Noch schaffen wir den amerikanischen Zeit-Rhythmus nicht, gehen stattdessen noch nach deutscher Zeitzone (gestern Abend um 20 Uhr Ortszeit hier) zu Bett, weswegen ich jetzt auch schon hellwach bin, aber das wird sich die nächsten Tage bestimmt geben. Zum Glück gibt es bereits ab 6 Uhr Frühstück, dann kommen wir auch zeitig los und haben mehr vom Tag. Hat wie üblich alles seine Vor- und Nachteile.
Philadelphia – Harrisburg
Da der amerikanische Wettergott bereits am Samstag, dem Tag unserer Landung, Philadelphia mit einem Meer an Tränen bedeckte, dessen Quell auch am Sonntag nicht zu versiegen schien, entschlossen wir kurzerhand, uns die fünf Millionen Einwohner Metropole erst am Ende unseres Urlaubs anzusehen, da wir ja auch wieder von Philadelphia abfliegen. Da für das rund zwei Stunden südwestliche Autofahrt entfernt gelegene Baltimore zumindest für den (Nach)Mittag Wetterbesserung versprochen wurde, entschlossen wir uns kurzerhand für dieses Ziel, auf dessen Straßen wir gestern an einem Tag insgesamt mehr „Toll“ (Straßen- und Brückengebühr) bezahlen mussten, als an einem gesamten Urlaub zuvor, weswegen uns die I 95 nicht unbedingt in guter Erinnerung bleiben wird.
Dafür wurden wir dann aber, in der bedeutenden Hafenstadt angekommen, mit dem nautischen Flair des inneren Hafens entlohnt. Erfreulicherweise hatte der Himmel inzwischen seine regenreichen Pforten geschlossen, so dass wir uns dort zumindest trockenen Fußes unter der grauen Wolkendecke, die inzwischen einigen kleinen blauen Flecken Platz machte, bewegen konnten, wenngleich die Wege noch immer gänzlich von Feuchtigkeit durchtränkt waren und große Pfützen erahnen ließen, welch wasserreiche Massen von Oben gekommen sein müssen.
Wäre der Himmel in das von meinem Herzen ersehnte Fotografenblau getaucht gewesen, wären die Bilder vom ausgemusterten Leuchtschiff „Chesapeake“, das 40 Jahre lang als schwimmender Leuchtturm Dienst tat, das gefräßige (Haifischmaul aufgemalte) U-Boot „USS Torsk“, welches übrigens das letzte intakte Kriegsschiff, das den japanischen Angriff auf Pearl Harbour überstand, ist, die 1797 vom Stapel gelaufene Fregatte „Constellation“, die farbenreichen kleinen Drachenboote sowie das auf Spinnenbeinen stehende Seven Foot Knoll Lighthouse und all die übrigen reizenden kleinen Details wie die Hängebrücken oder die fast zur Ohnmacht betäubend duftenden Blumenampeln, ganz gewiss atemberaubend gewesen, da auch die umstehenden Gebäude, vornehmlich Museen, sich mit ihren Formen architektonisch harmonisch in das Gesamtbild einfügten.
Da unser westlichstes Ziel dieses Urlaubs aber Chicago heißt, haben wir uns gestern dann aber auch ganz grob auf die Route dorthin begeben, um in Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania, einen ersten Zwischenstopp einzulegen. Nachdem wir ein Hotel, von dem wir kostenfrei ins Internet kommen, gefunden haben, begaben wir uns auch gleich wieder Richtung Downtown, weil wir uns an dem baulichen Geschmack von US-Präsident Theodore Roosevelt, der das Kapitol des Bundesstaats Pennsylvania als das schönste Gebäude, das er je gesehen hatte, beschrieb, laben wollten. Und wahrlich: er hatte Recht! Das marmorne Ambiente mit eleganten Treppen, Denkmälern und Skulpturen sowie der Wasser spielende Brunnen im weitflächigen Terrain erschloss uns ein bauliches Schmuckstück, das sowohl vom Petersdom in Rom als auch von der Pariser Oper Inspiration erhielt.
Und was steht heute auf dem Programm?
Hmmm, so genau weiß ich das noch nicht. Irgendwas was auf jeden Fall Richtung Chicago liegt.
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