Archiv für das Tag 'Pennsylvania'

Okt 11 2009

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Pan

Tag 16: West Chester – Philadelphia Airport

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In knapp 105 Minuten hebt die Maschine der Lufthansa ab, wir sitzen einstiegsbereit am Gate A 16. Die Fahrt zum Flughafen verlief reibungslos, selbst den Spritverbrauch hatten wir perfekt abgestimmt, es war vielleicht noch etwas mehr als eine Gallone im Tank. So soll es sein.

Nach dem Aufstehen und einem Frühstück im Stehen im wirklich schnuckeligen Motel in West Chester haben wir die Koffer gepackt, sind ein wenig durch das kleine Örtchen gefahren, in dem der Commodore Amiga einst erfunden worden sein soll. Schöne Häuser samt Verandas zauberten bei strahlendem Sonnenschein ein nett anzusehendes Ambiente. Übrigens haben wir festgestellt, dass in den kommenden Tagen der Sonnenschein nach Pennsylvania zurückkommen soll. Pech für uns.

Nach einem kurzen Abstecher in einem weiteren Walmart gaben wir unsere Koffer ab und waren froh, nicht sieben riesengroße Gepäckstücke dabeizuhaben, wie eine etwas korpulentere Dame vor uns, die mit ihren Koffern, Paketen und Taschen nach Deutschland fliegen möchte. Alle außerdem viel zu schwer. Gelöst wurde der Fall nicht, da die Gebühr zusätzlich rund 650 Dollar zusätzlich für sie betragen hätte. Eine weitere junge Frau musste ebenfalls vor unseren Augen ihren Koffer umpacken, kam ordentlich ins Schwitzen und wurde von uns mit einer Flasche Wasser beglückt, die sie dankend annahm.

Jetzt geht es bald ins Flugzeug, und unser Urlaub 2009 ist zu Ende. Schade. Aber wir kommen wieder…

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Okt 10 2009

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Letzte Einkäufe und Hotelsuche

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Kool Aid und Medizin. Das sind die beiden Gründe, warum ich doch noch um diesen einen Tag unverhofften Urlaub froh bin. Beides hatte ich seit Tagen gesucht. Kool Aid, ein Getränkepulverkonzentrat mit Kultstatus in den Vereinigten Staaten, für meinen Bruder und Medizin, das heißt Medikamente gegen Husten-, Halsschmerzen und Grippe, für meine Mutter. Zu Beginn unseres Urlaubs hatte ich die Lieblingssorte Kool Aid, Grape, die ich meinem Bruder jedes Jahr mitbringe, häufig gesehen. In den letzten Tagen gar nicht mehr, weshalb wir am Ende sogar gezielt Geschäfte aufgesucht hatten, in denen es zwar Kool Aid gab, Grape aber immer ausverkauft war. Es war echt zum Verzweifeln. Heute war mir dann aber endlich das Glück hold. Für die Medikamente meiner Mum habe ich lediglich zu spät zu suchen begonnen, da es diese in jedem Walmart gibt, wo ich sie heute auch gefunden habe. Ja, in den Vereinigten Staaten wird Medizin auch ohne Rezept verkauft. Wie weit das Pensum reicht beziehungsweise ob es Grenzen gibt und wo diese liegen, kann ich allerdings nicht sagen. Ich habe mich für schlappe 4 Dollar (3 Euro) übrigens auch mit 200 Kopfschmerztabletten eingedeckt, für die ich in Deutschland 50 Euro hätte bezahlen müssen. Das aber nur mal am Rande erwähnt.

Und wie haben wir sonst den heutigen, Wetter durchwachsenen Tag genutzt? So gut wie gar nicht. Das heißt, dass wir einmal mehr einen geplanten Outlet-Store-Besuch einlegten, dort aber nichts kauften, außer einem Starbucks-Kaffee. Im Anschluss daran haben wir uns auf die Hotelsuche begeben, die sich heute über alle Maßen als schwierig erwies, obwohl wir bereits gegen 16 Uhr zu suchen begannen. Immer wieder hieß es, dass die Hotels ausgebucht seien. In einer anderen, für unsere Preisklasse noch tragbaren und vornehmen Übernachtungsstätte, hatte man nur noch einen Smoking-Room, in den wir probeweise mal hineinrochen. Das Zimmer war zwar sauber und adrett, alleine der kalte, abgestandene Rauch ließ uns dann aber doch weiterziehen.

Etliche Zeit später sind wir in der Einöde dann aber doch noch fündig geworden und haben den Mann an der Rezeption, der uns ein geräumiges Zimmer mit hübschem Ausblick zu einem passablen Preis feilbot, auch mal nach dem Grund für diese, uns gänzlich überraschende Fülle gefragt, woraufhin wir erfuhren, dass an diesem Wochenende irgendein besonderes Sportevent sei. Welches konnte ich allerdings, trotz ausgiebiger Recherche im Internet, nicht ausfindig machen. Ich fand zwar ein paar Mini-Veranstaltungen, wie beispielshalber eine Regatta, aber nichts, was es für mich nachvollziehbar begründen könnte, so wie es eine Baseball-, American Football-, Basketball- oder Eishockey-Veranstaltung täte. Letztlich kann es mir ja auch egal sein. Wir haben unser Zimmer und fliegen morgen um 18 Uhr Ortszeit nach rund 4700 Kilometern, die wir in 15 Tagen gefahren sind, nach Hause.

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Okt 10 2009

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Tag 15: Philadelphia – West Chester

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Ein völlig überflüssiger Tag – im Prinzip jedenfalls. Denn es gelang uns zumindest, die noch fehlenden Mitbringsel aufzutreiben, die in den vergangenen Tagen in den Geschäften ausverkauft waren. Aber wirklich was gemacht haben wir heute nicht mehr. Es regnete zunächst einmal wieder, weshalb es uns nicht aus dem Hotel zog. Dann fuhren wir zumindest noch zu einem Outlet, tranken einen leckeren Starbucks-Latte und suchten anschließend ein Motel. Wir wurden in West Chester, rund 25 Meilen vom Flughafen entfernt, fündig. Viele andere waren belegt, denn offenbar gibt es an diesem Wochenende ein Sport-Event in Philadelphia und Umgebung, weshalb wir auch nur schwer ein Zimmer fanden. Dafür sind Wetter und Zimmer jetzt freundlich.

Tja, und nun verbringen wir also unsere letzte Nacht in diesem verschlafenen Nest und haben einen letzten Tag erlebt, der, wie erwähnt, gar nicht mehr geplant war. Die Tage davor aber hatten trotz des fast durchweg schlechten Wetters viel zu bieten. Morgen hebt der Flieger ab – dieses Mal wirklich.

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Okt 09 2009

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Auf Tuchfühlung mit Rocky Balboa

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„Eigentlich müsste ich mich ja freuen“, sagte ich eben zum Pan, „aber ich hatte mich schon so unsere Heimreise eingestellt“, weswegen uns der unverhofft zusätzliche Tag Urlaub, – morgen soll das Wetter dem heutigen sonnigen ähneln – nun doch ins Grübeln bringt. Das meiste Bargeld ist ausgegeben, die Koffer sowie die zusätzliche Reisetasche gepackt, selbst die Orte um Philadelphia herum schon besichtigt. Wieso nicht einmal mehr Philadelphia selbst? Nun, die Parkgebühren in den Städten, demgemäß auch Philly, wie wir bereits heute schmerzlich erfuhren, sind horrend: Hinzukommt, aber das schrieb ich während dieses Urlaubs einige Male, dass wir uns dieses Jahr sehr viel auf zahlungspflichtigen Straßen bewegen. Beides - Park- wie Mautgebühren – zahlt man in der Regel mit Bargeld, weshalb es vorsorgend auch immer Bargeld zurückzuhalten gilt. Geld, das uns letztlich nicht mehr zur Verfügung steht. Und wegen dieses einen Tages noch mal zu einem Bankautomaten zu gehen und uns Geld wechseln zu lassen, erscheint uns auch irrsinnig. Ein klein wenig haben wir noch, aber nicht soviel, dass wir ihn bedenkenlos erneut in der „Stadt der brüderlichen Liebe“, wie sich Philadelphia auch nennt, verbringen können, zumal wir heute sehr lange Downtown waren und all jene Sehenswürdigkeiten abliefen, die uns interessant erschienen. Aus diesem Grunde heißt es morgen sparsam zu haushalten, um aus diesen wenigen uns verbleibenden Mitteln, die wir lieber in einen Starbucks-Kaffee als für Straßengebühren investieren, einen sinnreichen und spannenden Tag zu gestalten.

Nun aber zu Philadelphia selbst, der zweitgrößten Stadt an der Ostküste, die uns heute mit dem wärmsten aller Tage in diesem Urlaub überraschte, welcher mit Temperaturen aufwartete, die ich mir schon von Anbeginn gewünscht hätte. Ich schwitzend im T-Shirt. Was für ein Abschiedsgeschenk! Die Stadt selbst erreichten wir erst so gegen 14 Uhr. Davor haben wir uns durch die öden Szenerien der Autobahnen gekämpft, meist bei Regen. Rühmliche Ausnahme dieser dreistündigen Fahrt von West Haven nach Philadelphia war die Fahrt durch New York City, das heißt die Bronx, für die wir die Autobahn aber nicht verlassen mussten. Das war unterhaltsam, auch weil der lokale Radiosender uns zu diesem Zeitpunkt mit gefälliger Musik (R&B) unterhielt, woraufhin unsere in diesem Urlaub zur lebenden Sparbüchse avancierten Frohnatur Tim, der all unsere Quarter in seinen beiden Hosentaschen verwahrt, zu tanzen begann, während Liselle das ganze vom Rücksitz aus mitsingend untermalte. Auf diesem Streckenabschnitt war Spaß einmal mehr unser bester Freund, für den wir gerne näher im Auto zusammenrückten. Noch während der Fahrt beschlossen wir, dass wir uns erst ein Hotelzimmer besorgen und im Anschluss die Stadt ansehen, was aufgrund der Weitflächigkeit der Stadt und des sich darin stauenden Verkehrs strategisch betrachtet nicht die beste Idee des Tages war, da wir hierbei viel Zeit verloren. Zeit, in der die Sonne fröhlich und fast wolkenfrei vom Himmel schien. Zeit, die ich gerade dieses unverhofften Sonnentages wegen lieber in der Stadt hätte nutzen wollen, als sie im fahrenden Auto zu verbringen, das vor allen Dingen gerade aber auch deshalb, weil dieser Urlaub uns die Erfahrung lehrte, dass das Wetter sehr sprunghaft ist und wir ja nur noch diesen einen Tag zu haben glaubten.

Gegen 17 Uhr hatten wir dann endlich einen Parkplatz gefunden, von welchem wir auch mühelos das von mir dringlichst gewünschte Ziel erreichten: das Philadelphia Museum of Art, das ich, ich muss es gestehen, aber nicht der Kunst wegen aufsuchte, sondern wegen eines cineastisch-banalen Grundes, da auf dieser kleinen Anhöhe, auf der der Säulentempel mit seiner breiten Freitreppe steht, eine ganz bekannte Szene aus dem Film „Rocky“, der dort mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle als Rocky Balboa gedreht wurde. Jeder, der den Film gesehen hat, kennt diese musikalisch untermalte Szene (hier zum Hören anklicken), die ich mir leibhaftig nachfühlen wollend vor Ort ansehen wollte. Und wahrlich: Ich rannte in Rocky-Manier die Stufen hinauf, um mich ein klein wenig so stark und durchtrainiert wie die filmische Boxlegende zu fühlen.

Im Anschluss daran sahen wir uns noch Philadelphias historische Schatztruhe, den Independence National Historical Park – innerhalb dieser geschichtsträchtigen Quadratmeile der USA stehen zirka 40 Gebäude für Besichtungen offen – mitten im Zentrum an, wobei zu diesem Zeitpunkt aber schon sehr vieles im Schatten lag, da es hier bereits um 18.30 Uhr dunkel wird. Klar, dass wir nicht alle davon haben sehen können, aber eben doch einmal mehr die für uns bedeutsamsten, wozu unter anderem die zwischen 1871 und 1901 erbaute City Hall (Rathaus), welche nachts auch besonders fotogen illuminiert wird, sowie, das dachten wir zumindest, Amerikas bedeutendste historische Ikone, die Liberty Bell, gehören. Mit dieser für mich eher unspektakulären und prätentiös in Szene gesetzten Freiheitsglocke wurde 1776 übrigens die Freiheit eingeläutet.

Anfänglich ein wenig bekümmert ob des Umstandes, dass wir so spät in die Stadt kamen, entdeckte ich später, dass die Stadt bei Nacht ihre ganz eigenen Reize hat und war insofern dann doch auch ganz glücklich darüber, sie von dieser, ihrer geheimnisvollen Seite kennengelernt zu haben.

Morgen werden wir vermutlich noch mal das zwei Stunden Autofahrt entfernte Baltimore aufsuchen. Die Stadt, in der wir nach unserer regenreichen Ankunft in Philadelphia anfänglich gleich geflüchtet sind, welche uns aber gleichermaßen mit Wolken verhangenem Himmel empfing. Hoffen wir darauf, dass es morgen besser wird, denn die Stadt selbst war wirklich wunderschön.

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Okt 09 2009

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Pan

Tag 14: West Haven – Philadelphia

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Liberty BellEs war heute ein wirklich ungewöhnlicher Tag. Zunächst einmal war das Wetter komplett anders als vorhergesagt. In West Haven regnete es, doch am Nachmittag schien in Philadelphia die Sonne und es war über 23 Grad warm, man konnte sogar im T-Shirt spazieren gehen. Die Sonnestrahlen nutzten wir, indem wir noch einmal in die Stadt fuhren und uns einige schöne Ecken der Metropole in Pennsylvania anschauten. Wir waren am Museum of Modern Art und sahen unter anderem das Denkmal für Rocky, der an diesem Museum die Treppe für sein Training benutzte. Dann liefen wir noch durch die Stadt zur Independance Mall, wo wir die berühmte Freiheitsglocke besichtigten und einige sehenswerte Häuser anschauten, so zum Beispiel die City Hall, die bis 1988 das höchste Gebäude der Stadt war.

Tja, und dann, als wir für unseren Flug nach Deutschland die Sitzplätze reservieren wollten, stellten wir fest, dass wir nicht morgen fliegen, sondern erst am Sonntag abend. Der Versuch, das Motel zu verlängern, schlug gerade fehl, angeblich ist morgen alles ausgebucht. Und nun überlegen wir, was wir mit dem unverhofften Tag anfangen wollen. Begeisterung mag nicht aufkommen, dafür waren die vergangenen 14 Tage zu sehr verregnet, auch wenn wir viele tolle Sachen erlebt haben. Wie uns dieser Fehler passieren konnte, ist mir schleierhaft. Wir hätten länger in Boston bleiben können, die Niagara-Fälle ausgiebiger bewundern und, und und. Jetzt suchen wir sowohl nach einem neuen Motel als auch nach einem neuen Ziel. Beides wird uns sicher gelingen, und bestimmt werden wir einen weiteren schönen Tag verbringen, sofern das Wetter mitspielt. Ich muss zugeben, so was Doofes ist uns noch nie passiert…

Philadelphia

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Sep 29 2009

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Aus der Eiseskälte zu den Helden der Gastfreundschaft

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Nein, auch heute war er, der Wettergott, uns nicht hold. Ganz im Gegenteil! Keine Ahnung, wer ihn dermaßen verstimmt hat, aber unter schön, herbstlich oder gar urlaubsfreundlich verstehe ich wahrlich etwas anders. So allmählich glaube ich sogar, dass wir unabsichtlich ein weitflächiges Netz ausgeworfen haben, in dem sich der Hüter des Wetters verfangen hat, weswegen er so schmollt und grollt.

Die fröstelnden Temperaturen des Tages erinnerten zudem mehr an den vor uns liegenden Winter und der Farbe des Himmels nach zu urteilen, hatte selbiger erst jüngst ein inniges Tête-à-tête mit einem Schornsteinfeger.

Der Kälte und des eisigen Windes wegen, dem ich mich auch in zwei Jacken gehüllt nicht erwehren konnte, hatte ich heute Morgen eigentlich schon gar keine große Lust mehr, nach Pittsburgh zu fahren, was im Nachhinein betrachtet echt schade gewesen wäre, da die Stadt mir – unter den üblich gewünschten blauen-Himmel-Bedingungen – mit den verspielten Formen und Farben der Gebäude und weiteren städtebaulichen Konstellationen ein wahres Eldorado an Motiven geboten hätte, die ich nun zwar zum Teil auch digital gebannt habe, dafür aber leider im grau-weißen Einheitsbrei, der völlig flairlos ist. Das Fotografenherz einmal zur Seite genommen und stattdessen ein wenig meine Phantasie bemüht, wie es vor Ort aussehen könnte, wenn, … erfreute mich der Aufenthalt in der 334.000 Einwohner zählenden Stadt aber doch sehr.

Am Nachmittag besuchten wir schließlich das sich in einem Industriegebäude auf sieben Etagen erstreckende Andy Warhol Museum, dank Presseausweis sogar kostenfrei! Wirklich viel zu sehen gab es aufgrund von Umbauarbeiten der Wechselausstellung, eines derzeit grundsätzlich komplett geschlossenen Stockwerkes und einer Sonderausstellung zum kürzlich hier stattgefundenen G20-Gipfel aber nicht, weshalb ich mich gewiss geärgert hätte, wenn ich die 15 Dollar Eintritt bezahlt hätte. Dem Besucher gegenüber wäre es meines Erachtens aber nur fair, ihm unter diesen eingeschränkten Bedingungen nicht den kompletten Eintrittspreis abzuverlangen.

Und was gab’s zu sehen? Klassiker, wie zum Beispiel die Bilder von Marilyn Monroe, Elvis Presley oder die Abbildung der Campbell’s Soup Konservendose, darüber hinaus aber auch Drucke, Zeichnungen, Skulpturen und Filme. Nicht zu vergessen seine „Zeitkapseln“, mit denen Warhol (1928-1987) heute noch immer für Überraschungen sorgt. In diesen so genannten “Time Capsules”, Pappkartons, sammelte der schillernde Andy Warhol, der bis zu seinem 21. Jahr in Pittsburgh verweilte, übrigens alles, was ihm in die Hände kam: Salzstreuer oder Teller, die er auf dem Flohmarkt ersteigerte, die Schuhe des Schauspielers Clark Gable oder ein Diamantring, kurzum Alles, was ihm interessant und bewahrenswert erschien. Erstaunlich fand ich, dass von den über 600 Kartons mit Kunst und Krams, die Warhol, der bereits über 20 Jahre tot ist, hinterlassen hat, bis heute – mangels Personal – nur zirka die Hälfte geöffnet wurden.

Nach dem mehr oder minder gemütlichen (bei der Kälte!) Spaziergang zum Auto zurück, setzten wir unsere Weiterfahrt nach Chicago noch dreieinhalb Stunden fort, um in Columbus in einem ungewöhnlich-gewöhnlichen sowie vorteilhafterweise kostengünstigen Motel, das – wie ich an einer an der Wand hängenden Urkunde erkennen konnte – den Preis zum Helden der Gastfreundschaft erhielt, Halt zu machen, wo wir auch unsere nächtlichen Zelte aufgeschlagen haben, damit wir morgen umso gestärkter nach Cincinnati starten können.

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Sep 29 2009

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Tag 4: New Stanton – Pittsburgh – Columbus

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Hochhausfront in PittsburghDas schlechte Wetter scheint uns zu verfolgen. Fast die gesamte Fahrt über von Pittsburgh nach Columbus, unserem heutigen Übernachtungsort, regnete es. Soviel Wasser haben wir in den vergangenen Jahren in den USA zusammen nicht erlebt. Überhaupt: Wir fahren zwar durch sehenswerte Gegenden in Pennsylvania, Delaware, Maryland und nun Ohio, doch wirklich beeindruckt war ich noch nicht. Das war im vergangenen Jahr anders.

Doch egal: Unser heutiges Ziel Pittsburgh war äußerst lohnend. Die Stadt ist sehenswert, die typischen amerikanischen Hochhäuser fehlen Downtown ebenso wenig wie historische Gebäude, die teilweise mittendrin stehen. Es ist nicht dramatisch voll, und man kann bequem zu Fuß die meisten Sehenswürdigkeiten erwandern. Einzig und allein der königsblaue Himmel fehlte, und so war es nicht nur regnerisch, sondern sogar ziemlich kalt wegen des teilweise stürmischen Windes. Nicht fehlen durfte der Besuch des Andy Warhol Museums, einer der großen Söhne der Stadt, in der übrigens 1968 der Big Mac erfunden worden sein soll. Doch zurück zum Museum: Die bekanntesten Bilder waren zu sehen, doch leider wird derzeit nach dem Ende des G20-Gipfels vergangene Woche eine neue Ausstellung aufgebaut, so dass viele Räume nicht zu besichtigen waren. Kleiner Tipp: An der Amtrak-Station an der Liberty Ave gibt es einen kleinen Parkplatz, da kann man ab 10 Uhr für sieben Dollar bis 24 Uhr parken. Günstiger und zentraler geht es nicht.

Am Nachmittag fuhren wir dann nach Columbus, wo wir in einem Travellodge eine Unterkunft für die Nacht gefunden haben. Morgen geht’s weiter nach Cincinatti.

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Sep 28 2009

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Den Moment des Augenblicks nutzen

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Fotokuh in der Chocolate WorldWetter hin, Wetter her. Mittlerweile habe ich meine ganz eigene verworrene Theorie, was das selbige in den nördlicheren Gefilden der Vereinigte Staaten betrifft: es ist schlechter beziehungsweise kühler als in unseren Breitengraden und wechselhafter, zumindest derzeit, wo es in Aprillaune für den kleinen gewöhnlichen USA besuchenden Urlauber sämtliche Überraschungen bereithält.

Überraschungen schön und gut, aber was, wenn man planen möchte? Keine Chance. Im Moment heißt die Devise insofern: den Moment des Augenblicks leben. Vielleicht mit eine unserer ersten Erfahrungen dieses Urlaubs, die wir uns heute – vom Plan abweichend – zu Nutze machten. Gänzlich wider Erwarten und auch wider der Vorhersage des Weather-Channels frohlockte Harrisburg heute Morgen mit Sonneschein. War das zu fassen? Eigentlich hatten wir den Tag schon fast abgehakt, was das Thema Sightseeing betrifft, wollten stattdessen eine weite Wegstrecke zurücklegen, um dann irgendwo in einer Mall oder sonstwo noch ein bisschen amerikanisches Flair zu schnuppern beziehungsweise nach den ersten Mitbringseln für die zu Hause Gebliebenen suchen.

Aber es kam ganz anders!

Des Sonnescheins wegen nutzten wir, ich schrieb es ja eben, die Zeit vor Ort, wobei „vor Ort“ nicht hundertprozentig stimmt, aber zumindest gefühlt, da wir rund 16 Kilometer östlich fuhren, um in Amerikas Schokoladenhauptstadt, Hershey, zu landen. Wer je in den Staaten war oder mal auf einem amerikanischem Volksfest, kommt um die Produktpalette der Süßigkeiten von Hershey nicht herum, aber auch uns Europäern ist natürlich der Name KitKat ein Begriff. Wer sich ein wenig besser auskennt, wird gewiss schmunzeln, wenn ich an dieser Stelle erzähle, dass selbst die wuchtigen Straßenlaternen, das heißt deren Köpfe, die Form von „Kisses“ hatten. Aber nicht nur das! Nein, der Gründer der heute 13.000 Einwohner großen Stadt, Milton S. Hershey, war noch wesentlich einfallsreicher, in dem er beispielsweise ganze Straßenzüge mit schmackhaften Namen wie „Chocolate Avenue“ oder „Cocoa Avenue“ versah, die von einem, und das ist jetzt wirklich nicht gelogen, süßen Schokoladenduft erfüllt sind, was daran liegt, dass sich die Produktionsanlagen in diesen Straßen befinden.

Darüber zu schreiben und davon zu lesen, ist im übrigen das Eine, man muss wirklich mal durch die Straßen geschlendert sein, um sich mit seinem Geruchssinn so angenehm verführen zu lassen.

Im Anschluss sind wir noch zur Chocolate-World gefahren, wo wir an einer lauffaulen, da in kleinen Waggons chauffiert, Reise durch das Schokoladenimperium vom Kakaobohnenanbau bis zur Fabrikation teilnahmen. Da vor Ort absolut nichts los war, haben wir diese Runde sogar zwei Mal gedreht: das eine Mal zum Filmen und Fotografieren, das andere Mal, um uns den Informationen aus den Lautsprecher zu widmen.

Überraschenderweise, und hier wurde das Wetter dann endlich (und leider!) der Vorhersage gerecht, zog der Himmel sich mit einem Mal, und zwar schon zu jenem Zeitpunkt, als wir das Auto auf den Chocolate-World-Parkplatz abstellten, zu, und das in einem Tempo, als sei eine ganze Bande an muskulösen und arbeitsfreudigen Wolkenschiebern am Werk. Ruckzuck war Nacht. Aus diesem Grunde haben wir dann nach der Tour auch wieder unseren ursprünglichen Plan aufgegriffen: die Weiterfahrt nach Chicago mit Zwischenstopp in Pittsburgh, das wir uns heute gegebenenfalls noch ansehen wollten, was wir aber nicht mehr geschafft haben, weswegen wir es morgen auf jeden Fall realisieren werden – mit oder ohne Regen!

Wo wir uns jetzt befinden? Ganz ehrlich: irgendwo im nirgendwo, dem man aber doch einen Namen gegeben hat: New Stanton, einen knapp 2000 Einwohner zählenden Ort rund 25 Kilometer vor Pittsburgh.

Des Spaßes wegen sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass uns das Wetter auf dieser stundenlangen und heute leider auch wieder gebührenreichen Weiterfahrt ein breites Spektrum bot, von dem wir einmal mehr eine Sonnenphase für eine köstliche Starbucks-Kaffee-Pause nutzten.

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