Archiv für das Tag 'Ohio'

Okt 05 2009

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Schnäppchen, Rock’n Roll und Fünf für Drei

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Der heutige Tag war vornehmlich einer, den wir auf der Straße verbracht haben. Rund 550 Kilometer – man bedenke die amerikanischen Geschwindigkeitsbegrenzungen – sind wir weiter Richtung Osten von Elkhart über Cleveland bis nach Erie gefahren, wo wir heute Nacht einmal mehr einen kleinen Zwischenstopp einlegen, bevor wir morgen nach dem Frühstück weiter Richtung Buffalo aufbrechen, um uns unweit vor Ort, ob von der kanadischen oder amerikanischen Seite wissen wir noch nicht, die Niagara Fälle anzusehen.

Was das „Unvornehmliche“ des heutigen Tages betrifft, sprich die Stunden, die wir nicht auf der Straße verbracht haben, handelt es sich hierbei um zwei zweistündige Unterbrechungen. Die erste davon haben wir in einem zufällig am Straßenrand von Angola – nein, nicht dem knapp 16 Millionen Einwohner großen Land im Südwesten Afrikas, obwohl wir des Scherzes wegen für einem Moment so taten, vielmehr einer kleinen, 7300 Einwohner zählenden Universitätsstadt in Indiana – entdeckten Outlet-Center verbracht, in welchem heute einmal der Pan reichlich Ware für wenig Dollar erhielt, wobei auch ich Dank „Clearing“ ein Paar Marken-Turnschuhe für erfreuliche 11 Euro erhielt.

Im Anschluss daran fuhren wir noch rund drei Stunden weiter, um in der direkt am Eriesee gelegenen, 500.000 Einwohner großen Stadt Cleveland die zweite, jene, die wir auch eingeplant hatten, Unterbrechung einzulegen. Dass diese letztlich aber auch nur zwei Stunden betragen würde, hatten wir gerade auch der Größe der Stadt wegen nicht gedacht. Da aber einmal mehr alles Sehenswerte relativ lauffreundlich zu erreichen war, kamen wir recht zügig durch die einst von Kohle, Stahl und vor allem Öl bestimmt Hafenstadt, die inzwischen erfolgreich ihr “Ruhrpott-Image” abgelegt hat. Hinzufügen muss ich in diesem Zusammenhang aber auch, dass wir noch einen Museumsbesuch eingeplant hatten, für den wir aufgrund des überraschenden Shoppens zuvor aber zu spät kamen. Ja, Cleveland ist heute vor allem für Musikinteressierte – wie auch der Pan einer ist – ein Begriff. So beherbergt die Stadt seit 1995 die Rock’n Roll Hall of Fame, ein Museum, das sich mit den Ikonen der Rockmusik beschäftigt. Wie bereits gesagt: als wir Cleveland erreichten, hatte selbiges schon zu. Klar, dass wir natürlich trotzdem zu dem rund 14.000 Quadratmeter großen Wallfahrtsort für Rockfans pilgerten, der alleine schon wegen seiner mehrfach ausgezeichneten Architektur (der Eingangsbereich erinnert zum Beispiel an ein Grammophon) einen Abstecher rechtfertigt.

Unterhaltsam war im Übrigen auch noch das Gespräch mit einem super lieben Sicherheitsbeamten der Stadt, der uns kurz nachdem wir den geparkten Wagen verlassen hatten, begegnete. Mit unserem lieblichen Charmebolzen Tim auf dem Arm hatten wir natürlich alle Sympathien auf unserer Seite, wodurch sich die Unterredung fröhlich und kurzweilig gestaltete. Zum Abschied gab’s neben den besten Erkundungswünschen für die Stadt und der Information, dass er künftig auch seinen Teddy mit auf Reisen zu nehmen gedenkt, da ihm unsere Idee (und natürlich Tim) so gut gefiel, für uns alle drei jeweils einen freundschaftlichen „Gib mir 5-Handabklatscher“, mit dem wir beschwingt durch die Straßen schlenderten.

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Okt 05 2009

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Tag 10: Elkhart – Cleveland – Erie

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“Cleveland, you blow my mind. Cleveland, I wish I were home this time.” Diese Zeilen gingen mir heute immer wieder durch den Kopf, denn in seinem Song Sheraton Gibson besingt Pete Townshend die am Lake Erie gelegene Stadt. Und diese war für knapp zwei Stunden das Ziel unserer langen Reise zurück in den Osten.

Nachdem wir am Vormittag in Elkhart aufgebrochen waren, ging es schnurstracks Richtung Osten, unterbrochen nur von einem Stopp in einem Outlet Center in Angola in Indiana. Dort erstanden wir Turnschuhe sowie Hosen für mich. Wie immer super günstig.

Rund 346 Meilen legten wir heute zurück – es gibt immer mindestens einen Tag im Urlaub, der von einer sehr langen Fahrt geprägt ist -, und da kam uns der Halt in Cleveland mehr als gelegen. Mitten in der Stadt fanden wir einen günstigen Parkplatz, und so schlenderten wir an den wenigen Sehenswürdigkeiten vorbei. Das mag jetzt nicht so interessant klingen, aber Cleveland hat durchaus seine Reize, liegt es doch direkt am Lake Erie, und einige Häuser sind einen Blick wert, wie beispielsweise die Old Stone Church aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die inmitten der Hochhäuser steht. Dann gibt es in Cleveland noch die Rock’n Roll Hall of Fame, die wir zwar nicht von Innen besichtigen konnten (sie schließt bereits um 17.30 Uhr), aber auch von Außen bekamen wir einen recht guten Eindruck. So bombastisch futuristisch und außergewöhnlich ist das Gebäude selbst nicht, wie die Reiseführer versprechen, aber nicht uninteressant. Für Country Fans besonders spannend: Der Tourbus von Johnny Cash steht vor dem Eingang.

Cleveland

Nun sind wir wenige Meilen von Lake Erie in einem Motel entfernt und werden morgen die noch fehlenden rund 110 Meilen zu den Niagarafällen zurücklegen.

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Sep 30 2009

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Sonnenschein im Auto und ein lebendes Symbol des Bösen

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Nein, kein Smalltalk! Auch wenn es einmal mehr ums Wetter, derzeit DAS bestimmende Thema des Urlaubs, geht. Allmählich bin ich es auch schon leid, darüber zu berichten, wenngleich es doch einer der Komponenten ist, mit der für mich ein Urlaub steht und fällt.

Was ich damit sagen möchte?

Dass der heutige Morgen wettermäßig so anfing, wie er gestern Abend endete: kalt, neblig und verregnet, kurzum: grausam. Dabei hatten wir im Vorfeld noch einmal nach der Wettervorhersage gegoogelt, die uns, was die Temperaturen betraf, zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer gab. Nach dem ersten direkten Frischluftkontakt am Morgen wurde jener aber jäh zerstört. Adrett in die schicke Schale meines Lieblingshemdes gebettet und mich voller Tatendrang auf die noch zwei Autostunden entfernt gelegene und für heute geplant zu besichtigende Stadt Cincinnati gefreut, wich eben genau jene Freude innerhalb von Sekunden einem Frust. Nicht nur, dass ich innerhalb von Sekunden zu frieren begann. Nein, es regnete auch einfach weiter. Endlos, so als wollte man über uns den gesamten Inhalt aller Weltmeere vergießen.

Tim in CincinnatiAber lassen wir das. Switchen wir zeitmäßig einfach ein wenig weiter, um von Erfreulicherem zu erzählen. Dem Besuch im Outlet-Center, in welchem wir heute unsere Kids für sagenhaft umgerechnete 2,34 Euro neu einkleideten. Kein Scherz! Im „The Children’s Place“ waren etliche Kleidungsstücke aus der Babyabteilung, die vorher zwischen 12 und 15 Dollar gekostet haben, auf erfreulich wenigere Cents reduziert, weshalb unser lieber Tim mit einer ihm vortrefflich kleidenden Latzhose zuzüglich passenden Hütchen, Liselle mit einer schmucken Bluse und Fabi mit einem sportlichen Shirt ausstaffiert wurden. Wie sagte der Pan daraufhin? „Wenn wir schon draußen keinen Sonnenschein haben, holen wir uns diesen eben ins Auto“. Und genau in selbigem war daraufhin die Stimmung aufgrund unserer Laufsteg-Helden im höchsten Maße erheiternd.

Und Cincinnati?

Nun, um ganz ehrlich zu sein: Diese Stadt, in der die Armut der Bevölkerung partiell ganz offensichtlich und teilweise auch persönlich aufdrängend und beängstigend ist, muss man nicht gesehen haben. Möglicherweise, aber das mutmaße ich jetzt auch nur, sind die sozialen Probleme innerhalb Cincinnatis auch mit ein Grund, warum die Zahl der rund 300.000 Einwohner zählenden Stadt innerhalb der letzten Jahre immer mehr schwand. Dabei hatte ich mir von der Chiquita-Stadt, zu deren Söhnen unter anderem der Regisseur Steven Spielburg oder auch das lebende Symbol des Böses, Charles Manson, sowie als Tochter Doris Day zählen, mehr erhofft. Nun gut. Für Baseballfans lohnt sich hingegen ein kleiner Abstecher zum 2003 eröffneten „Great American Ball Park“, dem Stadion der Baseball-Mannschaft Cincinnatis Reds.

Blick auf CincinnatiMit ein paar obligatorischen und einmal mehr trüben „Ich-war-hier-Fotos“ verließen wir um 16.15 Uhr bei lichter werdendem Himmel die Stadt. Zu diesem Zeitpunkt lagen noch zwei weitere Autostunden Fahrt bis zum geplanten Etappenziel des Tages, Indianapolis, vor uns. Tja, was soll ich sagen? Ich habe ihn zwar nicht gesehen, aber er, der Wolkeneinsammler, muss wohl mit seinem putzfreudigen Besen und dem ganz großen Rucksack unterwegs gewesen sein, denn schließlich waren sie, die Wolken und die schwarze Tristesse, mit einem Mal fast weg und ließen einen beinahe makellosen blauen Himmel zurück, unter dem sich die Fahrt Richtung Indianapolis endlich auch mal wie eine Szene aus unseren früheren Urlauben anfühlte. Göttlich! Möge es hoffentlich so bleiben! Dabei weiß ich schon heute, dass es ab Freitag, wenn wir Chicago erreichen, wieder schlechter werden soll.

Wie gerne würde ich mich diesbezüglich eines Besseren belehren lassen!

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Sep 30 2009

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Tag 5: Columbus – Cincinnati – Indianapolis

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Alte Bausubstanz in CincinnatiDer heutige Tag startete mit Regen und endete mit Sonnenschein in Indianapolis. Da es nach dem Aufstehen sehr nass war, hatten wir es mit dem Erreichen unseres Ziels überhaupt nicht eilig. Wir wanderten durch ein Outlet, besuchten ein Best Buy und einen Old Navy und gönnten uns einmal mehr einen Starbucks-Kaffee.

Gegen 14.45 Uhr erreichten wir schließlich unser Ziel, Cincinnati, die Stadt am Ohio River, in der Charles Manson, Doris Day und Steven Spielberg geboren wurden. Die Stadt präsentierte sich unspektakulär, ohne jede Höhepunkte, ziemlich reizlos. Ein paar alte Häuser stehen in der Mainstreet, wobei alt bedeutet, dass sie Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden. Cincinnati wurde 1788 gegründet, und es wäre schön, wenn die Besitzer dieser alten Häuser in der Main Street mal die schöne Bausubstanz renovieren würde. Am schönsten ist der Great American Ball Park, das Stadion, in dem die Reds ihre Heimspiele austragen. Nach knapp 100 Minuten verließen wir den Ort wieder, wissend, dass Cincinnati nicht wirklich ein Besuch wert ist.

Nach rund 112 Meilen Fahrt sitzen wir nun im Red Roof Inn in Indianapolis, der Stadt der berühmten Indy 500. Ein Autorennen ist nicht angekündigt für die kommenden Tage, weshalb die Motelpreise sehr moderat sind. Wie lange wir in Indianapolis bleiben, wissen wir noch nicht. Unser Plan ist, morgen Abend in Chicago anzukommen.

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