten Eiern, der uns wegen der schwefelhaltigen Thermalquellen in regelmäßigen Abständen immer wieder in die Nase kam, war für uns beide eine zwar nicht wohl duftende, aber nicht missen wollende Erfahrung.

Zum Abschluss des Tages begaben wir uns auf einen zum Teil sehr halsbrecherischen, aber sehr lohnenswerten Pfad in die Schlucht des Yellowstone Canyon, von wo aus wir die Lower Falls, einem von zwei Wasserfällen des Yellowstone Rivers innerhalb des Parks, mit ohrenbetäubendem Getöse 94 Meter tief in die Schlucht donnern hörten und sahen.

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Sep 19 2010

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Tag 10: 400 Meilen ostwärts

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Heute haben wir unseren Autotag eingelegt. Das war auch völlig ok, denn die ersten 250 Meilen unserer Reise nach Osten regnete es sehr häufig. Zu sehen gab es aber schöne und beeindruckende Landschaft, denn es ging immer höher hinauf. Nach rund 400 Meilen sind sind wir nun in Bozeman in Montana, knapp 80 Meilen vom Yellowstone Nationalpark entfernt. Hier sind die Motelpreise noch sehr moderat, in den Städten um den Park selbst geht es ab 120 Dollar los. Aufwärts versteht sich.

Bozeman selbst ist ein nettes kleines Städtchen, bekannt wurde es, weil in der Nähe der Pferdeflüsterer gedreht wurde. Man hat bereits sehr schöne Blicke auf die Rocky Mountains. Immerhin sind wir hier fast 4600 Fuß hoch. Da es ein Touristenort ist, gibt es hier Geschäfte und alles, was man braucht.

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Sep 19 2010

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Tag 9: Wasser inmitten der Stadt

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Spokane Falls Auf nach Osten. Und das bei schönem Wetter. Unser nächstes Ziel ist bekanntlich der Yellowstone Nationalpark, und bis dahin sind es immerhin knapp 1200 Kilometer von Seattle aus. Viel haben wir gestern nicht geschafft, wir sind bis Spokane gekommen, also knapp 440 Kilometer. Das lag aber auch daran, dass wir Pausen eingelegt haben.

Jetzt sind wir in Spokane, das noch im Bundesstaat Washington liegt. Die Stadt war Gastgeberin der Expo 1974. Damals baute man den Riverfront Park, dessen Höhepunkt die Spokane Falls sind. Hier donnert der Spokane River knapp 23 Höhenmeterunterschiede in zwei sehenswerten Wasserfällen herunter, wovon besonders die Lowerfalls beeindruckend sind. Man kann sogar mit der Wasserfall-Gondelbahn direkt über die Falls fahren, doch diese sogenannte Skyride haben wir nicht bestiegen.

Das Wetter spielt mit, die Fahrt durch die bergreiche Landschaft war sehenswert, und so ging der Tag trotz Fahrt schnell rum. Zudem fanden wir einen Walmart Superstore, wo wir erste Einkäufe für die Rückfahrt tätigten. Wir machen das bereits jetzt, da wir nicht wissen, wann der nächste Walmart kommt. Kein Scherz: Aber mehrere hundert Kilometer gibt es keine größere Stadt und folglich auch nur wenige Geschäfte. Da muss man Chancen nutzen.

Am heutigen Sonntag ist das Wetter schlecht, es regnet. Perfekt für die Fahrt. Hoffen, wir, dass wir bis an die Grenze des Parks kommen, damit wir ihn morgen besichtigen können.

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