Okt 09 2009

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Tag 14: West Haven – Philadelphia

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Liberty BellEs war heute ein wirklich ungewöhnlicher Tag. Zunächst einmal war das Wetter komplett anders als vorhergesagt. In West Haven regnete es, doch am Nachmittag schien in Philadelphia die Sonne und es war über 23 Grad warm, man konnte sogar im T-Shirt spazieren gehen. Die Sonnestrahlen nutzten wir, indem wir noch einmal in die Stadt fuhren und uns einige schöne Ecken der Metropole in Pennsylvania anschauten. Wir waren am Museum of Modern Art und sahen unter anderem das Denkmal für Rocky, der an diesem Museum die Treppe für sein Training benutzte. Dann liefen wir noch durch die Stadt zur Independance Mall, wo wir die berühmte Freiheitsglocke besichtigten und einige sehenswerte Häuser anschauten, so zum Beispiel die City Hall, die bis 1988 das höchste Gebäude der Stadt war.

Tja, und dann, als wir für unseren Flug nach Deutschland die Sitzplätze reservieren wollten, stellten wir fest, dass wir nicht morgen fliegen, sondern erst am Sonntag abend. Der Versuch, das Motel zu verlängern, schlug gerade fehl, angeblich ist morgen alles ausgebucht. Und nun überlegen wir, was wir mit dem unverhofften Tag anfangen wollen. Begeisterung mag nicht aufkommen, dafür waren die vergangenen 14 Tage zu sehr verregnet, auch wenn wir viele tolle Sachen erlebt haben. Wie uns dieser Fehler passieren konnte, ist mir schleierhaft. Wir hätten länger in Boston bleiben können, die Niagara-Fälle ausgiebiger bewundern und, und und. Jetzt suchen wir sowohl nach einem neuen Motel als auch nach einem neuen Ziel. Beides wird uns sicher gelingen, und bestimmt werden wir einen weiteren schönen Tag verbringen, sofern das Wetter mitspielt. Ich muss zugeben, so was Doofes ist uns noch nie passiert…

Philadelphia

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Okt 08 2009

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Gefühlt vorbei (und vorzeitiges Fazit)

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Obwohl Boston heute superschön, sauber und sicher war, habe ich mit diesem Urlaub bereits abgeschlossen. Was soll jetzt noch kommen? Wir sitzen knapp 300 Kilometer von Philadelphia, unserem Ankunfts- und Abflugsort, in West Haven in dem schäbigsten Hotel dieses Urlaubs, in dem wir einmal mehr eine dieser „wir-kamen-heute-leider-nicht-weiter-Übernachtungen“ einlegen, fest. Diesen Umstand alleine betrachtet, wäre das natürlich noch kein Drama, über dass es sich ein Wort zu verlieren lohnt, vielleicht ein stilles in-sich-hinein-Bedauern, ja, aber keines, das den morgigen letzten Urlaubstag bereits heute abhakt.

Nachdem wir aber bereits gleich nach unserer Ankunft in Philadelphia mit schlechtem Wetter empfangen wurden und uns deswegen – auf Wetterbesserung hoffend – dazu entschlossen hatten, die Stadt am Ende des Urlaubs zu besichtigen, welcher nun aber gleichermaßen verregnet endet, bin ich wirklich betrübt.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich heute in der heimischen Tageszeitung las, dass gestern mit 25,7 Grad vor Ort Temperaturgeschichte (seit Aufzeichnung der Wetterdaten) geschrieben wurde. Während wir also in der Ferne der heimischen Tristesse zu entkommen gedachten, lehrte uns die Erfahrung eines Besseren. Den für die Jahreszeit üblichen Temperaturen unserer gewählten Urlaubsregion gemäß hatte ich in meinem Koffer auch nur einen warmen Pullover dabei, ansonsten T-Shirts und kurzärmelige Hemden. Fakt ist, dass es keinen einzigen Tag gab, an dem wir nur mit T-Shirt bekleidet außer Haus gehen konnten, sondern uns stattdessen noch mit weiteren langärmeligen Pullovern eindeckten mussten. Vier regenfreie Tage sind für zwei Wochen Urlaub auch wirklich keine gute Quote! Wären wir also zuhause geblieben, hätten wir wenigstens gestern ein wenig Sommer im Herbst gehabt.

Doch nun noch kurz zu Boston, der hübschen von europäischem Flair gekennzeichten Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts, die sich uns heute bei sonnigen 18 Grad unter blauem Himmel feilbot. Wer je in der rund 600.000 Einwohner zählenden, größten Stadt Neuenglands war, wird um den Freedom-Trail, Amerikas Pfad der Freiheit, nicht herumgekommen sein. Kann man ja auch gar nicht, da er sich wie ein roter Faden durch die Stadt zieht. Genauer gesagt handelt es sich hierbei nicht um einen roten Faden, sondern eine rote Pflasterspur, die an sechzehn historischen Stätten in der Stadt, von denen einige mit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung zu tun haben, vorbeiführt. Obwohl der Besichtigungsweg nur rund vier Kilometer lang ist, haben wir uns nicht alle ansehen können, da wir an den Stationen nicht einfach vorbeieilten, sondern sie auf uns haben wirken lassen. Die für uns wichtigsten haben wir aber gesehen. Sei es der Boston Common, der älteste öffentliche Park in den USA, das State House, Regierungssitz und Parlament des Bundesstaates Massachusetts, die evangelische Park Street Church, die das Wahrzeichen von Downtown Boston ist, der Old Granary Burial Ground, ein Friedhof, auf dem sich die Gräber von amerikanischen Patrioten, wie den Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung, befinden, was ich aber höchst unspektakulär fand, das Old State House, Bostons ältestes öffentliches Gebäude, ein kleines Haus zwischen großen Wolkenkratzern, ferner die erste öffentliche Schule Amerikas sowie die Markt- und Versammlungshalle Faneuil Hall und Bostons populärstes Touristenzentrum, Quincy Market.

Klar wären wir gerne länger geblieben, um dieser wohlhabenden Stadt das gebührende Interesse entgegen zu bringen, doch nachdem wir in Chicago einen Tag länger verweilt haben, als wir es ursprünglich eingeplant hatten, fehlt uns nun dieser besagte Tag.

Auf unserem Weg nach Philadelphia werden wir morgen auch an New York City, das rund 120 Kilometer von hier entfernt liegt, vorbeifahren. Bei passendem Wetter wäre auch das ein spannender Abstecher gewesen, gleichwohl wir die Stadt schon gesehen haben. Aber New York ist natürlich immer einen Besuch wert. Stellt sich nur die Frage, ob wir da wirklich mit dem Auto hätten rein fahren wollen. Ich glaube eher weniger. Mangels Zeit und besseren Wetters müssen wir uns über diese Frage aber nicht den Kopf zerbrechen.

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Okt 08 2009

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Tag 13: Syracuse – Boston – West Haven

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Rund 230 Jahre zurück in die Vergangenheit führte uns der heutige Tag. Für einige Stunden waren wir Gast in der Hauptstadt von Massachusetts, Boston, und begaben uns auf den Freedom Trail. Wir sahen unter anderem das Old State House, das neue State House (eine Besichtigung von Innen lohnt ebenfalls), besuchten die Gräber von drei Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung und lernten eine wirklich schöne und aufgeräumte Stadt kennen, die uns wahrhaft gefallen hat. Leider war unser Besuch viel zu kurz, was alleine dadurch geschuldet war, dass wir in der ersten Woche wegen des Dauerregens unsere gesamte Route umplanen mussten und daher später als gedacht in Chicago ankamen. Folglich hatten wir für die Rückfahrt nach Osten bis nach Boston einfach zu wenig Zeit, weshalb wir in den vergangenen Tagen viele Städte nur per Zwischenstopp anschauen konnten. Wir haben jede Menge Appetitmacher gesehen, die einen weiteren Besuch nötig machen sollten.

Boston, Grab von Samual Adams

Womit wir mal wieder beim Wetter wären. Heute hatten wir wirklich Glück, die Sonne schien, die Temperaturen waren bei etwa 20 Grad sehr angenehm, doch für morgen ist mal wieder Katastrophenwetter angesagt. Wie schon so oft: Regen. Das heißt, wir können es ganz ruhig angehen lassen, die Fahrt nach Philadelphia könnten wir uns im Prinzip auch sparen, denn es soll regnen. Den ganzen Tag. Ach ja: Bis gegen Samstag Mittag regnet es, die Sonne kommt laut Wettervorhersage dann durch die Wolken, wenn wir am Flughafen sein müssen. Das nenne ich perfektes Timing!

Jetzt sitzen wir in einem Motel in West Haven im Bundesstaat Connecticut. Kennt keiner, muss man auch nicht, wir schlafen hier nur. Morgen geht es an New York vorbei bis nach Philadelphia, wo am Samstag der Flieger abheben wird. Traurig einerseits, aber vielleicht regnet es in Deutschland ja weniger.

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Okt 07 2009

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Urlaub im Eiltempo

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Das Wetter hat gehalten, was es versprach: es regnete. Schon beim Aufstehen! Insofern hatten wir heute Morgen geplant, die knapp 650 Kilometer von Syracuse direkt nach Boston durchzufahren, es sei denn ein einmal mehr unverhofft am Straßenrand gelegenes Outlet-Center würde uns ein bisschen Kurzweil bieten, aber selbiges kam nicht. Alternativ dazu haben wir dann nach fünf Tagen Entzug ein wenig „gewalmartet“, um uns mit ein paar Lebensmitteln, Getränken und ein paar in Auftrag gegebenen Mitbringseln einzudecken.

Nachdem sich auf der Höhe von Albany, der Stadt, die auf der Hälfte der zu fahrenden Strecke liegt, das Wetter eines Besseren besann, entschlossen wir kurzerhand, doch in die 100.000 Einwohner große Hauptstadt des Bundesstaats New York zu fahren, um heute wenigstens ein bisschen auf touristischer Erkundungstour gewesen zu sein. Die Parkuhr hatten wir mit drei Quarter gefüttert, die uns einen erlaubten zeitlichen Spielraum von 40 Minuten einräumte, den wir allerdings um 15 Minuten überschritten. Zeit, in der der Pan seinem Namen gerecht werden konnte – er bekam Panik.

Die Stadt selbst ist rasch erklommen, da auch hier die meisten Sehenswürdigkeiten zentral beieinander liegen. In der Nähe der City Hall geparkt, sahen wir uns zunächst einen Park, das Rathaus und eine nicht weit davon entfernt liegende Kirche an, bevor wir uns von der Neugierde gepackt von einem prachtvollen Gebäude, das am Ende einer Hauptstraße lag, in selbige ziehen ließen. Vor Ort – inzwischen hatte der Himmel schon wieder sein kleines, hübsches Schwarzes an – angekommen stellte sich heraus, dass es sich hierbei um die State University of New York handelte, die ich aufgrund der wetterbedingten Tristesse nur in sehr faden Bildern festzuhalten vermochte. Der enteilenden Zeit wegen hasteten wir im Anschluss daran die bergige Straße zurück, um schließlich noch dem Kapitol mit seiner monumentalen Freitreppe einen Blitzbesuch abzustatten, bevor wir strafzettelfrei (ich bin von nichts anderem ausgegangen) das Auto erreichten. Da es zu diesem Zeitpunkt aber schon wieder zu regnen begann, haben wir auch keine weiteren Münzen eingeworfen, mit deren erkaufter Zeit wir uns noch die Empire State Plaza, das futuristisch anmutende Performing Art Center sowie den Corning Tower (mit seinen 42 Etagen das höchste Gebäude im Bundesstaat New York außerhalb von Manhatten) persönlich ansehen hätten wollen. Stattdessen fuhren wir an den besagten Sehenswürdigkeiten zumindest einmal mit dem Auto vorbei, bevor wir uns wieder auf die Autobahn begaben, die uns heute bis nach Westborough führte, wo wir unseren preislich akzeptablen nächtlichen Stopp einlegen, da die Hotels in Boston direkt, das derzeit noch knapp 50 Kilometer von uns entfernt liegt, wesentlich teurer sind.

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Okt 07 2009

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Tag 12: Syracuse – Albany – Westborough

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Albany, Kirche neben der City HallRome, Verona, Amsterdam, Rotterdam – unsere Fahrt nach Boston glich heute einer Reise durch Europa. Immer wieder fanden wir entlang des Weges Namen europäischer Städte, die die damaligen Einwanderer wohl früher als Erinnerung gewählt hatten. Unsere Fahrt gen Osten begann bei strömendem Regen in Syracuse, wurde unterbrochen durch Sonnenschein bei unserem Stopp in Albany und endete bei einigermaßen freundlichem Wetter kurz vor Boston, wo wir uns nun befinden. Gerade das Stück von der Staatsgrenze New York durch Massachusets war landschaftlich beeindruckend, doch vom berühmten Indian Summer haben wir noch nicht viel gesehen; dafür gab es einfach zu viel Regen.

Wie bereits erwähnt, legten wir unseren heutigen Zwischenstopp in Albany ein, der Hauptstadt des Bundesstaates New York. Die Stadt selbst ist zwar nur 100000 Einwohner groß, beherbergt jedoch einige sehenswerte Gebäude im Stadtzentrum. Auffällig ist dabei das Capitol, ist es doch eines der wenigen in den USA, das nicht dem großen Vorbild in Washington nachempfunden wurde. Darüber hinaus stehen in der Stadt noch einige alte Gebäude, die nach einer Renovierung ganz sicher Juwelen darstellen könnten. Besucht man übrigens keine Museen, ist man mit einem knapp zweistündigen Aufenthalt gut beraten.

Noch zwei Tage, noch knapp sieben Stunden Autofahrt, dann geht es bereits wieder nach Hause. Am Samstag wird der Flieger gegen 18 Uhr abheben. Für ein Fazit ist es noch zu früh, immerhin sehen wir morgen noch Boston und am Freitag und Samstag Philadelphia, jedoch eines ist sicher: Wettermäßig ist der Urlaub 2009 der schlechteste USA-Urlaub, den wir bisher erlebt haben: katastrophal nass!

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Okt 06 2009

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Mittendrin statt nur dabei

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Auch wenn der heutige Tag ein regenfreier war, sind wir im „donnernden Wasser“, wie die Indianer sagten, doch nass geworden – und das trotz schützender Ponchos. Ein Besuch der Niagarafälle ohne eine Maid of the Mist-Bootstour wäre aber auch nur eine sehr eingeschränkte Erfahrung gewesen. So waren wir quasi mitten im Auge des tosenden Kessel der Horseshoe Falls, über die jede Sekunde rund 2 Millionen Liter Wasser stürzen. Bei dieser zum Teil sehr abenteuerlichen Fahrt, die ihre 13,50 Dollar aber auf jeden Fall wert sind, fährt der Kapitän die sich gegen Wirbeln und Strömungen wehrende Barkasse so nahe wie möglich an die ungestüme Wasserwand des wild geischenden Wasserfalls. Dabei trocken zu bleiben, ist meines Erachtens so gut wie gar nicht möglich, da der stürmische Regenschauer, der zudem pausenlos seine Richtung wechselt, sich von allen Seiten Zugang zu der Kleidung verschafft. Sei es tröpfelnd, schleichend, kriechend oder fließend. Die Frage ist letztlich nur jene, wie nass man wird. Und ich bin, weil ich so Angst um meine Kamera hatte und mein ganzes Bestreben darum bemüht war, sie und nicht mich zu schützen, sehr nass geworden, was im Anschluss nach der Bootsfahrt aufgrund des Windes doch sehr unangenehm wurde.
Die American Falls

Ursprünglich hatten wir uns für heute vorgenommen, uns das aus drei Wasserfällen bestehende Naturspektakel, welches allein durch seine Länge, Form und den gewaltigen Wassermassen zu den schönsten Wasserfällen der Erde zählen sollen, sowohl von der amerikanischen als auch kanadischen Seite anzusehen, da sich die beiden Länder das nasse Wunder teilen. Mit den Reisepässen in der Tasche wäre es ein Leichtes gewesen, die beiden Länder trennende Rainbow-Bridge zu Fuß zu überqueren, doch nachdem wir so nass uns durchgefroren waren, unterließen wir dieses Vorhaben, gleichwohl der Reiseführer sagt, dass man besonders von der kanadischer Seite einen grandiosen Blick über die Abbruchkante der Horseshoe Falls hätte, aber wir waren auch so schon ganz zufrieden.

Die Maiden of the Mist im Kampf mit den Horseshoe FallsUmgehauen in dem Sinne hat mich das grandiose Schauspiel der größten Elektrizitätserzeuger der Welt aber nicht. Vielleicht war es auch hier einmal mehr so, dass meine Erwartung im Vorfeld einfach zu groß war, weil ich soviel darüber gelesen hatte oder ich durch den Besuch des Rheinfalls in Schaffhausen letztes Jahr noch etwas wesentlich Spektakuläreres vorzufinden glaubte. Möglicherweise trübte aber auch ein gesundheitliches Tief, das mich die erste Hälfte des Tages peinigte, meine Wahrnehmungsfähigkeit.

Die kommenden beiden Tage fahren wir – leider noch immer auf kostenpflichtigen Toll-Roads – weiter ostwärts, Richtung Boston, das noch gut sechs Autostunden von uns entfernt liegt. Auf der Hälfte des Weges wollen wir in Albany, der Hauptstadt des Bundesstaates New York, eine Sightseeing-Rast einlegen. Nachdem für morgen aber wieder mal Regen angekündigt ist, fahren wir morgen möglicherweise auch ganz durch bis nach Boston. Mal sehen, wie es kommt. Heute Abend fanden wir, bevor wir hier in Syracuse eincheckten, ja auch mal wieder völlig überraschend ein Outlet-Center am Straßenrand, dem wir einen kurzen Besuch abstatteten.

So allmählich kommen bedauerlicherweise auch schon die ersten Gedanken an den Heimflug am Samstag, die ich aber soweit wie möglich zu verdrängen versuche. Berufsurlauber müsste man sein.

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Okt 06 2009

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Tag 11: Erie – Niagara Falls (US) – Syracuse

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Was war das für ein nasser Tag. Hose nass, Jacke nass, und das trotz blauer Regencapes. Aber endlich mal ein gewollt nasser Tag samt Regenbogen. Wer mit der Maid of the Mist Boat-Tour an die Niagarafälle heranfährt, der wird richtig nass, wenn er nicht aufpasst. Zuerst nur ein wenig bei den American Falls – hier aber mit herrlichem Regenbogen -, doch bei den Horseshoe Falls ist man komplett von Wasser umgeben, und der Wind peitscht das Nass nur so auf das Boot. Aber wahnsinnig spannend ist diese Tour, die meines Erachtens zum Pflichtprogramm eines Besuchs bei den Niagarafällen gehört. Denn nur so erlebt man das imposante Naturschauspiel von Nahem und aus einer phantastischen Perspektive, bei der mehr als 2,5 Millionen Wasser pro Sekunde 50 Meter in die Tiefe stürzen.

Niagara Fälle

Die Fälle selbst besichtigten wir von der amerikanischen Seite aus. Allgemein wird gesagt, dass man von der kanadischen den besseren Blick auf die Fälle haben soll. Doch das störte uns wenig, denn die Tour mit dem Schiff kann man von beiden Seiten aus starten. Zu Fuß gelangt man außerdem direkt an die Fälle, und so hat man einen tollen Überblick über das Spektakel.

Eingepackt geht es zur BootsfahrtDer Besuch der Niagarafälle war der geplante Stopp auf unserer Tour gen Osten. Jetzt sind wir noch knapp sechs Fahrtstunden von Boston entfernt. Unterschlupf haben wir in Syracuse im Bundesstaat New York gefunden. Für morgen ist wieder Regen angesagt, daher wissen wir noch nicht, ob wir in Albany wie geplant unseren obligatorischen Besichtigungsstopp einlegen werden. Aber nach drei Sonnentagen sind wir ja mit allem zufrieden, was sich wettermäßig uns bietet, zumal am Donnerstag die Sonne über Boston lachen soll.

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Okt 05 2009

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Schnäppchen, Rock’n Roll und Fünf für Drei

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Der heutige Tag war vornehmlich einer, den wir auf der Straße verbracht haben. Rund 550 Kilometer – man bedenke die amerikanischen Geschwindigkeitsbegrenzungen – sind wir weiter Richtung Osten von Elkhart über Cleveland bis nach Erie gefahren, wo wir heute Nacht einmal mehr einen kleinen Zwischenstopp einlegen, bevor wir morgen nach dem Frühstück weiter Richtung Buffalo aufbrechen, um uns unweit vor Ort, ob von der kanadischen oder amerikanischen Seite wissen wir noch nicht, die Niagara Fälle anzusehen.

Was das „Unvornehmliche“ des heutigen Tages betrifft, sprich die Stunden, die wir nicht auf der Straße verbracht haben, handelt es sich hierbei um zwei zweistündige Unterbrechungen. Die erste davon haben wir in einem zufällig am Straßenrand von Angola – nein, nicht dem knapp 16 Millionen Einwohner großen Land im Südwesten Afrikas, obwohl wir des Scherzes wegen für einem Moment so taten, vielmehr einer kleinen, 7300 Einwohner zählenden Universitätsstadt in Indiana – entdeckten Outlet-Center verbracht, in welchem heute einmal der Pan reichlich Ware für wenig Dollar erhielt, wobei auch ich Dank „Clearing“ ein Paar Marken-Turnschuhe für erfreuliche 11 Euro erhielt.

Im Anschluss daran fuhren wir noch rund drei Stunden weiter, um in der direkt am Eriesee gelegenen, 500.000 Einwohner großen Stadt Cleveland die zweite, jene, die wir auch eingeplant hatten, Unterbrechung einzulegen. Dass diese letztlich aber auch nur zwei Stunden betragen würde, hatten wir gerade auch der Größe der Stadt wegen nicht gedacht. Da aber einmal mehr alles Sehenswerte relativ lauffreundlich zu erreichen war, kamen wir recht zügig durch die einst von Kohle, Stahl und vor allem Öl bestimmt Hafenstadt, die inzwischen erfolgreich ihr “Ruhrpott-Image” abgelegt hat. Hinzufügen muss ich in diesem Zusammenhang aber auch, dass wir noch einen Museumsbesuch eingeplant hatten, für den wir aufgrund des überraschenden Shoppens zuvor aber zu spät kamen. Ja, Cleveland ist heute vor allem für Musikinteressierte – wie auch der Pan einer ist – ein Begriff. So beherbergt die Stadt seit 1995 die Rock’n Roll Hall of Fame, ein Museum, das sich mit den Ikonen der Rockmusik beschäftigt. Wie bereits gesagt: als wir Cleveland erreichten, hatte selbiges schon zu. Klar, dass wir natürlich trotzdem zu dem rund 14.000 Quadratmeter großen Wallfahrtsort für Rockfans pilgerten, der alleine schon wegen seiner mehrfach ausgezeichneten Architektur (der Eingangsbereich erinnert zum Beispiel an ein Grammophon) einen Abstecher rechtfertigt.

Unterhaltsam war im Übrigen auch noch das Gespräch mit einem super lieben Sicherheitsbeamten der Stadt, der uns kurz nachdem wir den geparkten Wagen verlassen hatten, begegnete. Mit unserem lieblichen Charmebolzen Tim auf dem Arm hatten wir natürlich alle Sympathien auf unserer Seite, wodurch sich die Unterredung fröhlich und kurzweilig gestaltete. Zum Abschied gab’s neben den besten Erkundungswünschen für die Stadt und der Information, dass er künftig auch seinen Teddy mit auf Reisen zu nehmen gedenkt, da ihm unsere Idee (und natürlich Tim) so gut gefiel, für uns alle drei jeweils einen freundschaftlichen „Gib mir 5-Handabklatscher“, mit dem wir beschwingt durch die Straßen schlenderten.

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