Archiv für das Tag 'Kalifornien'

Sep 24 2010

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Unser letzter Tag

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Noch acht Stunden (7.30 Uhr unserer Zeit, 16.30 Uhr deutscher Zeit), dann hebt unser Flieger nach Deutschland ab. Alleine der Gedanke daran erfüllt mich mit großem Kummer, weil ich weiß, dass dort nur Kälte, Alltag und Pflicht warten, während sich hier die Sonne nun gänzlich zuverlässig und sommerlich zeigt. Für morgen sind sogar 31 Grad versprochen, die uns aber verwehrt bleiben.Union Square in San Francisco. Das einzige, auf was ich mich zuhause wirklich freue, sind die heimischen Backwaren, ansonsten vermisse ich nichts, was mich mit Heimweh erfüllen könnte. Nein, es ist vielmehr so, dass ich mich morgen früh mit dem Pan und den acht (von zwölf) mitgenommenen „Kindern“ viel lieber in den Flieger setzen würde, um irgendwo anders unseren Urlaub fortzusetzen. Aber die Realität sieht leider anders aus, und genau dieser Realität galt es heute auch ins Antlitz zu blicken, obwohl ich den Gedanken an die Abreise während unserer Stadtbesichtigung Downtown in San Francisco zu verdrängen versucht habe, was – während wir unterwegs waren – auch weitestgehend gelang. Inzwischen sitzen wir aber im Motel am Flughafen auf gepackten Koffern. Verdrängen ist jetzt absolut nicht mehr möglich. Dabei haben wir uns mit unserem eigenen Rhythmus gerade so gut eingelebt in diesem Urlaub, fühlten uns angekommen. Aber gut, ich will mich natürlich nicht beklagen. Alles eine Frage der Betrachtung. Man soll ja bekanntermaßen aufhören, wenn’s am Schönsten ist, wenngleich es gerade unter diesen Bedingungen schwer fällt. In diesem Zusammenhang kam mir heute übrigens auch die Erinnerung an einen Urlaub, zum Glück der bisher einzige in meinem Leben, bei dem es genau andersherum verlief, als mir die Zeit im Sündenpfuhl Thailands, Pattaya, lang und unerträglich schien und ich den Heimflug aus tiefstem Herzen ersehnte.

Unter derartigen Umständen wollte ich kein zweites Mal einen Urlaub beenden, insofern bin ich doch froh und dankbar, dass unsere 15-tägige Reise, auf der wir knapp 5.400 Kilometer zurückgelegt haben, gefühlt so rasant verging, was meines Erachtens auch für die Güte der gemeinsam verbrachten Zeit spricht. Ich halte einfach nur gerne am Schönen fest, was ich auch gerne zu mehren versuche. Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt!

Und Downtown? Letztlich, solange man hinsichtlich der steilen Hügel die Kondition dazu hat, ist die Innenstadt San Franciscos leicht zu Fuß begehbar, weswegen wir sie heute auch genauso erklommen. Angefangen haben wir unsere Besichtigung bei einem markanten Wahrzeichen der Stadt, das aus der Skyline hervorsticht, der Transamerica Pyramide, eine, wie der Name schon sagt, große, vierseitige Pyramide mit zwei “Flügeln”, die an den an jeweils gegenüberliegenden Seiten des zudem größten und auffälligsten Wolkenkratzers der Stadt angebracht sind. Unweit davon entfernt liegt Chinatown, die wir zwar beide nicht sehen wollten, sie aber dann doch aufsuchten, weil sie sich in Sichtweite befand. Ohne es zu wissen, spreche ich, glaube ich, in Pans Namen, dass wir dieses Viertel beide als nicht weiter sehenswert erachten, gleichwohl das von chinesischstämmigen Amerikanern bewohnte Viertel mit 80.000 Einwohnern eine der größten Chinatowns der USA ist. Uns haben die vielen Ramschläden, die billige Souvenirs teuer feilbieten, auf jeden Fall nicht gefallen.

Nächster Anlaufpunkt war der Union Square, ein Palmen geschmückter Platz voller Licht inmitten der dunklen Häuserschächte, an dem es Spaß macht, eine kleine Rast einzulegen.

Das Fairmont Hotel auf dem Nob Hill in San  Francisco.Zum Abschluss des Tages bezwangen wir im Schneckentempo noch den extrem steilen Nob Hill, um uns von der nach Auskünften des Reiseführers „grandiosen“ Grace Cathedral ein eigenes Bild zu machen, wobei ich mich wunderte, dass um eine derart schlichte Kirche ein solches Aufsehen gemacht wird.
Besser als die Kirche hat mir hingegen deren Umgebung oben auf dem Hügel gefallen. Seien es die Cable Cars, die sich mühselig den Berg hoch kämpfen oder auch die beiden alten Luxushotels, Fairmont Hotel und das Mary Hopkins.

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Sep 23 2010

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Street Vibrations in der größten Kleinstadt der Welt

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Street Vibrations 2010 in Reno, Nevada.Ursprünglich nur als Schlafstätte gedacht, haben wir dem kleinen Bruder von Las Vegas, der Glücksspiel-Stadt Reno, heute, nachdem wir unseren morgendlichen Starbucks-Kaffee ohnehin in der Innenstadt einnahmen, auch einen kurzen Rundgang abgestattet, weil die Leuchtreklamen während der Fahrt dorthin nur allzu bunt glitzerten und in der „Biggest Little City in the World“, so lautet das offizielle Stadtmotto, alles ein wenig größer als anderswo schien. Der blaue Himmel lud zudem als freundlicher Geselle zu einem Spaziergang ein. Während unseres Ausflugs bestätigte sich durch die vielen Casinos, die nahezu jedes Postkartenmotiv der Stadt zieren, unverkennbar, was die Stadt nach außen hin ausstrahlt: das Glückspiel hat hier als wichtigster Wirtschaftszweig das Zepter in der Hand. Hässlich in dem Sinne fand ich die Stadt dadurch aber nicht, aber auch nicht so sehenswert, dass ich sie jemand als besuchenswert empfehlen würde, es sei denn er kommt ohnehin daran vorbei.
Nachdem es in der drittgrößten Stadt Nevadas – ganz anders als in Las Vegas – aber gerade während der Woche eher ruhiger zugeht, hat sich Reno als belebendes Element auch zum Schauplatz mehrerer gut besuchter Veranstaltungen entwickelt, und wie es der Zufall wollte konnten wir heute einem solchen beiwohnen. Street Vibrations nennt sich das Bikerfestival, bei dem sich jährlich rund 11.000 größtenteils Harley-Fans treffen, um Live-Musik, Motorrädern, Stuntshows und Paraden zu frönen.Street Vibrations 2010 in Reno, Nevada. Da der Tag aber noch recht jung war, war dort noch nicht so viel los; ein paar verchromte Maschinen samt skurriler Besitzer haben wir aber dennoch gesehen. Gut gefallen hat mir persönlich auch die 24 Meter hohe Bowlingkugel, die die Fassade des National Bowling Stadiums an der North Center Road ziert. Mit seinen 78 Bahnen (ist das nicht der Wahnsinn?) ist dieses Stätte übrigens auch Schauplatz mehrerer hochkarätiger Bowlingwettbewerbe.

Unseren nächsten Stopp legten wir gut eine Fahrtstunde von Reno entfernt, am Lake Tahoe, ein. Mit seinen 497 Quadratkilometern Fläche ist der größte alpine See des nordamerikanischen Kontinents durch seine Lage inmitten der Sierra Nevada und den vielseitigen Freizeitangeboten ein beliebtes Ausflugsziel, das auch wir aus diesem Grunde ansteuerten. Das belebende Gefühl vom Quadfahren in den Sanddünen noch in guter Erinnerung, gedachten wir heute, uns einem ähnlichen Vergnügen hinzugeben, nämlich einer Sandbuggytour in den Kiefernwäldern, die uns aber wegen Zuspätkommens verwehrt blieb. Schade. Das wäre bestimmt im höchsten Maße spaßig geworden. Zu dumm aber auch, dass der Öffnungszeiten so früh am Nachmittag enden. Den Kurzbesuch in Reno hätte ich deshalb aber nicht missen wollen. Nun gut, vielleicht ein anderes Mal. Dieses Jahr jedoch nicht mehr, denn uns bleibt nur noch der morgige Tag und diesen verbringen wir in San Francisco.

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Sep 13 2010

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Erdbeerbäume, Schafsohren und Kängurugras

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Es kam mal wieder anders als gedacht, wobei die Formulierung „anders als gedacht“ letztlich falsch ist, da wir uns in diesem Urlaub doch eher treiben lassen, als ihn restlos durchzuplanen, es aber davon abgesehen natürlich schon ganz grob eine Route gibt, die wir auf unserer langen Rundreise angedacht hatten. Der Trip des Vortages hatte uns abends in Redding, einer unspektakulären mittelgroßen Stadt, die noch nicht einmal im Reiseführer stand, eingespült. Uns sollte sie jedoch nur als Schlafstätte dienen, bevor wir am nächsten Tag die Weiterfahrt gen Norden antreten wollten. Des WiFi-Zugangs im Zimmer wegen habe ich mich dann aber mal ein wenig über die 100.000 Einwohner große Stadt informieren wollen und hierbei erfahren, dass sie sich ausschließlich mit einer Sehenswürdigkeit rühmt, der Sundial Bridge.
Sundial Bridge in Redding.„Die 2004 eröffnete freitragende Schrägseilbrücke überspannt in einer Länge von 213 Metern den Sacramento River“, hieß es dort. Das Bild war verlockend. Und wenn wir schon mal hier sind, können wir uns die Brücke doch auch ansehen, bevor wir weiterfahren, sagten wir uns. Gesagt. Getan. Gestärkt vom landestypischen (meist absolut unspektakulären) Continental Breakfast machten wir uns bereits kurz nach 9 Uhr auf den Weg, um nach wenigen Fahrminuten positiv überrascht zu werden. Die Brücke als solche ist, wenn man denn mal vor Ort sein sollte, auf jeden Fall einen kleinen Abstecher wert. Kurzweilig ist zudem der Turtle Bay Exploration Park, der sich beiderseits des Flusses befindet. Auf Schildern mehrfach vor Klapperschlangen gewarnt haben wir uns dann sogar zwei Stunden in dem Areal, in dem es unter anderem Erdbeerbäume, Schafsohren, Kängurugras, Bärenzungen, Jerusalemsagen, überdimensionierte Kaulquappen und vielerlei Kleintiere zu bestaunen gibt, aufgehalten. Insofern ein echtes Geschenk des Zufalls.

Nach den vielen gefahrenen Kilometern stand heute auch das erste Mal Tanken an, was in jedem Urlaub anfänglich immer ein wenig mit Angst besetzt ist, weil es sich mit dem Tanken in den USA ähnlich wie mit den Duschen verhält. Es gibt viele Möglichkeiten, zumindest befremdliche. Und seltsame Benzinsorten. Nun ja. Um es kurz zu machen: wir standen an der Tankstelle und hatten keine Ahnung. Als wir jemanden zur Hilfe holten, wusste selbst die Fachangestellte nicht weiter. Sie stützte sich auf Vermutungen, riet uns zur Sicherheit aber bei dem Autoverleih anzurufen, damit wir den Motor nicht kaputt machen. Telefonat mit der Verleihfirma über Themen, die wir vermutlich noch nicht einmal in Deutsch verstehen würden? Mit ein wenig Mut überwanden wir uns, die Dame zu fragen, ob sie für uns dort anrufen würde, schließlich war sie vom Fach. Sie tat es. Sie tat es sogar gerne! Rund 10 Minuten dauerte das Gespräch, das für uns den Tag rettete und uns Klärung brachte, schließlich dachten wir noch kurz vorher, dass wir einen ganz seltenen Treibstoff benötigen, den es nur in auserlesenen Tankstellen gibt. Außer einem Danke wollte sie nichts annehmen. Stattdessen sollten wir doch einfach mal wieder vorbeikommen, wenn wir wieder in der Gegend seien, um Hallo zu sagen. Irgendwie waren wir beschämt, weil wir so gar nichts zurückgeben konnten und sie uns doch so sehr geholfen hatte. Also küsste ich sie wenigstens voller Freude und Dankbarkeit auf beide Wangen, was sich lächelnd annahm.

Nach einem kleinen Abstecher in einem Outlet-Center, den sie uns empfahl, ging unsere Reise am Nachmittag dann tatsächlich weiter gen Norden durch eine farbenreiche, manchmal aber auch gänzlich karge und öde Landschaft, die uns aber doch faszinierte, vor allem auch die Bergkulissen, an deren Gipfel Schnee hing, während wir bei über 30 Grad Sommergefühle hatten.

Unsere heutige Rast zur Nacht legen wir in einer Kleinstadt im Südwesten von Oregon ein. Ganze 20.000 Einwohner zählt Roseburg, das sich aber doch mit einem unterhaltsamen Detail zur Sprache bringt, denn von hier stammt der Erfinder des Fliegenden Spaghetti-Monsters.

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Sep 12 2010

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Mörderische Temperaturschwankungen und flüchtende Seelöwen

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So sommerlich es gestern war, so erschreckend kalt war es heute. Selbst in Jacke gehüllt wollte es mir einfach nicht warm werden. Unerträglich schneidend blies vor allem der Wind, der die gefühlte Temperatur noch wesentlich kühler erschienen ließ.

Seelöwen am Pier 39.

Nachdem wir gestern Abend so erfolglos wenig Seelöwen bei ihrem schlichten, aber dennoch touristisch sehenswerten Dasein beobachten konnten, was wir auf unseren späten Besuch zurückführten, versuchten wir heute Vormittag erneut unser Glück, jedoch ohne selbiges zu haben, was die Vermutung nahe legt, dass auch Seelöwen ein wenig wetterfühlig sind oder schlicht und ergreifend so intelligent, sich ohne Sonne nicht auf den schwimmenden Holzstegen im kalten Pazifik niederzulassen.

Des Rätsels Lösung ist aber doch eine ganz andere! Wie ich mich einmal mehr schwach an einen in der Vergangenheit gelesenen Artikel über das plötzliche Verschwinden tausender Seelöwen am Pier 39 erinnerte, recherchierte ich inzwischen, dass die Meeressäuger Ende November 2009 von der berühmten Touristenattraktion Fisherman’s Wharf in den 800 Kilometer entfernt liegenden Nachbarstaat Oregon ausgewandert sind. Dort sind sie plötzlich und überraschend einfach aufgetaucht. Experten glauben diesbezüglich, dass die Seelöwen einer kalten Wasserströmung mit reichlich Futter nach Norden gefolgt sind, da die ungewöhnlich warmen Strömungen entlang der kalifornischen Küste dort in der Vergangenheit die Fischbestände erheblich reduziert hatte.

Der Kälte wegen besannen wir uns hinsichtlich unserer zunächst geplanten Tagestour doch eines anderen und ließen recht schnell von dem Vorhaben, den Golden Gate Park aufzusuchen, ab. Stattdessen fuhren wir mit unserem schicken roten Leihwagen, der mich vor allem auch mit seinem schmeichelhaften Blinkergeräusch begeistert, die steilen Hänge San Franciscos hinauf, um sie im engen Zickzack der Lombard Street (angeblich die kurvenreichste der Welt), die wir am Tag zuvor noch gelaufen sind, wieder hinunter zu fahren. Herrlich.

Im Anschluss daran fuhren wir über DAS meistfotografierte Wahrzeichen der Stadt, die Golden Gate Bridge, die sich mit dem traurigen Rekord rühmt, die Brücke zu sein, von der sich weltweit am meisten Menschen zu Tode gestürzt haben. Seit ihrer Fertigstellung 1937 über 1200 Personen. Da wir vorteilhafter Weise aus der Stadt herausfuhren, blieben uns auch die 5 Dollar Maut erspart, die wir in knapp zwei Wochen jedoch bei unserer Rückkehr zu zahlen haben. Naja. Dass Toll nicht toll ist, haben wir ja schon letztes Jahr im wahrsten Sinne des Wortes zur Genüge erfahren. Bin gespannt, welche Summe dieses Jahr zusammen kommt. Auf zwei stürmischen Aussichtspunkten haben wir dann noch ein paar obligatorische Fotos gemacht, bevor wir uns kurzerhand zur Weiterfahrt gen Norden entschlossen, für den wesentlich wärmere Temperaturen angesagt waren. Und wahrlich!

Kaum waren wir aus der romantischen Metropole Kaliforniens draußen, stiegen die Temperaturen sichtlich. Auch das hatte ich im Vorfeld gelesen, hielt es aber kaum für möglich. Natürlich mussten wir erst ein paar Meilen fahren, aber der unmittelbare Zusammenhang zwischen steigender Distanz zur Stadt und ansteigenden Temperaturen war unverkennbar. Nach 80 Meilen befanden wir uns plötzlich in sengender Hitze. Atemberaubend, dass so etwas möglich ist. Hätte ich es selbst nicht erlebt, hielte ich es wohl für einen billigen Zaubertrick.

Mittlerweile sind wir in Redding gelandet, wo wir die Nacht verbringen werden, um nach dem Frühstück weiter gen Norden zu fahren.

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Sep 12 2010

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Hafen und Hügel

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So ganz scheinen wir den Jetlag noch nicht überwunden zu haben, denn sonst wären wir gestern Abend um 21 Uhr nicht wie müde Krieger nach einem schweren Kampf ins Bett gekippt, wobei der Schlaf als solches gänzlich erholsam war und uns heute Morgen bereits um 5.30 Uhr in den Tag hat starten lassen.

Den gestrigen Tag verbrachten wir fast ausnahmslos am Port of San Francisco, sprich am Hafen. Um den horrenden Tagesparkgebühren von 28 Dollar ein Schnippchen zu schlagen, haben wir etwas weiter außerhalb geparkt, genauer gesagt in den Nähe der Oakland Bridge, wo wir für akzeptable 6 Dollar eine angenehme Stellfläche fanden.

Dümmlicherweise muss ich zugeben, dass wir uns anfänglich von der Oakland Bridge in die Irre haben leiten lassen, was auch nicht weiter schwierig war, denn sie war die einzige Hängebrücke weit und breit, egal wie fern wir unseren Blick aufs Meer haben schweifen lassen. Und da wir wussten, dass von Fisherman’s Warf, der gefühlt nahen Touristenattraktion, die unseres anvisiertes Ziel des ersten Erkundungsspazierganges war, auf welche mit Schildern immer wieder verwiesen wurde, der Blick auf die Golden Gate Bridge möglich ist, gingen wir fälschlicherweise davon aus, dass die Oakland Bridge vermutlich die Golden Gate Bridge ist. Dies ist insofern peinlich, als dass ich hier vor etlichen Jahren schon einmal zugegen war und mein Erinnerungsvermögen keinerlei Verknüpfungspunkte fand. Das einzige, was mich wirklich wunderte, war die graue Farbe der Oakland Bridge, die im übrigen sogar ein halbes Jahr früher als die Golden Gate Bridge eröffnet wurde. Aber gut. Farben sind vergänglich. Erschwerend kam hinzu, dass ich mich an einen TV-Bericht erinnerte, in welchem es hieß, dass die Golden Gate Bridge quasi immer gestrichen wird, denn kaum wenn die eine Seite fertig sei, würde man an der anderen bereits wieder damit beginnen müssen, um der Erosion Einhalt zu gebieten.

Eine graue Golden Gate Bridge? Vielleicht grundieren sie sie gerade, dachte ich. Hmmmm?!

Klärung brachte schließlich die gezielte Nachfrage bei Passanten, die uns mitteilten, dass die Golden Gate Bridge sich viel weiter westlich befindet, was bei uns für Erleichterung sorgte, denn von ansehnlich in dem Sinne empfand ich diesen grauen Stahltross wirklich nicht.

Als wir später an einem Markt vorbeischlenderten und ich den Geruch frischen Obstes wahrnahm, erstand ich mir eine köstliche Nektarine für saftige 2 Dollar, die unseren Streifzug dennoch versüßte. Am Fisherman’s Wharf tummelten sich dann wesentlich mehr Leute als mir lieb war und doch wollten auch wir uns die Attraktion am Pier 39, die sich auf schwimmenden Holzbojen zur Schau stellenden Seelöwen, nicht entgehen lassen. Leider war ein Großteil, als wir dort angekommen waren, aber schon weg, so dass wir das nächste Mal vielleicht etwas früher dort vorbeischauen, wenn die Sonne noch höher am Himmel steht. In diesem Belang entsinne ich mich nämlich noch gut an meinen ersten Besuch, als die Masse der Tiere mich grölend und durchaus geruchsintensiv in ihren Bann zogen.

Unserem Vorhaben, mit einem Boot auf die Gefängnisinsel Alcatraz überzusetzen, konnten wir leider nicht nachkommen, da die Touren für die nächsten beiden Tage schon komplett ausgebucht waren, was für das Wochenende wohl üblich zu sein scheint. Insofern setzen wir jetzt all unsere Hoffnungen darauf, dies vielleicht am Ende unserer Rundreise noch realisieren zu können, wenn wir in rund zwei Wochen nach 5000 Kilometer Fahrt wieder hier in San Francisco eintrudeln werden. Mal sehen.

Klar, dass wir in der Stadt der Up and Downs mit ihren 40 Hügeln auch die steilen Straßen entlang liefen, wo uns etliche Cable Cars begegneten. Das Gefühl, unbedingt in einer mitfahren zu wollen, hatten wir aber beide nicht, weshalb wir es auch unterließen. Dafür wollten wir uns aber auf keinen Fall die Lombard Street, die sich in engen Nadelkurven von der Hyde St zur Leaveworth Street hinunter schlängelt, entgehen lassen. Andere allerdings auch nicht, so dass hier – wie bei Fisherman’s Wharf – ein großer Menschenauflauf zugegen war. Betrüblicherweise war der Sonnenstand zu unserem Erscheinen so unvorteilhaft, dass man kaum ein passables Foto machen konnte. Naja.

Fakt ist, dass wir am Hafen weitaus mehr Zeit verbracht haben, als wir es jemals für möglich hielten, weshalb sich unser fast stürmisches Zurücklaufen am Abend zum Auto als fröstelnde Herausforderung erwies, um mal tief stapelnd zu sprechen, schließlich sind wir in gänzlicher Sommermontur aufgebrochen.

Da die Golden Gate Bridge bereits am Nachmittag vom Nebel verschlungen war, hoffen wir heute auf einen sichtfreien Besuch samt Überfahrt. Desweiteren wollen wir auch noch unbedingt den Golden Gate Park, der Oase der Stadt, in der sich laut Reiseführer ein wunderschön angelegter Garten im alten japanischen Stil befindet, sehen.

Momentan (08.30 Uhr am Morgen) zeigt sich das Wetter hier heute aber wesentlich unfreundlicher als es uns gestern zu dieser Zeit willkommen hieß. Vielleicht fahren wir aber auch heute Vormittag schon gen Norden, um bei unserer Rückkehr auf sonnigere Umstände zu hoffen.

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Sep 11 2010

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Übermüdete Ankunft

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Endlich: nach 22,5 Stunden haben wir unser erstes Etappenziel, San Francisco, völlig übermüdet erreicht. Dabei hätten wir fast den Anschlussflieger verpasst, weil unsere erste Maschine nach Chicago wegen des vielen Verkehrs mit 40-minütiger Verspätung los flog und die Zeit zwischen den beiden Fliegern sehr knapp bemessen war. Mit etwas Glück, der Hilfe einer amerikanischen jungen Dame, die sich in der gleichen Notlage wie wir befand, und flinken Füßen bekamen wir den Weiterflug nach San Francisco dann aber doch, obwohl man uns nach dem Verlassen der ersten Maschine schon alternative Flugtickets ausgestellt hatte, falls wir den Flug nicht schaffen sollten.

Wie auch immer, jetzt sind wir hier. Ganz in der Nähe des Vororts San Bruno, unweit des Flughafens, wo sich gestern eine riesige Gasexplosion ereignet hat, bei der vier Menschen ums Leben kamen, 53 Häuser zerstört und weitere 123 Gebäude schwer beschädigt wurden. Das Feuer ist seit wenigen Stunden endgültig gelöscht. Strom gibt’s auch wieder.

Nachdem wir die Nacht komplett durchgemacht haben (an schlafen im Flugzeug ist nicht zu denken), freue ich mich jetzt (hier ist es 23.50 Uhr, in Deutschland bereits 9 Stunden später) einfach nur auf eine ausreichende Portion Schlaf und die sonnigen Temperaturen, die es laut Wettervorhersage morgen geben soll.

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Sep 10 2010

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Tag 1: Der Flug

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Wie langweilig war doch der Hinflug, jedenfalls bis wir in Chicago ankamen. Unsere Maschine hatte in Frankfurt mit 40 Minuten Verspätung abgehoben, viel Verkehr war der Grund. Und so erreichten wir Chicago - eines der Ziele unserer Reise  im vergangenen Jahr - auch erst gegen 17.30 Uhr Ortszeit, was den Verbindungsanschluss nach San Francisco unsicher machte. Wir hatten nämlich gerade einmal 25 Minuten zum Einwandern, Koffer holen, Koffer abgeben, Terminalwechsel, Sicherheitscheck und Gate erreichen. Dafür plant man normalerweise 50 bis 60 Minuten ein, wir sollten es nun also in gerade der Hälfte der Zeit schaffen.

Am Ankunftsgate stand folglich eine Mitarbeiterin der Fluggesellschaft bereit und händigte uns neue Bordkarten aus, wir sollten notfalls zwei Stunden später nach San Francisco fliegen. Sie sagte jedoch, wir könnten versuchen, den ursprünglichen Flieger zu erreichen. Das gelang dank der Mithilfe einer anderen Reisenden, auch wenn wir ganz schön rennen mussten. Und so kamen wir gegen 21.30 Uhr Ortszeit in der kalifornischen Flower-Power-Stadt an. Selbst unsere Koffer packten es!

Anschließend ging es zu National, und da wurde es erstmals stressig – wir waren ja schon mehr als 24 Stunden auf den Beinen. Man hatte mir trotz mehrmaliger Nachfragen in Deutschland gesagt, das ich versicherungstechnisch alles Wichtige gebucht hätte , doch das stimmte gar nicht. Immerhin erhielten wir dann dank Upgrade eine Nobelkarre, deren Marke mir gänzlich unbekannt ist. Egal. Groß, geräumig, selbst Pes oranger Koffer passt da super rein!

Nun sind wir in einem Motel 6. Nicht komfortabel, aber sauber. Das reicht für die erste Nacht.

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Nov 10 2008

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Zurück nach Osten

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Auf der Rueckfahrt von Los Angeles haben wir noch einmal in Blythe Station gemacht und hier die Nacht verbracht. Die Fahrt selbst fuehrte durch mehr als 90 Meilen Wueste, was natuerlich sehr interessant war. Es geht jetzt weiter Richtung Santa Fe und Albuquerque. In LA hatten wir gestern uebrigens richtig Pech, am Strand von Venice Beach war es saukalt und total windig. Kaum einer staehlte seinen Koerper. Wir sind dann ins Getty-Center gefahren, ein Besuch, der sich wirklich lohnte.

Das Konzert der Who in Los Angeles war super gut, sie spielten knapp 125 Minuten, und selbst Pe hat es dieses Mal gefallen…

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